Manuel Killert
Ratgeber · TYPO3 · Redaktion

Der Editor frisst meine Formatierung — und das mit Absicht.

„Ich habe es fett gemacht, gespeichert, und es ist weg.“ Das ist kein Fehler, sondern eine Einstellung: TYPO3 filtert beim Speichern alles heraus, was nicht ausdrücklich erlaubt ist. Das ist sinnvoll — man muss nur wissen, wo die Liste steht.

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Kurz gesagt

Der Editor erlaubt nur, was in der Konfiguration freigegeben ist. Alles andere wird beim Speichern stillschweigend entfernt — ohne Meldung. Die zweite große Quelle für Ärger ist das Einfügen aus Word, das unsichtbare Formatierungen mitbringt. Beides lässt sich lösen: die erlaubten Elemente konfigurieren und der Redaktion zeigen, wie man sauber einfügt.

Warum der Editor filtert.

Der Rich-Text-Editor in TYPO3 arbeitet mit einer Positivliste: Erlaubt ist, was konfiguriert wurde, der Rest fliegt raus. Das klingt streng und hat einen guten Grund — es verhindert, dass die Website durch eingefügte Formatierungen auseinanderfällt und dass jeder Redakteur sein eigenes Aussehen produziert.

Der unangenehme Teil ist das Verhalten: Es gibt keine Warnung. Du formatierst, speicherst, und es ist weg. Wer das nicht weiß, hält den Editor für kaputt — und das ist der häufigste Anlass, warum Redakteure TYPO3 nicht mögen.

Formatierung verschwindet.

Was verschwindetWarum
Schriftfarben und -größenMeist bewusst nicht erlaubt
Bestimmte ÜberschriftenebenenNicht in der Liste der erlaubten Elemente
Eigene KlassenNicht in der Konfiguration hinterlegt
Inline-Formatierungen aus WordWerden beim Einfügen gefiltert
Tabellen oder ListenElement nicht freigegeben
Alles außer FließtextSehr restriktive Konfiguration

Die Frage ist dann nicht „wie bekomme ich es wieder“, sondern „soll das erlaubt sein“. Bei Schriftfarben lautet die Antwort meist nein — dafür gibt es Formatvorlagen. Bei fehlenden Überschriftenebenen oder Listen lautet sie ja, und die Konfiguration gehört angepasst.

Einfügen aus Word.

Der Klassiker. Texte aus Word oder anderen Textverarbeitungen bringen unsichtbare Formatierungen mit — Schriftarten, Größen, Abstände, teils ganze Strukturen. TYPO3 filtert beim Einfügen, aber nicht immer vollständig, und was durchkommt, zerstört die einheitliche Darstellung.

Was hilft, in dieser Reihenfolge: Text als unformatierten Text einfügen, über die entsprechende Tastenkombination oder die Einfügen-Funktion des Editors. Oder den Umweg über einen einfachen Texteditor, der alle Formatierungen entfernt. Danach wird im TYPO3-Editor formatiert — Überschriften, Listen, Hervorhebungen.

Das gehört in jede Redaktionsschulung, weil es täglich vorkommt und weil es der Unterschied zwischen einer sauberen und einer chaotischen Website ist (Schulung).

Formatvorlagen statt Handarbeit.

Der richtige Weg für wiederkehrende Gestaltung sind Formatvorlagen: vordefinierte Auszeichnungen, die der Redakteur auswählt — etwa „Hinweiskasten“, „Zitat“, „Einleitung“. Dahinter liegt eine Klasse, die das Theme gestaltet.

Der Vorteil gegenüber Handformatierung: Das Aussehen bleibt einheitlich, lässt sich zentral ändern und kann nicht versehentlich falsch gesetzt werden. Für die Redaktion ist es außerdem einfacher — ein Klick statt drei Einstellungen. Wenn eine Website viele handformatierte Stellen hat, lohnt es, die häufigsten als Vorlagen anzulegen.

Erlaubte Elemente konfigurieren.

Die Konfiguration des Editors liegt in einer eigenen Datei und wird je nach Inhaltstyp oder Feld zugewiesen. Dort steht, welche Schaltflächen erscheinen, welche Elemente erlaubt sind und welche Klassen gesetzt werden dürfen.

Zwei Dinge sind dabei wichtig. Erstens gibt es mehrere mitgelieferte Voreinstellungen — von minimal bis umfangreich. Die Wahl der Voreinstellung bestimmt schon viel. Zweitens muss die erlaubte Liste zur Ausgabe passen: Ein Element, das der Editor erlaubt, aber die Ausgabe-Konfiguration herausfiltert, verschwindet trotzdem — nur eben erst im Frontend. Diese Doppelung ist eine klassische Stolperfalle (TypoScript).

Der Editor bietet eine eigene Linkverwaltung mit mehreren Typen: interne Seite, Datei, externe Adresse, E-Mail, Telefon. Interne Links sollten immer über die Seitenauswahl gesetzt werden, nicht als ausgeschriebene Adresse — dann bleiben sie gültig, wenn sich die Adresse der Zielseite ändert.

Ein häufiges Problem nach Umzügen: Links, die als vollständige Adresse mit der alten Domain eingetragen wurden. Die zeigen ins Leere, und da sie im Text stehen, findet man sie nur mit einer Suche über die Datenbank. Deshalb die Regel für die Redaktion: intern immer über die Auswahl, nie von Hand (Umzug).

Bilder im Text.

Bilder lassen sich direkt im Editor einfügen, wenn das konfiguriert ist. Ob das sinnvoll ist, hängt vom Projekt ab: Es gibt Redaktionen, die das brauchen, und es gibt gute Gründe dagegen — Bilder im Fließtext lassen sich schlechter responsiv steuern und werden oft in voller Größe eingebunden.

Die Alternative sind eigene Inhaltselemente für Text mit Bild, bei denen Größe, Position und Ausgabe vom Template bestimmt werden. Für die meisten Websites ist das die bessere Wahl, weil das Ergebnis einheitlich bleibt. Wo Bilder im Text erlaubt sind, gehört zumindest der Alternativtext gepflegt (Barrierefreiheit).

Tabellen.

Tabellen im Editor sind ein Dauerthema. Sie werden gern für Layout verwendet, was auf Mobilgeräten zu unbrauchbaren Ergebnissen führt und für Screenreader problematisch ist. Für echte Datentabellen sind sie richtig — dann aber mit Kopfzeile, damit die Struktur erkennbar ist.

Wenn Tabellen häufig für Gegenüberstellungen genutzt werden, lohnt oft ein eigenes Inhaltselement, das die Daten strukturiert aufnimmt und auf dem Handy sinnvoll umbricht. Das kostet einmalig Aufwand und löst ein wiederkehrendes Problem.

Was die Redaktion wissen muss.

  1. Immer unformatiert einfügen und danach im Editor formatieren.
  2. Überschriften als Struktur nutzen, nicht als Gestaltungsmittel — keine Ebene überspringen.
  3. Formatvorlagen verwenden, statt Aussehen von Hand zu bauen.
  4. Interne Links über die Auswahl setzen, nie als ausgeschriebene Adresse.
  5. Keine leeren Absätze für Abstände — dafür ist das Layout zuständig.
  6. Nach dem Speichern prüfen, ob alles noch da ist.

Diese sechs Punkte auf einer Seite ausgedruckt lösen den Großteil der täglichen Editor-Probleme.

Weitere Fehlerbilder.

  • Editor lädt gar nicht: Skriptfehler, oft durch ein Optimierungs-Plugin oder eine veraltete Extension.
  • Schaltflächen fehlen: andere Voreinstellung aktiv oder Rechte eingeschränkt (Rechte).
  • Umlaute werden zu Zeichenmüll: Zeichensatzproblem, meist nach einem Umzug (Datenbank).
  • Änderungen erscheinen nicht: Cache (Cache leeren).
  • Nach einem Update anders: Der Editor wurde zwischen TYPO3-Versionen ausgetauscht — die Konfiguration muss nachgezogen werden (Update-Fehler).

Der letzte Punkt betrifft Installationen, die größere Versionssprünge gemacht haben: Konfigurationen für den alten Editor wirken nicht mehr, und dann fehlen plötzlich Schaltflächen oder Formatvorlagen.

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn der Editor Formatierungen frisst oder Redakteure damit nicht arbeiten können, passe ich die Konfiguration an eure Bedürfnisse an. Schreib mir mit Domain, TYPO3-Version und einer kurzen Beschreibung — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, ob ich der Richtige bin. Den Überblick über alle Themen gibt TYPO3-Fehler beheben. Wenn sich am Ende herausstellt, dass ein Wechsel die bessere Lösung ist: TYPO3 zu WordPress.

Fehleranalyse & Erste Hilfeab ~150 €

Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.

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Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.

Wartungab ~49 €/Monat

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Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, Web-Entwickler aus Quakenbrück. Mein Schwerpunkt liegt auf WordPress — an TYPO3-Installationen arbeite ich dort, wo es um Betrieb und Fehlersuche geht: Ausfälle, Serverthemen, Datenbank, Mailversand, Updates und die Frage, wie es mit einer alten Installation weitergehen soll. Das sind die Probleme, bei denen die Ursache meist nicht im System selbst liegt, sondern darunter. Geht es um tiefe Entwicklung in TYPO3 — eigene Extensions, komplexe Mehrsprachigkeit, große Redaktionssysteme —, sage ich dir das offen und empfehle jemanden, der genau das macht. Ehrlich beraten heißt für mich auch, eine Anfrage abzugeben.

Häufige Fragen

FAQ — Editor formatiert falsch.

Warum verschwindet meine Formatierung nach dem Speichern?

Weil der Editor mit einer Positivliste arbeitet: Erlaubt ist nur, was konfiguriert wurde. Alles andere wird beim Speichern ohne Meldung entfernt.

Wie füge ich Text aus Word richtig ein?

Als unformatierten Text, über die entsprechende Tastenkombination oder die Einfügen-Funktion des Editors. Danach wird im TYPO3-Editor formatiert — Überschriften, Listen, Hervorhebungen.

Was sind Formatvorlagen und warum sind sie besser?

Vordefinierte Auszeichnungen wie Hinweiskasten oder Zitat, hinter denen eine Klasse liegt. Das Aussehen bleibt einheitlich, lässt sich zentral ändern und ist für die Redaktion einfacher als Handformatierung.

Wie setze ich interne Links richtig?

Immer über die Seitenauswahl des Editors, nie als ausgeschriebene Adresse. Dann bleiben sie gültig, wenn sich die Adresse der Zielseite ändert oder die Website umzieht.

Warum fehlen nach einem Update Schaltflächen im Editor?

Weil der Editor zwischen TYPO3-Versionen ausgetauscht wurde. Konfigurationen für den alten Editor wirken nicht mehr und müssen nachgezogen werden.

Sollen Bilder direkt im Text eingefügt werden?

Meist besser nicht. Eigene Inhaltselemente für Text mit Bild liefern einheitliche Ergebnisse, weil Größe, Position und Ausgabe vom Template bestimmt werden.

Manuel Killert (rechts im Bild) mit einem FreundDas bin ich – rechts im Bild
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