Manuel Killert
Ratgeber · Barrierefreiheit · KI

Alt-Texte mit KI — 2.000 Bilder ohne Beschreibung, und keiner fängt an.

In fast jeder gewachsenen Mediathek liegen tausende Bilder ohne Alternativtext. Das schließt Menschen aus, die einen Screenreader nutzen, und verschenkt Sichtbarkeit. Von Hand macht das niemand. Mit Bilderkennung ist es eine Sache von Stunden — mit einer wichtigen Einschränkung.

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Kurz gesagt

Moderne Modelle beschreiben zuverlässig, was auf einem Bild zu sehen ist. Was sie nicht wissen, ist die Funktion des Bildes an dieser Stelle — und genau darauf kommt es beim Alternativtext an. Deshalb ist die richtige Kombination: Bilderkennung plus Kontext der Seite, auf der das Bild eingebunden ist, und eine Stichprobe durch einen Menschen. Für den Altbestand ist ein automatisch erzeugter Text in jedem Fall besser als gar keiner.

Warum Alt-Texte zählen.

  • Barrierefreiheit: Screenreader lesen den Alternativtext vor. Ohne ihn bleibt das Bild eine Leerstelle.
  • Auffindbarkeit: Suchmaschinen verstehen Bilder über den Text drumherum und den Alternativtext.
  • Rückfallebene: Lädt ein Bild nicht, erscheint der Text.
  • Interne Suche: Eine beschriebene Mediathek lässt sich durchsuchen.
  • Pflichten: Für öffentliche Stellen gilt Barrierefreiheit schon lange, und für viele Unternehmen greifen mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz seit Juni 2025 Anforderungen an digitale Angebote.

Was einen guten Alt-Text ausmacht.

RegelSchlechtGut
Funktion statt Aufzählung„Bild“, „IMG_2481“„Monteur montiert Dachrinne an einem Neubau“
Kurz haltenDrei Sätze mit allen DetailsEin Satz, unter etwa 125 Zeichen
Kein „Bild von“„Bild von einem Dach“„Ziegeldach nach der Sanierung“
Text im Bild wiedergeben„Grafik“Der im Bild stehende Text
Bei Produkten konkret„Schraube“„Edelstahlschraube 5×60 mm mit Torx-Antrieb“
Keine Keyword-Listen„Dachdecker Osnabrück Dach Sanierung günstig“Was tatsächlich zu sehen ist

Dekorative Bilder.

Nicht jedes Bild braucht einen Text. Rein dekorative Elemente — Trennlinien, Hintergrundmuster, Schmuckgrafiken — bekommen einen bewusst leeren Alternativtext, damit Screenreader sie überspringen. Ein beschriebenes Dekorbild ist schlechter als ein übersprungenes, weil es den Lesefluss stört. Automatik erkennt das nicht zuverlässig, deshalb gehört diese Einordnung zur menschlichen Nachkontrolle — oder man legt vorab fest, dass bestimmte Bildgrößen und Ordner als dekorativ gelten.

Wie die Erkennung arbeitet.

Das Bild wird an ein Modell geschickt, das Bilder verarbeiten kann, zusammen mit einer Anweisung, welche Art Beschreibung gewünscht ist: Länge, Stil, Sprache, Verbote. Zurück kommt ein Satz, der in das Alternativtext-Feld der Mediathek geschrieben wird. Die Bildqualität, die dafür nötig ist, ist gering — meist reicht eine verkleinerte Fassung, was Kosten und Zeit spart. Technisch ist das eine der einfachsten KI-Funktionen überhaupt und ein guter erster Anwendungsfall, um Erfahrung zu sammeln.

Kontext macht den Unterschied.

Dasselbe Foto braucht je nach Verwendung einen anderen Text. Auf einer Referenzseite ist wichtig, welches Gewerk zu sehen ist; in einer Anleitung, welcher Arbeitsschritt gezeigt wird; auf einer Teamseite, wer abgebildet ist. Deshalb sollte die Anfrage neben dem Bild auch mitbekommen, wo es eingebunden ist: Seitentitel, Überschrift des Abschnitts, Bildunterschrift, bei Produkten der Artikelname und die Attribute. Das hebt die Qualität deutlich — und ist der Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem generischen Text.

Altbestand abarbeiten.

  1. Bestand erfassen: Wie viele Bilder haben keinen Alternativtext?
  2. Aussortieren: Dekorative Bilder und unbenutzte Dateien ausnehmen.
  3. Stichprobe: Fünfzig Bilder aus verschiedenen Bereichen erzeugen und bewerten.
  4. Anweisung nachschärfen, bis die Texte passen.
  5. Durchlauf in Paketen im Hintergrund, mit Protokoll und Pausemöglichkeit.
  6. Nachkontrolle der wichtigsten Seiten durch einen Menschen.

Bestehende Alternativtexte werden dabei nicht überschrieben. Wer schon Arbeit investiert hat, soll sie behalten.

Neue Uploads.

Noch besser als das Aufarbeiten ist, das Problem nicht wieder entstehen zu lassen: Beim Hochladen eines Bildes wird automatisch ein Vorschlag erzeugt und ins Feld geschrieben, den die Redaktion prüfen und ändern kann. Damit bleibt die Mediathek dauerhaft beschrieben, ohne dass jemand daran denken muss. Das ist eine typische Funktion für ein eigenes kleines Plugin (KI-Plugin entwickeln lassen).

Grenzen und Fehler.

  • Personen: Modelle nennen keine Namen und sollen es auch nicht. Bei Teamfotos gehört der Name von Hand ergänzt.
  • Fachliches: Ein spezielles Bauteil wird als „Metallteil“ beschrieben. Hier hilft Kontext aus den Produktdaten.
  • Diagramme und Tabellen brauchen oft mehr als einen Satz — hier ist eine Beschreibung im Fließtext besser.
  • Text in Bildern wird meist erkannt, aber nicht immer vollständig.
  • Datenschutz: Bilder mit erkennbaren Personen gehen an einen externen Anbieter — das gehört bedacht und dokumentiert (KI und Datenschutz).

Prüfen und messen.

Nach dem Durchlauf lohnt eine Kontrolle mit einem Barrierefreiheitswerkzeug im Browser: Es zeigt Bilder ohne Alternativtext, leere Texte und auffällig lange. Danach eine Handvoll Seiten mit einem Screenreader durchgehen — das ist die ehrlichste Prüfung und dauert zwanzig Minuten. Messbar wird der Effekt außerdem in der Bildersuche: Wenn Bilder vorher unbeschrieben waren, tauchen sie dort oft erstmals auf.

Pflicht oder Kür.

Für öffentliche Stellen gelten die Anforderungen an barrierefreie Websites schon länger verbindlich. Für die Privatwirtschaft hat sich die Lage mit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz geändert, das bestimmte digitale Angebote — darunter viele Onlineshops und Dienstleistungen für Verbraucher — seit dem 28. Juni 2025 erfasst; Kleinstunternehmen sind teilweise ausgenommen. Ob und wie stark dein Angebot betroffen ist, hängt vom Einzelfall ab und gehört anwaltlich geklärt. Unabhängig davon: Alternativtexte sind einer der günstigsten Schritte in Richtung Barrierefreiheit überhaupt.

Wie ich helfen kann.

Wenn deine Mediathek über Jahre gewachsen ist, arbeite ich den Bestand ab und richte ein, dass neue Bilder automatisch beschrieben werden. Den Überblick über alle Themen gibt die Seite KI-Integration für Unternehmen, Preisrahmen stehen unter Kosten einer KI-Integration. Für Unternehmen im Raum Osnabrück: KI-Beratung Osnabrück.

Wer dahinter steht.

Ich bin Manuel Killert, Web- und KI-Entwickler aus Quakenbrück. Ich verbinde Sprachmodelle wie die von OpenAI und Anthropic mit Websites, WordPress, Shops und bestehender Software — über Schnittstellen, eigene Plugins und Automatisierungen mit Werkzeugen wie n8n. Für Unternehmen im Raum Osnabrück bin ich auch vor Ort erreichbar, alle anderen Projekte laufen remote. Ich sage dir ehrlich, wenn eine Aufgabe ohne KI besser gelöst ist.

Häufige Fragen

FAQ — Alt-Texte mit KI.

Kann KI Alternativtexte für Bilder erstellen?

Ja. Moderne Modelle beschreiben zuverlässig, was auf einem Bild zu sehen ist. Für gute Texte brauchen sie zusätzlich den Kontext der Seite, auf der das Bild eingebunden ist.

Was gehört in einen guten Alt-Text?

Ein Satz, der die Funktion des Bildes an dieser Stelle wiedergibt, unter etwa 125 Zeichen, ohne die Einleitung Bild von und ohne Keyword-Listen. Text im Bild sollte wiedergegeben werden.

Brauchen alle Bilder einen Alternativtext?

Nein. Rein dekorative Elemente bekommen einen bewusst leeren Text, damit Screenreader sie überspringen. Ein beschriebenes Dekorbild stört den Lesefluss mehr, als es hilft.

Werden bestehende Alt-Texte überschrieben?

Nein, bereits gepflegte Texte bleiben erhalten. Erzeugt werden nur Beschreibungen für Bilder, die noch keine haben.

Was kann die automatische Beschreibung nicht?

Namen von Personen nennen, spezielle Bauteile fachlich korrekt benennen und komplexe Diagramme erklären. Bei Teamfotos und Fachbildern gehört eine menschliche Ergänzung dazu.

Sind Alt-Texte gesetzlich vorgeschrieben?

Für öffentliche Stellen seit Langem. Für die Privatwirtschaft erfasst das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz seit dem 28. Juni 2025 bestimmte digitale Angebote, mit Ausnahmen für Kleinstunternehmen. Der Einzelfall gehört anwaltlich geklärt.

Manuel Killert (rechts im Bild) mit einem FreundDas bin ich – rechts im Bild
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