TYPO3 mehrsprachig — eine der echten Stärken, wenn man sie richtig nutzt.
Mehrsprachigkeit ist in TYPO3 im Kern verankert und deutlich durchdachter als in den meisten anderen Systemen. Genau deshalb gibt es mehr Einstellungen — und mehr Stellen, an denen eine falsche Entscheidung später Arbeit macht.
Sprachen werden in der Site-Konfiguration definiert, mit eigenem Adresspräfix und einer Regel für fehlende Übersetzungen. Je Seite und je Inhaltselement entscheidest du zwischen verbundener Übersetzung (Struktur bleibt gekoppelt) und freier Übersetzung (unabhängig). Diese Wahl trifft man am Anfang — sie später zu ändern ist aufwendig. Der häufigste Fehler ist, sie gar nicht bewusst zu treffen.
Wie TYPO3 Sprachen führt.
Anders als Systeme, die Übersetzungen als eigenständige Seiten anlegen, arbeitet TYPO3 mit einer Standardsprache und Übersetzungen, die daran hängen. Jede Seite und jedes Inhaltselement kann eine Übersetzung in jeder konfigurierten Sprache haben — mit einer Verbindung zum Original.
Das hat einen großen Vorteil: Die Struktur bleibt konsistent, und man sieht sofort, was übersetzt ist und was nicht. Es hat aber auch eine Konsequenz: Die Sprachversionen sind nicht völlig unabhängig voneinander. Wer in jeder Sprache eine ganz eigene Seitenstruktur braucht, muss das bewusst anders lösen.
Sprachen in der Site-Konfiguration.
Dort wird jede Sprache mit mehreren Angaben definiert. Die wichtigsten:
| Angabe | Bedeutung | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Sprach-ID | Interne Kennung, Null ist die Standardsprache | Nachträglich ändern — bricht alle Verknüpfungen |
| Adresspräfix | Teil der Adresse, etwa /en/ | Abweichung zu bestehenden Links |
| Sprachcode | Für die Auszeichnung im Dokument | Falscher oder fehlender Regionalteil |
| Fallback-Typ | Verhalten bei fehlender Übersetzung | Nicht bewusst gesetzt |
| Fallback-Kette | Welche Sprache ersatzweise greift | Leer gelassen |
| Aktiv | Sprache verfügbar oder nicht | Vergessen zu aktivieren |
Die Sprach-ID ist die kritischste Angabe: Sie verbindet Übersetzungen mit ihren Originalen. Sie nachträglich zu ändern, trennt diese Verbindung — mit der Folge, dass Übersetzungen verwaisen. Leg sie zu Beginn fest und fass sie nicht mehr an.
Fehlende Übersetzungen.
Was passiert, wenn eine Seite in der gewählten Sprache nicht existiert? Darauf gibt es drei mögliche Antworten, und du musst eine davon bewusst wählen:
- Inhalt der Standardsprache zeigen: Die Seite erscheint, aber in der falschen Sprache. Für Besucher irritierend, für Suchmaschinen problematisch.
- Auf eine andere Sprache ausweichen: Über eine Kette, etwa Schweizerdeutsch auf Deutsch.
- Nicht anzeigen: Die Seite liefert einen 404. Sauber, aber nur sinnvoll, wenn der Sprachumschalter das berücksichtigt.
Die dritte Variante ist bei gepflegten Websites meist die richtige — vorausgesetzt, nicht übersetzte Seiten werden auch im Menü und im Sprachumschalter ausgeblendet. Sonst führen Links ins Leere (Seite nicht gefunden).
Verbunden oder frei übersetzen.
Für Inhaltselemente gibt es zwei grundsätzliche Arbeitsweisen. Bei der verbundenen Übersetzung hängt jedes übersetzte Element an seinem Original: Wird in der Standardsprache ein Element verschoben oder gelöscht, wirkt sich das auf die Übersetzung aus. Das hält die Struktur synchron und eignet sich, wenn alle Sprachen denselben Aufbau haben sollen.
Bei der freien Übersetzung sind die Elemente unabhängig: Jede Sprache kann eigene Inhalte in eigener Reihenfolge haben. Das gibt Freiheit, verliert aber die Kopplung — Änderungen in der Standardsprache ziehen nicht nach.
Diese Entscheidung gehört an den Anfang eines Projekts und sollte für die ganze Website einheitlich sein. Ein Wechsel mitten im Betrieb ist aufwendig und fehleranfällig.
Inhalte übersetzen.
Im Backend gibt es dafür eine eigene Ansicht, in der Original und Übersetzung nebeneinander stehen. Von dort lassen sich Elemente übersetzen, und TYPO3 merkt sich die Verbindung. Praktisch dabei: Man sieht auf einen Blick, welche Elemente noch keine Übersetzung haben.
Für größere Mengen gibt es Erweiterungen, die Inhalte exportieren, extern übersetzen lassen und wieder importieren — sinnvoll bei Agenturübersetzungen. Wer maschinell übersetzt, sollte die Besonderheiten kennen: Fachbegriffe gehören in ein Glossar, die Ansprache muss festgelegt sein, und die wichtigsten Seiten brauchen einen menschlichen Blick (KI-Übersetzung).
Adressen und Sprachkürzel.
Üblich ist ein Präfix im Pfad, etwa ein Sprachkürzel direkt nach der Domain. Alternativ sind eigene Domains je Sprache möglich — das ist aufwendiger, aber für Märkte mit eigener Länderdomain sinnvoll.
Wichtig ist Konsistenz: Das in der Konfiguration hinterlegte Kürzel muss zu dem passen, was in bestehenden Links und in der Sitemap steht. Eine Abweichung erzeugt flächendeckend 404 für diese Sprache — ein typischer Fehler nach einem Upgrade oder einem Umzug. Ändert sich ein Kürzel, gehören Weiterleitungen eingerichtet.
Menüs und Sprachumschalter.
Der Sprachumschalter sollte drei Dinge können: nur verfügbare Sprachen anzeigen, auf die entsprechende Übersetzung der aktuellen Seite verweisen statt auf die Startseite, und erkennbar machen, welche Sprache gerade aktiv ist. Der zweite Punkt wird am häufigsten falsch umgesetzt — und ärgert Besucher, die beim Umschalten ihren Platz verlieren.
Prüfe außerdem die Menüs: Nicht übersetzte Seiten sollten je nach Fallback-Einstellung entweder ausgeblendet oder bewusst in der Standardsprache angezeigt werden. Ein Menü, das Seiten zeigt, die dann 404 liefern, ist die schlechteste Variante (Cache nach Änderungen leeren).
Auszeichnung für Suchmaschinen.
Damit Suchmaschinen die Sprachversionen einander zuordnen, braucht jede Seite Hinweise auf ihre Entsprechungen in den anderen Sprachen. TYPO3 kann das aus der Site-Konfiguration erzeugen, wenn die Sprachcodes korrekt gesetzt sind. Fehlt die Auszeichnung, konkurrieren die Sprachversionen miteinander statt sich zu ergänzen.
Ebenfalls wichtig: Jede Sprachversion braucht eigene Metadaten — Titel und Beschreibung werden oft vergessen und bleiben in der Standardsprache stehen. Und die Sitemap sollte alle Sprachversionen enthalten (TYPO3 und Sichtbarkeit).
Typische Fehlerbilder.
| Symptom | Ursache |
|---|---|
| Eine Sprache liefert überall 404 | Sprachkürzel stimmt nicht mit den Links überein |
| Übersetzungen verwaist | Sprach-ID nachträglich geändert |
| Falsche Sprache wird angezeigt | Fallback zeigt die Standardsprache |
| Sprachumschalter führt zur Startseite | Umschalter verweist nicht auf die Entsprechung |
| Metadaten in falscher Sprache | Je Sprache nicht gepflegt |
| Neue Übersetzung erscheint nicht | Cache nicht geleert |
Vorher entscheiden.
- Welche Sprachen, und sind es wirklich Sprachen oder Märkte mit eigenen Inhalten?
- Verbunden oder frei übersetzen — einheitlich für die ganze Website.
- Verhalten bei fehlender Übersetzung bewusst festlegen.
- Adressstruktur: Präfix im Pfad oder eigene Domains.
- Wer übersetzt, und wie kommen die Texte ins System?
- Wie wird aktuell gehalten, wenn sich die Standardsprache ändert?
Der letzte Punkt entscheidet über die Lebensdauer: Ohne einen Ablauf, der Änderungen nachzieht, driften die Sprachversionen binnen eines Jahres auseinander — und irgendwann steht in der englischen Fassung ein Preis von vorletztem Jahr.
Wenn du nicht weiterkommst.
Wenn eine Sprache nicht funktioniert oder die Mehrsprachigkeit neu aufgesetzt werden soll, schaue ich mir Konfiguration und Struktur an. Schreib mir mit Domain, TYPO3-Version und einer kurzen Beschreibung — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, ob ich der Richtige bin. Den Überblick über alle Themen gibt TYPO3-Fehler beheben. Wenn sich am Ende herausstellt, dass ein Wechsel die bessere Lösung ist: TYPO3 zu WordPress.
Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.
Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.
Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.
Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.
Wer hilft.
Ich bin Manuel Killert, Web-Entwickler aus Quakenbrück. Mein Schwerpunkt liegt auf WordPress — an TYPO3-Installationen arbeite ich dort, wo es um Betrieb und Fehlersuche geht: Ausfälle, Serverthemen, Datenbank, Mailversand, Updates und die Frage, wie es mit einer alten Installation weitergehen soll. Das sind die Probleme, bei denen die Ursache meist nicht im System selbst liegt, sondern darunter. Geht es um tiefe Entwicklung in TYPO3 — eigene Extensions, komplexe Mehrsprachigkeit, große Redaktionssysteme —, sage ich dir das offen und empfehle jemanden, der genau das macht. Ehrlich beraten heißt für mich auch, eine Anfrage abzugeben.
FAQ — Mehrsprachigkeit.
Wie richte ich Sprachen in TYPO3 ein?
In der Site-Konfiguration. Dort wird jede Sprache mit Sprach-ID, Adresspräfix, Sprachcode und dem Verhalten bei fehlenden Übersetzungen definiert.
Was ist der Unterschied zwischen verbundener und freier Übersetzung?
Bei verbundener Übersetzung hängt jedes übersetzte Element am Original, die Struktur bleibt synchron. Bei freier Übersetzung sind die Elemente unabhängig. Die Wahl sollte einheitlich und zu Beginn getroffen werden.
Was passiert mit nicht übersetzten Seiten?
Das legst du fest: Inhalt der Standardsprache zeigen, auf eine andere Sprache ausweichen oder einen 404 liefern. Bei der dritten Variante müssen solche Seiten auch im Menü ausgeblendet werden.
Warum liefert eine ganze Sprache 404?
Meist weil das in der Konfiguration hinterlegte Sprachkürzel nicht zu dem passt, was in bestehenden Links und der Sitemap steht. Ein typischer Fehler nach Upgrade oder Umzug.
Darf ich die Sprach-ID nachträglich ändern?
Besser nicht. Sie verbindet Übersetzungen mit ihren Originalen. Eine Änderung trennt diese Verbindung, und die Übersetzungen verwaisen.
Was braucht es für Suchmaschinen?
Hinweise auf die Entsprechungen in den anderen Sprachen, korrekte Sprachcodes, eigene Metadaten je Sprachversion und eine Sitemap, die alle Sprachen enthält.
Das bin ich – rechts im BildErzähl mir, was an deinem TYPO3 klemmt.
Beschreib kurz das Problem und nenn mir die TYPO3-Version — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, woran es liegt und was es kostet.
Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de