Manuel Killert
Ratgeber · WooCommerce · Bewertungen

Bewertungen fehlen — und damit das stärkste Verkaufsargument.

Produktbewertungen sind für viele Käufer wichtiger als jeder Produkttext. Wenn sie nicht erscheinen oder sich nicht abgeben lassen, liegt das meist an Einstellungen, die an drei verschiedenen Stellen liegen — und sich gegenseitig aushebeln.

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Kurz gesagt

Bewertungen in WooCommerce sind technisch Kommentare. Deshalb greifen drei Ebenen ineinander: die Diskussionseinstellungen von WordPress, die Produkteinstellungen in WooCommerce und die Einstellung am einzelnen Produkt. Ist Kommentieren global aus, nützt der Rest nichts. Dazu kommen Moderationsregeln, die Bewertungen unsichtbar in der Warteschlange halten.

Drei Ebenen, die zusammenpassen müssen.

OrtEinstellungWirkung
WordPress → Einstellungen → DiskussionKommentare erlaubenGrundvoraussetzung für alles
WooCommerce → Einstellungen → ProdukteProduktbewertungen aktivierenSchaltet Bewertungen im Shop frei
Einzelnes Produkt → Reiter ErweitertBewertungen zulassenÜberschreibt die globale Einstellung

Die dritte Ebene ist die, an der die meisten scheitern: Die globale Einstellung gilt nur für neue Produkte. Bestehende behalten den Zustand vom Anlegen. Wurde ein Sortiment importiert, als Bewertungen aus waren, bleiben sie bei all diesen Produkten aus — auch wenn du später global umstellst. Die Sammelbearbeitung in der Produktliste löst das für viele Artikel auf einmal.

Einstellung am einzelnen Produkt.

Im Produkt findest du den Schalter im Reiter für erweiterte Einstellungen. Er heißt dort schlicht, dass Bewertungen zugelassen sind. Fehlt der ganze Reiter, blendet ihn ein Plugin oder das Theme aus. Prüfe im Zweifel über die Sammelbearbeitung: Dort lässt sich der Wert für mehrere Produkte setzen, ohne jedes einzeln zu öffnen.

Hängt in der Moderation.

Bewertungen laufen durch dieselbe Moderation wie Kommentare. In den Diskussionseinstellungen kann festgelegt sein, dass alles manuell freigegeben werden muss — dann erscheinen Bewertungen erst nach deiner Freigabe, und wenn du keine Benachrichtigung bekommst, bleiben sie liegen. Prüfe deshalb beides: die Moderationsregeln und den Mailversand (Kommentare funktionieren nicht, E-Mails kommen nicht an).

Zweiter Punkt: Antispam-Plugins stufen Bewertungen gelegentlich als Spam ein, besonders wenn sie Links enthalten. Ein Blick in den Spam-Ordner unter Kommentare lohnt — dort finden sich oft echte Kundenstimmen.

Nur verifizierte Käufer.

In den Produkteinstellungen gibt es zwei verwandte Optionen: ob nur Käufer bewerten dürfen und ob bei Bewertungen ein Hinweis auf den verifizierten Kauf erscheint. Beide sind sinnvoll, erzeugen aber Rückfragen, wenn sie unerwartet greifen. Typischer Fall: Ein Kunde hat als Gast bestellt und bewertet nun mit einer anderen Adresse — für den Shop ist er kein verifizierter Käufer. Ähnlich bei Bestellungen, die noch nicht abgeschlossen sind. Wer die strenge Variante nutzt, sollte das auf der Produktseite erklären, sonst wirkt es wie ein Fehler (Gastbestellung).

Sternebewertung fehlt.

Die Sterne sind eine eigene Einstellung: Sie lassen sich ein- oder ausschalten und zusätzlich als Pflichtangabe setzen. Fehlen die Sterne im Formular, ist die Option aus. Erscheinen Bewertungen ohne Sterne in der Liste, stammen sie aus einer Zeit, in der die Option aus war — nachträglich lassen sich Sterne nicht ergänzen. Steht die Durchschnittsbewertung falsch, hilft das Neuaufbauen der internen Nachschlagetabellen im Shop-Status; dort wird der Durchschnitt mitgeführt (Filter funktionieren nicht).

Caching.

Eine neue Bewertung erscheint nicht, weil die Produktseite aus dem Cache kommt. Für den Kunden, der gerade bewertet hat, sieht das aus, als sei seine Bewertung verloren gegangen — manche schreiben sie dann ein zweites Mal. Produktseiten sollten nach einer neuen freigegebenen Bewertung neu erzeugt werden. Zum Prüfen immer das private Fenster nutzen (Cache leeren).

Theme und Vorlagen.

Der Bewertungsbereich wird über Vorlagen ausgegeben, die Themes überschreiben können. Nach einem Update kann eine solche Vorlage veraltet sein und Teile nicht mehr anzeigen — etwa das Formular, während vorhandene Bewertungen weiter erscheinen. Der Shop-Status listet veraltete Vorlagen auf. Bei Produktseiten aus einem Page Builder muss der Bewertungsbereich bewusst eingefügt sein; fehlt das Element, fehlt der ganze Bereich (Fehler nach dem Update).

Mehr Bewertungen bekommen.

  1. Nachfragen, ein paar Tage nach Lieferung, per Mail mit direktem Link zum Produkt.
  2. Einfach machen: ein Klick zum Formular, keine Anmeldung nötig, wenn möglich.
  3. Zeitpunkt wählen: nicht sofort nach dem Versand, sondern wenn die Ware benutzt wurde.
  4. Nicht kaufen: Gekaufte oder mit Rabatt erkaufte Bewertungen sind rechtlich heikel und werden erkannt.
  5. Auf Kritik antworten, sachlich und öffentlich — das wirkt stärker als zehn gute Bewertungen.

Sterne in Suchergebnissen.

Bewertungen können in Google als Sterne unter dem Suchergebnis erscheinen, was die Klickrate deutlich hebt. Dafür müssen die Bewertungsdaten maschinenlesbar auf der Seite stehen. WooCommerce liefert das grundsätzlich mit, viele SEO-Plugins ergänzen es. Zwei Dinge gehen dabei oft schief: doppelte Angaben, weil Theme und Plugin beide Daten ausgeben, und Angaben zu Produkten ohne Bewertung. Beides führt dazu, dass Google die Daten ignoriert. Mit dem Testwerkzeug von Google lässt sich eine Produktseite prüfen (Seite wird nicht bei Google gefunden).

Rechtliche Pflichten.

Seit der Umsetzung europäischer Vorgaben gilt: Wer Bewertungen zugänglich macht, muss angeben, ob und wie geprüft wird, dass sie von echten Käufern stammen. Ein kurzer Hinweis auf der Produktseite oder einer verlinkten Informationsseite genügt. Gefälschte oder gekaufte Bewertungen sind unlauter und abmahnfähig. Ebenso wenig darf man negative Bewertungen einfach löschen und nur positive stehen lassen — das wäre irreführend. Die konkrete Ausgestaltung gehört mit den Rechtstexten abgestimmt (DSGVO-Checkliste).

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn Bewertungen nicht erscheinen oder sich nicht abgeben lassen, prüfe ich die drei Ebenen und die Vorlagen. Ich finde die Ursache, behebe sie und erkläre dir, was passiert ist: WooCommerce-Support, bei einem Ausfall im laufenden Verkauf der Notfall-Support. Damit es gar nicht erst so weit kommt: WooCommerce-Wartung.

Fehleranalyse & Erste Hilfeab ~150 €

Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.

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Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, WordPress-Entwickler aus Quakenbrück. Seit 2020 baue und betreue ich WordPress-Websites — für Handwerksbetriebe, Industrie, Gastronomie, Start-ups und Vereine —, entwickle eigene Plugins und unterrichte WordPress als Dozent an der KW Design Akademie. Das heißt: Ich kenne die typischen Fehler nicht nur aus Foren, sondern aus eigenen Projekten, und ich kann sie so erklären, dass du sie beim nächsten Mal selbst erkennst. Du erreichst mich direkt, ohne Ticketsystem.

Häufige Fragen

FAQ — Bewertungen fehlen.

Warum werden in meinem Shop keine Bewertungen angezeigt?

Weil drei Ebenen zusammenpassen müssen: die Kommentareinstellung in WordPress, die Produktbewertungen in WooCommerce und der Schalter am einzelnen Produkt. Die globale Einstellung gilt nur für neue Produkte.

Warum fehlen Bewertungen nur bei älteren Produkten?

Weil bestehende Produkte den Zustand vom Anlegen behalten. Wurde das Sortiment importiert, als Bewertungen aus waren, bleiben sie dort aus. Die Sammelbearbeitung löst das für viele Artikel.

Wo sind abgegebene Bewertungen hin?

Meist in der Moderation oder im Spam-Ordner unter Kommentare. Antispam-Plugins stufen Bewertungen gelegentlich als Spam ein, besonders mit Links.

Was bedeutet „nur verifizierte Käufer“?

Nur Kunden mit passender Bestellung dürfen bewerten. Wer als Gast mit anderer Adresse bestellt hat, gilt nicht als verifiziert — das sollte auf der Produktseite erklärt werden.

Warum erscheinen keine Sterne in Google?

Weil die Bewertungsdaten nicht oder doppelt maschinenlesbar ausgegeben werden. Geben Theme und SEO-Plugin beide Daten aus, ignoriert Google sie.

Muss ich angeben, ob Bewertungen geprüft werden?

Ja. Wer Bewertungen zugänglich macht, muss darüber informieren, ob und wie sichergestellt wird, dass sie von echten Käufern stammen. Gefälschte Bewertungen sind abmahnfähig.

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