TYPO3 ist langsam — erst messen, dann schrauben.
Bei TYPO3 ist Langsamkeit selten ein einzelnes Problem, sondern eine Summe. Und sie hat meist eine andere Ursache als bei anderen Systemen: Nicht das Theme ist schuld, sondern dass der Cache nicht greift.
Die erste Frage lautet nicht „wie mache ich es schneller“, sondern „greift der Cache überhaupt“. Eine TYPO3-Seite aus dem Cache wird in Millisekunden ausgeliefert; eine ohne Cache baut jedes Mal alles neu auf. Ein einziges Inhaltselement mit deaktiviertem Caching kann eine ganze Seite ausbremsen. Erst danach kommen Datenbank, Bildverarbeitung, Extensions und Server.
Zuerst messen.
Ohne Zahlen verschlimmbessert man. Drei Messpunkte reichen für den Anfang: die Zeit bis zum ersten Byte vom Server, die Gesamtladezeit im Browser und die Zahl der Datenbankabfragen je Seitenaufruf. Der erste Wert trennt Serverproblem von Darstellungsproblem — ist er hoch, nützt jede Bildoptimierung nichts.
TYPO3 bringt dafür Bordmittel mit: Die Admin-Leiste im Frontend zeigt bei eingeschalteter Anzeige unter anderem Abfragen und Zeiten je Aufruf. Zusätzlich lässt sich im Backend auswerten, wie oft Seiten aus dem Cache kommen. Diese beiden Quellen beantworten die wichtigsten Fragen, bevor man ein Werkzeug installiert.
Greift der Cache?
Der entscheidende Punkt bei TYPO3. Eine gecachte Seite wird fertig aus der Datenbank geholt und ausgeliefert — schnell und kaum belastend. Eine ungecachte Seite wird komplett neu aufgebaut: TypoScript auswerten, Inhalte holen, Bilder prüfen, Ausgabe erzeugen. Der Unterschied liegt nicht bei Prozenten, sondern beim Mehrfachen.
Prüfen lässt sich das mit der Admin-Leiste oder daran, ob der zweite Aufruf derselben Seite deutlich schneller ist als der erste. Ist er es nicht, kommt die Seite nie aus dem Cache — und das ist dann die einzige Baustelle, die zählt.
Seiten ohne Cache aufspüren.
| Auslöser | Warum er den Cache verhindert |
|---|---|
| Inhaltselement mit deaktiviertem Caching | Eine Seite ist entweder ganz gecacht oder gar nicht |
| Formular auf der Seite | Verarbeitung erfordert frische Ausgabe |
| Extension, die ohne Cache arbeitet | Oft bei Listen, Suchen, Filtern |
| Adressparameter, die nicht als cachefähig gelten | Jede Variante erzeugt einen Neuaufbau oder umgeht den Cache |
| Benutzerabhängige Inhalte | Begrüßung, Warenkorb, geschützte Bereiche |
| Seite ausdrücklich auf nicht cachen gesetzt | In den Seiteneigenschaften oder per TypoScript |
Für benutzerabhängige Teile gibt es den richtigen Weg: Sie werden als eigenständiger Baustein nachgeladen, während der Rest der Seite gecacht bleibt. Das ist etwas Arbeit, aber der Unterschied zwischen einer Website, die unter Last zusammenbricht, und einer, die es nicht tut.
Datenbank und Indizes.
Zwei Dinge bremsen hier besonders. Erstens die Tabellen mit Protokoll- und Verlaufsdaten: Sie wachsen über Jahre und werden selten aufgeräumt. In alten Installationen liegen dort Millionen Zeilen, die niemand mehr braucht — TYPO3 bringt dafür geplante Aufräumvorgänge mit, die oft nie eingerichtet wurden. Zweitens gelöschte Inhalte: TYPO3 löscht nicht wirklich, sondern markiert. Diese Altlasten lassen sich im Wartungsbereich endgültig entfernen.
Prüfe außerdem, ob die Aufräumaufgaben überhaupt laufen. Der geplante Ablauf von TYPO3 braucht einen regelmäßigen Aufruf vom Server; fehlt der, passiert nichts — und das betrifft nicht nur das Aufräumen, sondern auch Suchindizes, Benachrichtigungen und Importe.
Bildverarbeitung.
Das Erzeugen bearbeiteter Bildfassungen ist teuer. Beim ersten Aufruf nach einer Änderung muss jede Größe neu berechnet werden — bei einer Seite mit zwanzig Bildern ist das spürbar. Normalerweise passiert das einmal, danach liegen die Dateien bereit.
Problematisch wird es, wenn die Verarbeitung bei jedem Aufruf erneut läuft: weil das Verzeichnis nicht beschreibbar ist, weil die Einträge nicht gespeichert werden oder weil der Speicherplatz voll ist. Symptom ist eine gleichmäßig langsame Website ohne erkennbares Muster. Und Redakteure, die Bilder direkt aus der Kamera hochladen, verschärfen das zusätzlich (Bilder in TYPO3).
Extensions messen.
Eine einzelne Extension kann eine Installation in die Knie zwingen — besonders solche, die bei jedem Aufruf etwas nachschlagen, externe Dienste anfragen oder große Listen aufbauen. Statt zu raten, hilft die Methode: In einer Kopie nacheinander deaktivieren und messen. Das dauert eine Stunde und liefert belastbare Zahlen statt Vermutungen.
Häufige Verdächtige sind Suchlösungen ohne eigenen Index, Erweiterungen für Statistik und Besucherzählung, Lösungen, die bei jedem Aufruf fremde Server fragen, und alte Extensions, die noch mit ineffizienten Abfragen arbeiten (Extension-Fehler).
Auslieferung im Browser.
Ist die Zeit bis zum ersten Byte in Ordnung, die Seite aber trotzdem träge, liegt es an dem, was danach passiert: zu viele und zu große Dateien, Bilder in voller Auflösung, Schriften von fremden Servern, Skripte, die das Rendern blockieren. TYPO3 kann Stylesheets und Skripte zusammenfassen und komprimieren — das ist konfigurierbar und in vielen Installationen nicht eingeschaltet.
Dazu kommen die üblichen Maßnahmen, die systemunabhängig gelten: moderne Bildformate, Bilder in der Größe ausliefern, in der sie angezeigt werden, Schriften lokal einbinden und auf die genutzten Schnitte beschränken (Schriften lokal einbinden).
Backend-Tempo.
Ein träges Backend hat eigene Ursachen, weil dort nichts gecacht wird. Typisch sind ein sehr großer Seitenbaum, viele Benutzer mit feingliedrigen Rechten, große Dateilisten und Extensions, die im Backend bei jedem Aufruf externe Server fragen — etwa für Lizenzprüfungen. Dazu kommt der Dateiindex: Eine Dateiverwaltung mit zehntausenden Einträgen macht jede Dateiauswahl langsam.
Was hilft: Dateien in Unterordner strukturieren statt alles in ein Verzeichnis zu legen, nicht genutzte Extensions entfernen und den Seitenbaum aufräumen. Und prüfen, ob die Protokolltabellen aufgeräumt werden — sie werden im Backend ständig abgefragt.
Server und PHP.
TYPO3 ist anspruchsvoller als viele andere Systeme und läuft auf günstigem Shared Hosting selten gut. Drei Punkte zählen besonders: eine aktuelle PHP-Version, die spürbar schneller ist als ältere; ausreichend Arbeitsspeicher; und ein eingeschalteter Opcode-Cache, der kompilierten Code im Speicher hält. Letzterer bringt bei TYPO3 mehr als bei den meisten anderen Systemen.
Prüfen lässt sich das im Install-Tool unter der Umgebungsübersicht. Zeigt sich dort, dass Grundlegendes fehlt, ist das Gespräch mit dem Hoster der wirksamste nächste Schritt — oder der Wechsel zu einem Anbieter, der auf TYPO3 eingerichtet ist.
Die Reihenfolge.
- Messen: Zeit bis zum ersten Byte, Gesamtladezeit, Abfragen je Aufruf.
- Cache prüfen: Kommt die Seite beim zweiten Aufruf aus dem Cache?
- Ungecachte Elemente finden und auf Nachladen umbauen.
- Datenbank aufräumen, geplante Vorgänge einrichten.
- Bildverarbeitung prüfen und Uploads begrenzen.
- Extensions messen und ausmisten.
- Auslieferung optimieren: zusammenfassen, komprimieren, Bilder.
- Server und PHP prüfen lassen.
In dieser Reihenfolge holst du den Großteil des Tempos, bevor du überhaupt an der Oberfläche schraubst.
Wenn du nicht weiterkommst.
Wenn deine Installation träge ist und du nicht weißt, wo die Zeit bleibt, messe ich das und sage dir, was wirklich wirkt. Schreib mir mit Domain, TYPO3-Version und einer kurzen Beschreibung — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, ob ich der Richtige bin. Den Überblick über alle Themen gibt TYPO3-Fehler beheben. Wenn sich am Ende herausstellt, dass ein Wechsel die bessere Lösung ist: TYPO3 zu WordPress.
Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.
Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.
Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.
Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.
Wer hilft.
Ich bin Manuel Killert, Web-Entwickler aus Quakenbrück. Mein Schwerpunkt liegt auf WordPress — an TYPO3-Installationen arbeite ich dort, wo es um Betrieb und Fehlersuche geht: Ausfälle, Serverthemen, Datenbank, Mailversand, Updates und die Frage, wie es mit einer alten Installation weitergehen soll. Das sind die Probleme, bei denen die Ursache meist nicht im System selbst liegt, sondern darunter. Geht es um tiefe Entwicklung in TYPO3 — eigene Extensions, komplexe Mehrsprachigkeit, große Redaktionssysteme —, sage ich dir das offen und empfehle jemanden, der genau das macht. Ehrlich beraten heißt für mich auch, eine Anfrage abzugeben.
FAQ — TYPO3 langsam.
Was ist die häufigste Ursache für ein langsames TYPO3?
Dass der Cache nicht greift. Eine gecachte Seite wird in Millisekunden ausgeliefert, eine ungecachte komplett neu aufgebaut. Ein einziges Element mit deaktiviertem Caching kann die ganze Seite ausbremsen.
Wie prüfe ich, ob der Cache greift?
Über die Admin-Leiste im Frontend oder einfach daran, ob der zweite Aufruf derselben Seite deutlich schneller ist als der erste. Ist er es nicht, kommt die Seite nie aus dem Cache.
Wie gehe ich mit benutzerabhängigen Inhalten um?
Sie werden als eigenständiger Baustein nachgeladen, während der Rest der Seite gecacht bleibt. Sonst muss die ganze Seite bei jedem Aufruf neu erzeugt werden.
Warum wird die Datenbank mit der Zeit langsam?
Weil Protokoll- und Verlaufstabellen über Jahre wachsen und gelöschte Inhalte nur markiert, nicht entfernt werden. TYPO3 bringt Aufräumvorgänge mit, die oft nie eingerichtet wurden.
Warum ist mein TYPO3-Backend so träge?
Weil dort nichts gecacht wird. Typisch sind ein großer Seitenbaum, viele Rechte, eine riesige Dateiverwaltung und Extensions, die bei jedem Aufruf fremde Server fragen.
Reicht günstiges Shared Hosting für TYPO3?
Selten. Wichtig sind eine aktuelle PHP-Version, ausreichend Arbeitsspeicher und ein eingeschalteter Opcode-Cache. Die Umgebungsübersicht im Install-Tool zeigt, was fehlt.
Das bin ich – rechts im BildErzähl mir, was an deinem TYPO3 klemmt.
Beschreib kurz das Problem und nenn mir die TYPO3-Version — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, woran es liegt und was es kostet.
Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de