Manuel Killert
Ratgeber · Shopware · Update

Shopware 6 aktualisieren — im laufenden Verkauf.

Innerhalb von Shopware 6 sind Versionssprünge normale Vorgänge — mit einer Besonderheit gegenüber Inhaltsseiten: Es laufen Bestellungen. Das ändert nicht die Technik, aber die Planung.

Referenzen ansehen →Projekt anfragen
Kurz gesagt

Die Reihenfolge: Plugin-Verträglichkeit prüfen, PHP anheben, Testumgebung, dann das Update über die Abhängigkeitsverwaltung statt über die Weboberfläche. Danach Datenbankmigrationen, Theme neu bauen und Cache leeren. Der Teil, der bei einem Shop anders ist: ein geplantes Wartungsfenster statt „läuft schon durch“.

Sofort-Hilfe

Website down oder gehackt? Schreib mir per WhatsApp oder E-Mail mit Domain und kurzer Beschreibung — ich melde mich in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende, wenn es brennt. Zugangsdaten bitte nie in der ersten Nachricht, sondern erst nach Absprache über einen sicheren Weg.

Vorher klären.

  1. Ausgangsversion genau feststellen.
  2. Zielversion wählen und deren Anforderungen lesen.
  3. PHP-Fassung am Server und verfügbare Alternativen.
  4. Pluginliste mit Versionen und Herstellern.
  5. Eigene Plugins und Anpassungen identifizieren.
  6. Theme: Standard, angepasst oder individuell gebaut?
  7. Schnittstellen zu Warenwirtschaft, Buchhaltung, Versand.
  8. Zugriffsart: Kommandozeile vorhanden?

Punkt acht entscheidet über den Weg. Shopware 6 setzt auf eine Abhängigkeitsverwaltung, und Updates ohne Kommandozeilenzugriff sind möglich, aber deutlich unangenehmer. Für einen produktiven Shop würde ich diesen Zugriff als Voraussetzung behandeln (Hosting-Anforderungen).

Punkt sieben gehört früh geklärt: Eine angebundene Warenwirtschaft kann der Grund sein, einen Versionssprung zu verschieben — und das weiß man besser vorher.

Plugin-Verträglichkeit.

Der Posten, der über Machbarkeit entscheidet. Shopware-Plugins geben an, mit welchen Versionen sie arbeiten; beim Sprung auf eine neue Hauptversion braucht jedes eine passende Fassung.

  1. Liste aller Plugins mit aktueller und verfügbarer Fassung.
  2. Markieren, was tatsächlich genutzt wird.
  3. Bei kommerziellen Plugins: Ist die Lizenz noch aktiv?
  4. Für fehlende Fassungen beim Hersteller nachfragen — oft ist eine angekündigt.
  5. Entscheiden, ob gewartet, ersetzt oder gestrichen wird.
  6. Eigene Plugins auf geänderte Schnittstellen prüfen.

Punkt drei ist shopware-typisch und wird gern vergessen: Viele Plugins sind kostenpflichtig und an eine laufende Lizenz gebunden. Eine abgelaufene Lizenz bedeutet keine Updates — und damit einen blockierten Versionssprung (Plugins).

PHP anheben.

Shopware 6.7 verlangt mindestens PHP 8.2 und arbeitet mit neueren Fassungen bis einschließlich 8.5. Da PHP 8.2 Ende 2026 ausläuft, gehört die Anhebung auf eine neuere Fassung ohnehin eingeplant.

Heb die Version an, solange die alte Shopware-Fassung noch läuft — dann siehst du getrennt, was an der Laufzeitumgebung liegt und was am Versionssprung. Was typischerweise bricht: eigene Plugins mit überholter Syntax und ältere Bibliotheken (PHP aktualisieren).

Prüf dabei auch die übrigen Serveranforderungen: Shopware stellt Ansprüche an Arbeitsspeicher, Laufzeit und bestimmte PHP-Erweiterungen. Eine mitgelieferte Systemprüfung sagt dir, was fehlt.

Testumgebung.

Bei einem Shop nicht verhandelbar. Die Datenbankmigrationen sind nicht umkehrbar, und ein Rückweg besteht nur über die Sicherung — bei einem laufenden Shop bedeutet das verlorene Bestellungen.

Üblich ist eine Kopie auf einer Subdomain: Dateien und Datenbank klonen, Konfiguration anpassen, Zahlungsarten auf Testbetrieb stellen, vor Suchmaschinen sperren.

Der dritte Punkt ist wichtig: Eine Testumgebung mit echten Zahlungszugängen kann echte Buchungen auslösen. Stell alle Zahlungsarten auf Testbetrieb und prüf das, bevor jemand einen Testkauf macht (Testumgebung).

Über Composer, nicht über die Oberfläche.

Shopware bietet ein Update über die Verwaltungsoberfläche an. Für einen produktiven Shop würde ich davon abraten und stattdessen die Abhängigkeitsverwaltung nutzen.

Gründe: Der Vorgang läuft über die Kommandozeile zuverlässiger, weil andere Laufzeitgrenzen gelten. Der Zustand ist über die Sperrdatei nachvollziehbar und reproduzierbar. Und Plugins lassen sich in einem Schritt mitziehen, statt einzeln nachgeführt zu werden.

Zwei praktische Hinweise: Der Vorgang braucht Arbeitsspeicher — auf knapp bemessenen Servern scheitert er daran und nicht an den Paketen. Und die Sperrdatei gehört in die Versionsverwaltung, damit auf allen Umgebungen dasselbe läuft.

Bei Konflikten gilt dasselbe wie überall: Die Meldung nennt die beteiligten Pakete. Prüfen, ob es eine neuere Fassung gibt, ob das Plugin noch gebraucht wird, ob es Ersatz gibt — und erst danach über Ausnahmen nachdenken.

Datenbankmigrationen.

Nach dem Aktualisieren der Dateien laufen die Datenbankmigrationen. Bei einem Shop mit vielen Bestellungen kann das dauern — und genau deshalb gehört es nicht in die Weboberfläche, wo die Anfrage abbricht.

Vorher: vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank. Und den Shop in den Wartungszustand versetzen, damit niemand in eine halb migrierte Datenbank bestellt.

Ein Hinweis zur Dauer: Bei großen Beständen lohnt es, den Vorgang vorher in der Testumgebung mit einer Kopie der echten Datenbank zu messen. Dann weißt du, wie lang dein Wartungsfenster sein muss, statt es zu raten.

Theme neu bauen.

Ein Schritt, der bei Shopware eigen ist und gern vergessen wird: Nach einem Update müssen die Theme-Dateien neu erzeugt werden. Ohne diesen Schritt läuft der Shop mit den alten Gestaltungsdateien — und sieht je nach Umfang der Änderungen kaputt aus.

Dasselbe gilt für die Verwaltungsoberfläche: Auch sie wird aus Quelldateien gebaut, und nach einem Update gehört sie neu erzeugt.

Bei einem eigenen Theme kommt Nacharbeit dazu: Zwischen Hauptversionen ändern sich Vorlagen. Ein Theme, das von einer Kernvorlage abgeleitet ist, kann überholte Strukturen enthalten — dann fehlen Elemente oder die Darstellung verrutscht. Vorlagen auflisten, mit der neuen Fassung vergleichen, Anpassungen gezielt übertragen.

Das Wartungsfenster.

Der Unterschied zwischen einem Shop und einer Website. Während des Updates sollte nicht bestellt werden können — sonst landen Bestellungen in einem System, das gerade seine Datenstruktur ändert.

  1. Zeitpunkt wählen nach den eigenen Zahlen: Wann wird am wenigsten bestellt?
  2. Dauer schätzen aus dem Probelauf in der Testumgebung.
  3. Wartungsmodus aktivieren, mit verständlichem Hinweis und Zeitangabe.
  4. Offene Zahlungen bedenken — Vorgänge, die beim Anbieter noch laufen.
  5. Sicherung unmittelbar davor.
  6. Nach dem Update erst prüfen, dann freigeben.

Punkt vier ist der heikelste: Eine Zahlung, die beim Anbieter angestoßen wurde und deren Rückmeldung während des Wartungsfensters eintrifft, kann verlorengehen. Bei größeren Shops lohnt es, den Verkauf eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Update zu stoppen.

Typische Fehler.

FehlerbildÜbliche Ursache
Composer bricht abPlugin ohne passende Fassung oder zu wenig Speicher
Shop lädt ohne GestaltungTheme nicht neu gebaut
Verwaltung ohne GestaltungOberfläche nicht neu gebaut
Weiße SeitePlugin oder eigener Code, Protokoll lesen
Migrationen brechen abÜber die Oberfläche gestartet
Einzelne Elemente fehlenÜberholte Theme-Vorlage
Plugin lässt sich nicht aktivierenLizenz abgelaufen
Kasse funktioniert nichtZahlungs-Plugin nicht mitgezogen

Zeile zwei und drei sind die häufigsten und harmlosesten: ein vergessener Schritt, in einer Minute nachgeholt. Zeile acht ist die unangenehmste, weil sie direkt Umsatz kostet — deshalb gehört die Kasse zum Pflichtprogramm beim Durchprüfen (Weiße Seite).

Durchprüfen.

  1. Startseite, Kategorie, Produktseite aufrufen.
  2. Suche und Filter ausprobieren.
  3. In den Warenkorb legen, Menge ändern.
  4. Vollständiger Testkauf mit jeder angebotenen Zahlungsart.
  5. Bestätigungsmail prüfen.
  6. Bestellung im Backend ansehen und Status ändern.
  7. Kundenkonto: Anmeldung, Adressen, Bestellhistorie.
  8. Schnittstellen prüfen — kommt die Bestellung in der Warenwirtschaft an?
  9. Mobil gegenprüfen.

Punkt vier mit jeder Zahlungsart, nicht nur mit einer. Zahlungs-Plugins sind der häufigste Grund für Probleme nach einem Shopware-Update, und ein Ausfall fällt sonst erst auf, wenn ein Kunde anruft.

Nacharbeit.

  • Cache vollständig leeren und aufwärmen (Cache).
  • Suchindex neu aufbauen.
  • Zeitgesteuerte Aufgaben prüfen — laufen sie?
  • Nachrichtenwarteschlange ansehen: Stauen sich Aufgaben?
  • Mailversand testen.
  • Protokoll die ersten Tage beobachten.
  • Ladezeit messen (Shopware langsam).
  • Redaktion einweisen, wenn sich die Oberfläche geändert hat.

Punkt vier ist shopware-spezifisch und wichtig: Shopware arbeitet vieles über eine Warteschlange ab — Mails, Indexierung, Bildverarbeitung. Wenn die nicht abgearbeitet wird, staut sie sich, und Dinge passieren einfach nicht. Das gehört nach jedem Update geprüft.

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn ein Versionssprung ansteht und du ihn nicht im laufenden Verkauf ausprobieren willst. Ich finde die Ursache, behebe sie und erkläre dir, was passiert ist. Wenn gerade keine Bestellungen durchgehen, hilft der Notfall-Support, dauerhaft begleitet die Shopware-Wartung.

Fehleranalyse & Erste Hilfeab ~150 €

Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.

Stundensatz~95 €

Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.

Wartungab ~49 €/Monat

Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.

Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.

Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, Webentwickler aus Quakenbrück. Content-Management- und Shopsysteme sind mein Fachgebiet — ich arbeite seit Jahren damit, unterrichte das Thema als Dozent und kenne die Systeme von innen: Datenmodell, Rechtekonzept, Templating, Plugin-Architektur, Caching, Betrieb.

Bei Shopware 6 zahlt sich das besonders aus, weil es auf demselben professionellen Unterbau aufsetzt wie andere ausgewachsene Systeme: Abhängigkeitsverwaltung, Dienste-Container, eine getrennte Verwaltungsoberfläche und eine Schnittstelle für alles. Wer dieses Modell verstanden hat, findet Fehler schnell — und sieht auch, wo ein Shop gegen das Modell gebaut wurde.

Was du bekommst: eine Diagnose in verständlicher Sprache, eine Behebung, die hält, und eine ehrliche Einschätzung dazu, ob dein Shop weiterbetrieben, aktualisiert oder abgelöst gehört — auch wenn die Antwort lautet, dass alles so bleiben kann.

Häufige Fragen

FAQ — Update in Shopware 6.

Update über die Oberfläche oder über Composer?

Für einen produktiven Shop über die Abhängigkeitsverwaltung. Der Vorgang läuft über die Kommandozeile zuverlässiger, der Zustand ist über die Sperrdatei reproduzierbar, und Plugins lassen sich mitziehen.

Was blockiert einen Versionssprung am häufigsten?

Plugins ohne passende Fassung — und bei kommerziellen Plugins eine abgelaufene Lizenz. Ohne aktive Lizenz gibt es keine Updates und damit keinen Sprung.

Warum sieht der Shop nach dem Update kaputt aus?

Weil das Theme nicht neu gebaut wurde. Shopware erzeugt die Gestaltungsdateien aus Quelldateien — ohne diesen Schritt läuft der Shop mit den alten. Dasselbe gilt für die Verwaltungsoberfläche.

Wie lang muss das Wartungsfenster sein?

Das misst man im Probelauf in der Testumgebung mit einer Kopie der echten Datenbank. Dann weißt du es, statt es zu raten — bei vielen Bestellungen dauern die Migrationen spürbar.

Was ist bei offenen Zahlungen zu beachten?

Eine Zahlung, die beim Anbieter angestoßen wurde und deren Rückmeldung während des Wartungsfensters eintrifft, kann verlorengehen. Bei größeren Shops den Verkauf eine Viertelstunde vorher stoppen.

Was prüfe ich nach dem Update unbedingt?

Einen vollständigen Testkauf mit jeder angebotenen Zahlungsart und die Nachrichtenwarteschlange. Zahlungs-Plugins sind die häufigste Fehlerquelle, und eine stehende Warteschlange lässt Mails und Indexierung ausfallen.

Manuel Killert (rechts im Bild) mit einem FreundDas bin ich – rechts im Bild
Kontakt

Erzähl mir, was an deinem Shopware klemmt.

Schreib mir die Adresse, die Shopware-Version und was passiert ist. Wenn gerade keine Bestellungen durchgehen, schreib das in die erste Zeile — dann sehe ich es sofort.

Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de