Manuel Killert
Ratgeber · TYPO3 · Grundlagen

TYPO3-Cache leeren — die erste Maßnahme bei fast jedem Problem.

„Hast du den Cache geleert?“ ist in der TYPO3-Welt keine Floskel, sondern berechtigt: Ein erstaunlicher Teil aller Probleme verschwindet damit. Wichtig ist nur, die richtige Ebene zu erwischen — und zu wissen, was man auf keinen Fall löscht.

Referenzen ansehen →Projekt anfragen
Kurz gesagt

TYPO3 unterscheidet zwei Ebenen: den Seiten-Cache mit den fertigen Inhalten und den System-Cache mit erzeugtem Code, Konfiguration und Klassenzuordnungen. Änderungen am Inhalt brauchen nur den ersten, Änderungen an Konfiguration, Extensions oder nach einem Update den zweiten. Ohne Backend geht beides per Kommandozeile oder per FTP — dabei werden Inhalte der Cache-Ordner entfernt, nie die Ordner selbst.

Die Ebenen verstehen.

EbeneInhaltWann leeren
Seiten-CacheFertig erzeugte SeiteninhalteNach Inhaltsänderungen
System-CacheErzeugter Code, Konfiguration, KlassenNach Konfiguration, Extensions, Update
Opcode-Cache von PHPKompilierter PHP-Code auf ServerebeneNach Dateiänderungen, oft automatisch
Vorgeschalteter CacheFertige Seiten vor dem ServerNach jeder sichtbaren Änderung
Browser-CacheBeim BesucherBei Darstellungsproblemen nur bei dir

Die unteren drei liegen außerhalb von TYPO3 und werden deshalb oft vergessen. Wenn eine Änderung trotz geleerten TYPO3-Caches nicht erscheint, liegt es fast immer an einer davon.

Leeren im Backend.

In der Kopfleiste des Backends gibt es eine Schaltfläche zum Leeren des Caches — je nach Berechtigung mit der Wahl zwischen Seiten-Cache und allen Caches. Für Redakteure reicht der Seiten-Cache, für alles andere braucht es den vollständigen.

Gründlicher geht es im Wartungsbereich des Admin-Werkzeugs: Dort lassen sich alle Caches leeren, der Autoloader neu aufbauen und die Datenbank mit dem erwarteten Stand abgleichen. Diese Kombination ist der Standardgriff nach einem Update oder nach Änderungen an Extensions. Einzelne Seiten lassen sich außerdem gezielt leeren, indem man im Seitenbaum das Kontextmenü nutzt — praktisch bei großen Installationen, wo ein vollständiges Leeren spürbare Last erzeugt.

Per Kommandozeile.

Der verlässlichste Weg, besonders bei großen Installationen und wenn das Backend nicht mehr erreichbar ist. Voraussetzung ist ein SSH-Zugang.

Im Installationsverzeichnis
# Alle Caches leeren
vendor/bin/typo3 cache:flush

# Nur eine Gruppe, etwa das System
vendor/bin/typo3 cache:flush --group system

# Bei klassischen Installationen ohne Composer
typo3/sysext/core/bin/typo3 cache:flush

Bei Composer-Installationen liegt das Werkzeug unter vendor/bin, sonst im Kern. Der Aufruf setzt voraus, dass die PHP-Version auf der Kommandozeile zur Installation passt.

Nach größeren Änderungen lohnt zusätzlich der Befehl, der die Datenbankstruktur mit dem erwarteten Stand abgleicht — fehlende Felder sind eine häufige Folgeursache nach Updates.

Per FTP ohne Backend.

Wenn weder Backend noch Kommandozeile zur Verfügung stehen, bleibt der direkte Weg über die Dateien. Entfernt werden die Inhalte der Cache-Verzeichnisse, nicht die Verzeichnisse selbst — sonst fehlen die Ordner und TYPO3 kann sie je nach Rechtelage nicht neu anlegen.

  • Bei Composer-Installationen liegen die erzeugten Dateien unter var/cache.
  • Bei klassischen Installationen unter typo3temp/var/cache.
  • Zusätzlich können unter typo3temp/assets erzeugte Dateien liegen, die sich neu erzeugen lassen.

Danach die Seite aufrufen. TYPO3 baut die Caches beim ersten Zugriff neu auf — der erste Aufruf dauert deshalb länger als gewohnt, das ist normal.

Was du nicht löschen darfst.

Die wichtigste Abgrenzung in diesem Text. Nicht angefasst werden:

  • fileadmin — dort liegen deine echten Dateien, Bilder und Dokumente.
  • uploads — ältere Dateiablage, ebenfalls echte Inhalte.
  • typo3conf mit der Konfiguration und bei klassischen Installationen den Extensions.
  • Die Cache-Ordner selbst — nur deren Inhalt.
  • Verarbeitete Bilder blind löschen ist unkritisch, erzeugt aber kurzzeitig hohe Last, weil alle neu berechnet werden (Bilder werden nicht angezeigt).

Wer unsicher ist, zieht vorher eine Sicherung. Das kostet Minuten und ist der Unterschied zwischen Aufräumen und Datenverlust.

Wann welche Ebene.

  1. Inhalt geändert, erscheint nicht: Seiten-Cache, dann vorgeschalteter Cache.
  2. TypoScript oder Konfiguration geändert: alle Caches.
  3. Extension installiert, aktualisiert oder entfernt: alle Caches plus Autoloader.
  4. Nach einem Update: alle Caches, Autoloader, Datenbankabgleich.
  5. Nach einem Umzug: alle Caches, danach Dateirechte prüfen.
  6. Weiße Seite: alle Caches per FTP, bevor du weiter suchst (Weiße Seite).

Caching-Probleme erkennen.

Typische Anzeichen: Eine Änderung erscheint bei dir, aber nicht bei anderen — oder umgekehrt. Eine Seite zeigt alte Inhalte, eine andere aktuelle. Nach dem Leeren ist alles kurz richtig und kippt dann zurück. Der letzte Fall deutet auf einen vorgeschalteten Cache hin, der unabhängig von TYPO3 arbeitet.

Zur Eingrenzung hilft ein Aufruf im privaten Fenster und ein Blick in die Antwortkopfzeilen des Servers: Viele Cache-Dienste schreiben dort hinein, ob eine Seite aus dem Zwischenspeicher kam. Das sagt dir in Sekunden, welche Ebene du suchst.

Weitere Cache-Ebenen.

Zwei Dinge liegen außerhalb von TYPO3 und werden regelmäßig übersehen. Der Opcode-Cache von PHP hält kompilierten Code im Speicher; nach dem Austausch von Dateien kann er veraltete Fassungen ausliefern, bis er geleert oder PHP neu gestartet wird. Und ein vorgeschalteter Dienst oder ein Caching-Modul des Hosters liefert fertige Seiten aus, bevor TYPO3 überhaupt startet — dort nützt jedes Leeren im Backend nichts. Frag im Zweifel beim Hoster nach, was zwischen Besucher und Installation liegt.

Dauerhaft im Griff.

  • Nach jedem Deploy oder Update einen festen Ablauf: Caches, Autoloader, Datenbankabgleich.
  • Redakteuren das Leeren des Seiten-Caches erlauben, nicht mehr.
  • Bei großen Installationen nicht gewohnheitsmäßig alles leeren — das erzeugt Last und lange Ladezeiten für die nächsten Besucher.
  • Prüfen, ob der Cache überhaupt greift: Seiten mit deaktiviertem Caching sind ein häufiger Grund für langsame Auslieferung (TYPO3 langsam).

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn Änderungen nicht erscheinen und du nicht findest, welche Ebene bremst, grenze ich das ein. Schreib mir mit Domain, TYPO3-Version und einer kurzen Beschreibung — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, ob ich der Richtige bin. Den Überblick über alle Themen gibt TYPO3-Fehler beheben. Wenn sich am Ende herausstellt, dass ein Wechsel die bessere Lösung ist: TYPO3 zu WordPress.

Fehleranalyse & Erste Hilfeab ~150 €

Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.

Stundensatz~95 €

Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.

Wartungab ~49 €/Monat

Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.

Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.

Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, Web-Entwickler aus Quakenbrück. Mein Schwerpunkt liegt auf WordPress — an TYPO3-Installationen arbeite ich dort, wo es um Betrieb und Fehlersuche geht: Ausfälle, Serverthemen, Datenbank, Mailversand, Updates und die Frage, wie es mit einer alten Installation weitergehen soll. Das sind die Probleme, bei denen die Ursache meist nicht im System selbst liegt, sondern darunter. Geht es um tiefe Entwicklung in TYPO3 — eigene Extensions, komplexe Mehrsprachigkeit, große Redaktionssysteme —, sage ich dir das offen und empfehle jemanden, der genau das macht. Ehrlich beraten heißt für mich auch, eine Anfrage abzugeben.

Häufige Fragen

FAQ — TYPO3-Cache leeren.

Wie leere ich den TYPO3-Cache?

Im Backend über die Schaltfläche in der Kopfleiste oder gründlicher im Wartungsbereich des Admin-Werkzeugs. Per Kommandozeile mit dem Befehl zum Leeren der Caches, ohne Zugang per FTP durch Entfernen der Cache-Inhalte.

Was ist der Unterschied zwischen Seiten-Cache und System-Cache?

Der Seiten-Cache enthält fertig erzeugte Inhalte und reicht nach Inhaltsänderungen. Der System-Cache enthält erzeugten Code und Konfiguration und muss nach Änderungen an Extensions, Konfiguration oder nach Updates geleert werden.

Welche Ordner darf ich per FTP löschen?

Nur die Inhalte der Cache-Verzeichnisse, nicht die Verzeichnisse selbst. Niemals fileadmin, uploads oder typo3conf — dort liegen echte Dateien und die Konfiguration.

Warum erscheint meine Änderung trotz geleertem Cache nicht?

Dann liegt es meist außerhalb von TYPO3: am Opcode-Cache von PHP, an einem vorgeschalteten Cache-Dienst oder am Browser. Die Antwortkopfzeilen des Servers verraten oft, welche Ebene geliefert hat.

Was gehört nach einem Update gemacht?

Alle Caches leeren, den Autoloader neu aufbauen und die Datenbankstruktur mit dem erwarteten Stand abgleichen. Diese drei Schritte zusammen lösen die meisten Folgeprobleme.

Sollte ich immer alle Caches leeren?

Nicht gewohnheitsmäßig. Bei großen Installationen erzeugt das spürbare Last, weil alles neu aufgebaut werden muss. Für Inhaltsänderungen reicht der Seiten-Cache.

Manuel Killert (rechts im Bild) mit einem FreundDas bin ich – rechts im Bild
Kontakt

Erzähl mir, was an deinem TYPO3 klemmt.

Beschreib kurz das Problem und nenn mir die TYPO3-Version — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, woran es liegt und was es kostet.

Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de