WordPress-Backup — das erst im Notfall zeigt, ob es taugt.
Ein Backup hat fast jeder — irgendwo, irgendwie. Ob es im Ernstfall funktioniert, wissen die wenigsten. Hier steht, was ein Backup enthalten muss, wo es liegen darf, wie oft es laufen sollte und wie du die Wiederherstellung testest, bevor du sie brauchst.
Ein brauchbares Backup sichert Dateien und Datenbank, läuft automatisch, liegt außerhalb des Servers (Cloud-Speicher, anderer Anbieter), behält mehrere Generationen und wurde mindestens einmal wiederhergestellt. Dazu ein manuelles Backup vor jedem Update. Das Hoster-Backup ist eine gute Ergänzung, aber kein Ersatz.
Was gesichert werden muss.
| Bestandteil | Enthält | Ohne das … |
|---|---|---|
| Datenbank | Beiträge, Seiten, Einstellungen, Nutzer, Bestellungen, Plugin-Daten | … sind alle Inhalte weg |
| wp-content/uploads | Alle hochgeladenen Bilder und Dateien | … fehlen alle Medien |
| wp-content/themes und plugins | Theme mit Anpassungen, Plugins mit Lizenzen | … muss alles neu installiert werden |
| wp-config.php und .htaccess | Zugangsdaten, Schlüssel, Serverregeln | … fehlen Konfiguration und Weiterleitungen |
| WordPress-Kern | Systemdateien | … neu ladbar, aber praktisch im Komplettbackup |
Bei Shops und Lernplattformen ist die Datenbank besonders kritisch: Jede Stunde ohne Sicherung bedeutet verlorene Bestellungen oder Lernstände. Hier sind stündliche Datenbank-Backups sinnvoll.
Drei Wege: Plugin, Hoster, manuell.
Backup-Plugin
UpdraftPlus, BackWPup, Duplicator, WPvivid und andere sichern nach Zeitplan und laden zu Cloud-Speichern hoch (Google Drive, Dropbox, S3, FTP). Vorteil: unabhängig vom Hoster, Wiederherstellung aus WordPress heraus. Nachteil: läuft auf demselben Server — bei sehr großen Seiten langsam, bei Serverausfall nicht erreichbar, deshalb externer Speicherort Pflicht.
Hoster-Backup
Die meisten Hoster sichern täglich und bieten Wiederherstellung per Klick. Vorteil: nichts einzurichten. Nachteil: oft nur wenige Tage Vorhaltezeit, gleicher Anbieter (bei Kontosperrung oder Insolvenz weg), Wiederherstellung meist nur komplett. Gut als zweite Ebene.
Manuell oder per WP-CLI
Datenbank-Export per phpMyAdmin oder wp db export, Dateien per SFTP oder rsync. Für Entwickler und vor großen Eingriffen ideal — als einzige Strategie zu fehleranfällig, weil sie vergessen wird.
Die fünf Regeln.
- Automatisch: Was manuell gemacht werden muss, wird nicht gemacht.
- Außerhalb des Servers: Ein Backup im selben Hosting-Konto stirbt mit dem Server.
- Mehrere Generationen: Wird ein Hack erst nach zwei Wochen bemerkt, braucht es ein Backup von vor drei.
- Vollständig: Dateien und Datenbank, nicht nur eins von beiden.
- Getestet: Mindestens einmal auf einer Testumgebung wiederhergestellt.
Wie oft und wie lange.
| Website | Datenbank | Dateien | Aufbewahrung |
|---|---|---|---|
| Unternehmenswebsite, selten geändert | Täglich | Wöchentlich | 30 Tage plus monatlich 1 Jahr |
| Blog, regelmäßige Inhalte | Täglich | Täglich | 30 Tage |
| Shop, Lernplattform, Mitgliederbereich | Stündlich bis mehrmals täglich | Täglich | 30–90 Tage |
| Vor Updates und Änderungen | Manuell zusätzlich | Manuell zusätzlich | Bis die Änderung geprüft ist |
Wiederherstellung testen.
Der einzige Beweis, dass ein Backup funktioniert: Es auf einer Testumgebung (Staging beim Hoster oder Subdomain) einspielen und prüfen — Startseite, Backend, Bilder, Formulare, Shop. Einmal im Jahr, und nach jeder Änderung an der Backup-Konfiguration. Wer das nie tut, entdeckt im Notfall leere Archive, fehlende Uploads oder ein Datenbank-Export, der bei 50 % abgebrochen ist.
Backup einspielen: Ablauf.
- Aktuellen Zustand sichern — auch den kaputten, für die Analyse.
- Richtiges Backup wählen: das letzte, das nachweislich vor dem Problem lag.
- Dateien einspielen per Plugin, Hoster oder SFTP.
- Datenbank importieren, bei Bedarf URLs anpassen (wie beim Umzug).
- Prüfen: Backend, Startseite, Unterseiten, Formulare, Shop, Anmeldung.
- Änderungen nachziehen, die seit dem Backup gemacht wurden — Bestellungen, Beiträge, Uploads.
- Ursache klären: Ein Backup heilt das Symptom. Update-Fehler, Hack oder Plugin-Konflikt müssen trotzdem behoben werden (Fehler beheben, Hack).
Typische Fehler.
- Backup nur auf dem Server — bei Serverausfall oder Sperrung weg.
- Nur Datenbank oder nur Dateien gesichert.
- Backup-Plugin bricht bei großen Seiten wegen Zeitlimit ab, niemand liest die Fehlermeldung.
- Cloud-Speicher voll, Backups seit Monaten gescheitert.
- Nie wiederhergestellt — erst im Notfall zeigt sich das Problem.
- Backup-Archive öffentlich erreichbar im Uploads-Ordner — ein Datenleck.
- Zugangsdaten zum Backup-Speicher nur im Kopf eines ehemaligen Dienstleisters.
Backup-Strategie einrichten und einmal testen gehört zu jeder Wartung — oder als einmaliger Auftrag: WordPress-Hilfe.
Wer hilft.
Ich bin Manuel Killert, WordPress-Entwickler aus Quakenbrück. Seit 2020 baue und betreue ich WordPress-Websites — für Handwerksbetriebe, Industrie, Gastronomie, Start-ups und Vereine —, entwickle eigene Plugins und unterrichte WordPress als Dozent an der KW Design Akademie. Das heißt: Ich kenne die typischen Fehler nicht nur aus Foren, sondern aus eigenen Projekten, und ich kann sie so erklären, dass du sie beim nächsten Mal selbst erkennst. Du erreichst mich direkt, ohne Ticketsystem.
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Was muss ein WordPress-Backup enthalten?
Die Datenbank mit allen Inhalten, Einstellungen, Nutzern und Bestellungen sowie die Dateien, vor allem wp-content mit Uploads, Themes und Plugins, dazu wp-config.php und .htaccess. Nur Dateien oder nur Datenbank zu sichern reicht nicht.
Wie oft sollte ich WordPress sichern?
Unternehmenswebsites täglich die Datenbank und wöchentlich die Dateien, Blogs täglich beides, Shops und Lernplattformen die Datenbank stündlich bis mehrmals täglich. Vor jedem Update zusätzlich ein manuelles Backup. Aufbewahrung mindestens 30 Tage mit mehreren Generationen.
Reicht das Backup meines Hosters?
Als zweite Ebene ist es wertvoll, als einzige Strategie nicht. Hoster-Backups haben oft kurze Vorhaltezeiten, liegen beim selben Anbieter und lassen sich meist nur komplett wiederherstellen. Ein eigenes Backup außerhalb des Servers ergänzt das.
Welches Backup-Plugin ist empfehlenswert?
UpdraftPlus, BackWPup, Duplicator oder WPvivid sichern nach Zeitplan und laden zu Cloud-Speichern wie Google Drive, Dropbox oder S3 hoch. Wichtig ist weniger das Plugin als der externe Speicherort, die Vollständigkeit und ein getesteter Wiederherstellungslauf.
Wie teste ich, ob mein Backup funktioniert?
Indem es auf einer Testumgebung wie Staging beim Hoster oder einer Subdomain eingespielt und geprüft wird: Backend, Startseite, Bilder, Formulare, Shop. Das sollte mindestens einmal im Jahr und nach jeder Änderung der Backup-Einstellungen passieren.
Wie spiele ich ein WordPress-Backup wieder ein?
Zuerst den aktuellen Zustand sichern, dann das letzte Backup vor dem Problem wählen, Dateien und Datenbank einspielen, bei Bedarf URLs anpassen, alles prüfen und die seit dem Backup gemachten Änderungen nachziehen. Die Ursache des Problems muss zusätzlich behoben werden.
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