Manuel Killert
Ratgeber · Weiterleitungen · SEO

Weiterleitungen einrichten — alte Adressen sauber umlenken.

Eine Seite umbenannt, einen Beitrag gelöscht, die Struktur aufgeräumt: Jedes Mal zeigen Links von außen und Google-Treffer ins Leere. Weiterleitungen fangen das ab und retten die aufgebaute Sichtbarkeit. Hier steht, welcher Typ wann richtig ist und wie du es ohne Nebenwirkungen umsetzt.

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Kurz gesagt

Für dauerhafte Umzüge gilt die 301: Sie sagt Browsern und Google, dass die Adresse endgültig gewechselt hat, und überträgt die Sichtbarkeit auf das neue Ziel. Die 302 ist nur für vorübergehende Fälle. Umgesetzt wird sie per Plugin (bequem), in der .htaccess (schnellster Weg) oder per Code. Wichtig: keine Ketten, keine Schleifen, und immer auf eine inhaltlich passende Seite leiten, nicht pauschal auf die Startseite.

301, 302 und der Rest.

CodeBedeutungEinsatz
301Dauerhaft umgezogenUmbenannte Seiten, Relaunch, Domainwechsel — der Standardfall
302VorübergehendAktion, Wartung, zeitlich begrenzte Landingpage
307Vorübergehend, Methode bleibtSelten, bei Formularen
410Endgültig gelöschtInhalt existiert nicht mehr und bekommt keinen Ersatz
404Nicht gefundenStandard, wenn nichts eingerichtet ist

Ein häufiger Irrtum: Auch eine 410 ist in Ordnung. Wenn eine Seite wirklich weg ist und es keinen passenden Ersatz gibt, ist ein klares Signal besser als eine Weiterleitung auf die Startseite, die niemandem hilft.

Wann du weiterleitest.

  • Der Permalink einer Seite oder eines Beitrags ändert sich.
  • Zwei ähnliche Seiten werden zu einer zusammengeführt.
  • Eine Kategorie- oder Produktstruktur wird umgebaut.
  • Die Domain wechselt oder von www auf ohne www vereinheitlicht wird (WordPress-Umzug).
  • Ein Relaunch ändert die Adressstruktur.
  • Ein Produkt läuft aus und hat einen Nachfolger.

Nicht weiterleiten solltest du dagegen bei Inhalten, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben. Google wertet das als weiche 404 und ignoriert die Weiterleitung.

Weg 1: Plugin.

Für die meisten Websites die richtige Wahl. Das Plugin Redirection ist verbreitet, kostenlos und protokolliert nebenbei alle 404-Fehler — damit siehst du, welche Adressen überhaupt aufgerufen werden und eine Weiterleitung brauchen. Auch SEO-Plugins wie Rank Math oder Yoast bringen in ihren erweiterten Fassungen Weiterleitungen mit und bieten an, beim Ändern eines Permalinks automatisch eine 301 anzulegen. Das ist praktisch, sollte aber kontrolliert werden, damit keine unnötigen Ketten entstehen. Nachteil aller Plugin-Lösungen: Die Weiterleitung läuft durch WordPress, ist also minimal langsamer als eine Serverregel. Bei einigen Dutzend Regeln spielt das keine Rolle.

Weg 2: .htaccess.

Auf Apache-Servern die schnellste Variante, weil der Server umleitet, bevor WordPress überhaupt startet. Geeignet für Domainwechsel, ganze Verzeichnisse und Muster. Die eigenen Regeln gehören über den WordPress-Block, nicht hinein — sonst werden sie beim nächsten Speichern der Permalinks überschrieben.

Beispiele für die .htaccess (über dem WordPress-Block)
# Einzelne Seite dauerhaft umziehen
Redirect 301 /alte-seite/ https://deine-domain.de/neue-seite/

# Ganzes Verzeichnis samt Unterseiten
RedirectMatch 301 ^/altes-verzeichnis/(.*)$ https://deine-domain.de/neues-verzeichnis/$1

# Alte Datumsstruktur auf neue Beitragsadresse
RewriteEngine On
RewriteRule ^blog/[0-9]{4}/[0-9]{2}/([^/]+)/?$ /ratgeber/$1/ [R=301,L]

# Gelöschter Inhalt ohne Ersatz
Redirect 410 /eingestelltes-produkt/

Nach jeder Änderung sofort testen: Ein Tippfehler in der .htaccess kann die ganze Website mit Fehler 500 lahmlegen. Vorher eine Kopie der Datei sichern.

Weg 3: per Code.

Wenn Regeln von Bedingungen abhängen — etwa nur für angemeldete Nutzer, nur für bestimmte Inhaltstypen oder mit Daten aus der Datenbank — ist eine kleine Funktion im eigenen Plugin der sauberste Weg.

Weiterleitungen per Code (Mini-Plugin)
add_action( 'template_redirect', function () {
    if ( ! is_404() ) return;

    $karte = [
        '/alte-leistung/'        => '/neue-leistung/',
        '/team/max-mustermann/'  => '/team/',
    ];
    $pfad = untrailingslashit( parse_url( $_SERVER['REQUEST_URI'], PHP_URL_PATH ) ) . '/';

    if ( isset( $karte[ $pfad ] ) ) {
        wp_safe_redirect( home_url( $karte[ $pfad ] ), 301 );
        exit;
    }
} );

Der Haken greift nur, wenn WordPress sonst eine 404 ausgeben würde. Damit kollidiert er nicht mit bestehenden Seiten.

Relaunch: viele Adressen auf einmal.

  1. Alle alten Adressen sammeln: aus der Sitemap, aus der Search Console und aus den Zugriffsprotokollen der letzten Monate.
  2. Zuordnung bauen: eine Tabelle mit zwei Spalten, alt und neu. Jede alte Adresse bekommt ein inhaltlich passendes Ziel.
  3. Prioritäten setzen: Seiten mit Verweisen von außen und mit Google-Klicks zuerst.
  4. Importieren: Redirection kann die Tabelle als CSV einlesen.
  5. Nach dem Livegang prüfen: Stichproben aufrufen, Protokoll der 404-Fehler beobachten, Search Console kontrollieren (Staging auf Live übertragen).

Ketten, Schleifen und andere Fallen.

  • Ketten: A leitet auf B, B auf C. Jede Station kostet Zeit. Immer direkt auf das endgültige Ziel zeigen.
  • Schleifen: A auf B und B zurück auf A — die Seite ist dann gar nicht erreichbar (zu viele Weiterleitungen).
  • Alles auf die Startseite: bringt weder Besuchern noch Google etwas.
  • Weiterleitung statt Canonical: Bei Inhalten, die unter zwei Adressen erreichbar bleiben sollen, ist ein Canonical-Tag richtig, keine Weiterleitung.
  • Interne Links nicht angepasst: Wenn die eigene Website noch auf alte Adressen verweist, läuft jeder Klick durch eine Weiterleitung. Interne Links gehören aktualisiert.
  • Vergessene Weiterleitungen nach Jahren: Einmal jährlich aufräumen, was niemand mehr aufruft.

Prüfen.

Weiterleitungskette im Terminal ansehen
# Zeigt jede Station mit Statuscode und Ziel
curl -sIL --max-redirs 10 https://deine-domain.de/alte-seite/ | grep -iE "^HTTP|^location"

# Erwartet: genau ein 301 und danach 200 auf der neuen Adresse

Mehr als eine Weiterleitung hintereinander ist eine Kette und sollte aufgelöst werden. Online-Werkzeuge zeigen dasselbe im Browser.

Wenn du nicht weiterkommst.

Bei einem Relaunch mit hunderten Adressen baue ich die Zuordnung, spiele sie ein und kontrolliere hinterher, dass nichts ins Leere läuft. Ich richte das ein, prüfe die Einbindung und erkläre dir, worauf es ankommt: WordPress-Hilfe. Damit es dauerhaft sauber bleibt: WordPress-Wartung.

Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, WordPress-Entwickler aus Quakenbrück. Seit 2020 baue und betreue ich WordPress-Websites — für Handwerksbetriebe, Industrie, Gastronomie, Start-ups und Vereine —, entwickle eigene Plugins und unterrichte WordPress als Dozent an der KW Design Akademie. Das heißt: Ich kenne die typischen Fehler nicht nur aus Foren, sondern aus eigenen Projekten, und ich kann sie so erklären, dass du sie beim nächsten Mal selbst erkennst. Du erreichst mich direkt, ohne Ticketsystem.

Häufige Fragen

FAQ — Weiterleitungen in WordPress einrichten.

Was ist der Unterschied zwischen 301 und 302?

Die 301 sagt, dass eine Adresse dauerhaft umgezogen ist, und überträgt die Sichtbarkeit auf das neue Ziel. Die 302 ist nur vorübergehend und wird für Aktionen oder Wartung genutzt.

Wie richte ich eine Weiterleitung in WordPress ein?

Am einfachsten mit dem Plugin Redirection oder der Weiterleitungsfunktion eines SEO-Plugins. Schneller ist eine Regel in der .htaccess, weil der Server umleitet, bevor WordPress startet.

Wo gehören eigene Regeln in der .htaccess hin?

Über den WordPress-Block. Innerhalb des Blocks werden sie beim nächsten Speichern der Permalinks überschrieben.

Darf ich alle alten Seiten auf die Startseite weiterleiten?

Besser nicht. Google wertet das als weiche 404, und Besucher finden nicht, was sie suchen. Jede Adresse sollte ein inhaltlich passendes Ziel bekommen oder eine 410, wenn es keinen Ersatz gibt.

Was sind Weiterleitungsketten und warum sind sie schlecht?

Wenn A auf B und B auf C leitet. Jede Station kostet Ladezeit. Weiterleitungen sollten immer direkt auf das endgültige Ziel zeigen.

Wie prüfe ich, ob eine Weiterleitung funktioniert?

Im Terminal mit curl und den Optionen -IL oder mit einem Redirect-Checker im Browser. Erwartet wird genau ein 301 und danach der Statuscode 200 auf der neuen Adresse.

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