TYPO3-Backup — eine Sicherung, die du nie eingespielt hast, ist keine.
Fast jeder hat Backups. Fast niemand hat sie je zurückgespielt. Genau in dem Moment, in dem es darauf ankommt, zeigt sich, ob die Sicherung vollständig, lesbar und aktuell ist — und dann ist es zu spät, das herauszufinden.
Ein TYPO3-Backup besteht immer aus zwei Teilen: den Dateien und der Datenbank, gesichert zum selben Zeitpunkt. Einzeln passen sie nicht zusammen, weil der Dateiindex in der Datenbank auf die Dateien verweist. Die Sicherung gehört außerhalb des Servers, es braucht mehrere Stände, und die Wiederherstellung muss getestet sein. Alles andere ist eine Annahme.
Was dazugehört.
| Teil | Inhalt | Pflicht? |
|---|---|---|
| Datenbank | Inhalte, Konfiguration, Benutzer, Dateiindex | Ja |
| Dateiablage | Bilder, Dokumente, Downloads | Ja |
| Konfiguration | Systemeinstellungen, Site-Konfiguration | Ja |
| Extensions | Bei klassischen Installationen die Dateien | Ja |
| Eigene Templates | Vorlagen und Gestaltung | Ja |
| Caches | Erzeugter Code | Nein — wird neu erzeugt |
| Verarbeitete Bilder | Zugeschnittene Fassungen | Nein — werden neu erzeugt |
Die beiden letzten Zeilen machen die Sicherung oft um ein Vielfaches kleiner. Bei einer Installation mit großer Mediathek sind die verarbeiteten Fassungen schnell umfangreicher als die Originale — sie wegzulassen spart Platz und Zeit, ohne dass etwas verloren geht.
Warum beides zusammengehört.
TYPO3 führt einen Index über alle Dateien in der Dateiablage. Dieser Index liegt in der Datenbank und verweist auf die physischen Dateien. Spielst du eine Datenbank von gestern mit Dateien von heute ein, zeigen Einträge auf Dateien, die es noch nicht gibt — oder umgekehrt fehlen Einträge zu vorhandenen Dateien.
Das Ergebnis sind Inhalte ohne Bild, Meldungen über fehlende Dateien und eine Dateiliste, die nicht zum tatsächlichen Bestand passt. Deshalb: beide Teile zum selben Zeitpunkt sichern und immer gemeinsam zurückspielen (Bilder fehlen).
Die Wege zur Sicherung.
- Über den Hoster: bequem, aber meist nicht in deiner Hand und selten getestet.
- Per Kommandozeile: zuverlässig, automatisierbar, braucht SSH.
- Über eine Extension: praktisch bei Hosting ohne SSH, dafür abhängig von Serverlimits.
- Manuell per FTP und Datenbankexport: funktioniert, wird aber vergessen.
Für eine ernsthaft betriebene Installation ist die Kommandozeile der Standard, am besten als automatischer Ablauf. Die Sicherung des Hosters ist eine sinnvolle Ergänzung, aber keine alleinige Grundlage — dazu unten mehr.
Per Kommandozeile.
DATUM=$(date +%Y-%m-%d)
ZIEL=/pfad/zu/backups
# Datenbank, mit bewusst gesetztem Zeichensatz
mysqldump --default-character-set=utf8mb4 \
-u BENUTZER -p DATENBANK | gzip > $ZIEL/db-$DATUM.sql.gz
# Dateien ohne Caches und verarbeitete Bilder
tar --exclude='var/cache' --exclude='typo3temp/var/cache' \
--exclude='fileadmin/_processed_' \
-czf $ZIEL/files-$DATUM.tar.gz /pfad/zur/installationPfade und Ausschlüsse an die Installation anpassen. Danach beide Dateien vom Server wegkopieren — eine Sicherung, die nur auf demselben Server liegt, ist bei einem Serverproblem mit weg.
Der entscheidende Schritt ist der letzte: wegkopieren. Ein Skript, das lokal sichert und die Dateien anschließend auf einen anderen Speicher überträgt, deckt die allermeisten Fälle ab.
Backups des Hosters.
Die meisten Anbieter sichern automatisch. Das ist gut und sollte trotzdem nicht die einzige Absicherung sein. Drei Fragen klären, was sie wert sind: Wie viele Stände werden aufbewahrt und wie weit reichen sie zurück? Kannst du selbst wiederherstellen oder braucht es ein Ticket mit Wartezeit? Und bekommst du die Sicherung auch herunter, wenn du den Anbieter wechseln willst?
Besonders der dritte Punkt ist wichtig: Eine Sicherung, die nur beim Anbieter liegt und sich nur dort einspielen lässt, hilft bei einem Streit oder einer Insolvenz nicht (Agentur wechseln).
Aufbewahrung.
- Täglich für die letzten sieben bis vierzehn Tage.
- Wöchentlich für die letzten ein bis zwei Monate.
- Monatlich für ein Jahr, wenn Platz und Datenschutz es zulassen.
- Vor jedem Eingriff eine zusätzliche Sicherung, unabhängig vom Rhythmus.
Warum so viele Stände? Weil Probleme oft verzögert auffallen. Ein fehlerhafter Import, eine gelöschte Seite, ein unbemerkter Einbruch — das merkt man selten am selben Tag. Mit nur einem Stand von gestern sicherst du dann genau den beschädigten Zustand.
Bei personenbezogenen Daten gilt die Einschränkung: Aufbewahrung braucht einen Grund und eine Frist. Das gehört ins Löschkonzept und sollte mit der Datenschutzberatung abgestimmt sein.
Wiederherstellung testen.
Das ist der Punkt, an dem es sich entscheidet — und der, den fast alle auslassen. Einmal im Jahr eine Sicherung in eine Testumgebung einspielen kostet zwei Stunden und beantwortet die Fragen, die sonst erst im Ernstfall auftauchen: Ist das Archiv vollständig? Lässt sich die Datenbank importieren? Stimmt der Zeichensatz? Fehlen Dateien?
Erfahrungsgemäß scheitert der erste Test in einem erheblichen Teil der Fälle — an einem fehlenden Verzeichnis, an einer abgebrochenen Datenbanksicherung oder an einer Kodierung, die niemand gesetzt hat. Besser, du findest das an einem ruhigen Dienstag heraus.
Im Ernstfall wiederherstellen.
- Erst sichern, was da ist — auch den kaputten Zustand. Er ist die einzige Quelle für alles, was nach dem Backup-Stand entstanden ist.
- Stand auswählen: möglichst kurz vor dem Problem, nicht der neueste.
- Dateien einspielen, Caches und verarbeitete Bilder ausgenommen.
- Datenbank importieren mit passendem Zeichensatz.
- Konfiguration prüfen: Zugangsdaten, Site-Konfiguration.
- Caches leeren, Datenbankabgleich, Dateiindex (Cache leeren).
- Testen und erst dann für Besucher freigeben.
Schritt eins klingt widersinnig und ist entscheidend: Wer sofort überschreibt, verliert alles, was zwischen Sicherung und Vorfall passiert ist — Bestellungen, Formulareingänge, Redaktionsarbeit.
Nur Teile zurückholen.
Oft braucht es keine komplette Wiederherstellung, sondern nur ein einzelnes Stück: eine gelöschte Seite, eine Datei, einen Inhaltsbereich. Dafür lohnt es sich, die Sicherung in eine separate Umgebung einzuspielen und das Gesuchte dort zu holen, statt die laufende Installation zurückzusetzen.
TYPO3 hilft dabei zusätzlich: Gelöschte Inhalte werden zunächst nur markiert und lassen sich im Papierkorb beziehungsweise über den Verlauf zurückholen — oft ist das der schnellere Weg als jedes Backup. Diese Altlasten gehören allerdings regelmäßig bereinigt, sonst wächst die Datenbank unnötig (Datenbank aufräumen).
Ein Konzept, das trägt.
- Automatisiert, weil manuelle Sicherungen vergessen werden.
- Außerhalb des Servers, am besten an zwei Orten.
- Mehrere Stände mit klarer Aufbewahrungsregel.
- Benachrichtigung bei Fehlschlag — ein stilles Scheitern ist schlimmer als keine Sicherung, weil man sich in Sicherheit wiegt.
- Jährlicher Wiederherstellungstest, dokumentiert.
- Zuständigkeit benannt: Wer prüft, dass es läuft?
Der vierte Punkt wird oft übersehen und ist der wichtigste nach dem Test: Ein Sicherungslauf, der seit drei Monaten scheitert, ohne dass jemand es merkt, ist der häufigste Grund dafür, dass im Ernstfall nichts da ist (TYPO3-Wartung).
Wenn du nicht weiterkommst.
Wenn du nicht sicher bist, ob deine Sicherungen taugen, teste ich die Wiederherstellung — und richte ein Konzept ein, das trägt. Schreib mir mit Domain, TYPO3-Version und einer kurzen Beschreibung — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, ob ich der Richtige bin. Den Überblick über alle Themen gibt TYPO3-Fehler beheben. Wenn sich am Ende herausstellt, dass ein Wechsel die bessere Lösung ist: TYPO3 zu WordPress.
Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.
Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.
Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.
Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.
Wer hilft.
Ich bin Manuel Killert, Web-Entwickler aus Quakenbrück. Mein Schwerpunkt liegt auf WordPress — an TYPO3-Installationen arbeite ich dort, wo es um Betrieb und Fehlersuche geht: Ausfälle, Serverthemen, Datenbank, Mailversand, Updates und die Frage, wie es mit einer alten Installation weitergehen soll. Das sind die Probleme, bei denen die Ursache meist nicht im System selbst liegt, sondern darunter. Geht es um tiefe Entwicklung in TYPO3 — eigene Extensions, komplexe Mehrsprachigkeit, große Redaktionssysteme —, sage ich dir das offen und empfehle jemanden, der genau das macht. Ehrlich beraten heißt für mich auch, eine Anfrage abzugeben.
FAQ — Backup & Wiederherstellung.
Was gehört in ein TYPO3-Backup?
Datenbank, Dateiablage, Konfiguration, bei klassischen Installationen die Extensions und eigene Templates. Caches und verarbeitete Bilder können weggelassen werden, sie werden neu erzeugt.
Warum müssen Dateien und Datenbank zusammen gesichert werden?
Weil der Dateiindex in der Datenbank auf die physischen Dateien verweist. Unterschiedliche Stände führen zu Inhalten ohne Bild und Meldungen über fehlende Dateien.
Reichen die Backups meines Hosters?
Als Ergänzung ja, als alleinige Grundlage nicht. Kläre, wie viele Stände es gibt, ob du selbst wiederherstellen kannst und ob du die Sicherung auch herunterbekommst, wenn du den Anbieter wechseln willst.
Wie oft sollte gesichert werden?
Täglich für die letzten ein bis zwei Wochen, wöchentlich für ein bis zwei Monate, monatlich für ein Jahr — und zusätzlich vor jedem Eingriff. Probleme fallen oft verzögert auf.
Warum soll ich die Wiederherstellung testen?
Weil sich erst dabei zeigt, ob das Archiv vollständig ist, die Datenbank importierbar und der Zeichensatz richtig. Ein erheblicher Teil der ersten Tests scheitert — besser an einem ruhigen Tag als im Ernstfall.
Was ist der erste Schritt bei einer Wiederherstellung?
Den aktuellen, auch kaputten Zustand sichern. Er ist die einzige Quelle für alles, was nach dem Backup-Stand entstanden ist — Bestellungen, Formulareingänge, Redaktionsarbeit.
Das bin ich – rechts im BildErzähl mir, was an deinem TYPO3 klemmt.
Beschreib kurz das Problem und nenn mir die TYPO3-Version — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, woran es liegt und was es kostet.
Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de