WooCommerce berechnet die Mehrwertsteuer falsch — die üblichen Stellschrauben.
Die Rechnung zeigt 19 % auf ein Buch, der Bruttopreis ändert sich im Warenkorb um ein paar Cent, Kunden aus Österreich zahlen deutsche Steuer oder gar keine. WooCommerce rechnet selten falsch — es rechnet genau das, was eingestellt ist. Hier steht, welche Einstellungen zusammenspielen und wo die typischen Fehler liegen.
Die Steuer in WooCommerce hängt von fünf Einstellungen ab: Preise brutto oder netto eingegeben, Steuerbasis (Liefer-, Rechnungs- oder Shop-Adresse), Steuersätze in den Tabellen, Steuerklasse je Produkt und Rundung. Die meisten Fehler entstehen, weil eine davon nicht zu den anderen passt. Rechtstexte-Plugins wie Germanized oder German Market greifen zusätzlich ein.
Dieser Ratgeber erklärt die technische Einrichtung. Welche Steuersätze und Regeln für deine Produkte gelten, klärt deine Steuerberatung.
Typische Fehlerbilder.
| Fehlerbild | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Steuer wird gar nicht berechnet | Steuern in Einstellungen → Allgemein nicht aktiviert oder kein passender Satz in der Tabelle |
| Bruttopreis im Warenkorb anders als auf der Produktseite | Preise netto eingegeben, aber brutto angezeigt, oder Steuerbasis weicht von Shop-Adresse ab |
| Steuer doppelt aufgeschlagen | Preise brutto eingegeben, aber Einstellung steht auf „netto“ |
| 19 % auf Produkte mit 7 % | Produkt hat nicht die Steuerklasse „Ermäßigter Satz“ oder die Klasse hat keinen Satz |
| Ein bis zwei Cent Abweichung | Rundung pro Position statt auf Zwischensumme, oder Netto-Eingabe mit krummen Beträgen |
| Kunden im EU-Ausland zahlen falschen Satz | Keine Sätze für andere Länder, Steuerbasis falsch, OSS nicht eingerichtet |
| Versand ohne Steuer oder mit falschem Satz | Steuerklasse für Versand falsch eingestellt |
Brutto oder netto eingegeben?
Unter WooCommerce → Einstellungen → Steuer steht „Preise inklusive Steuer eingeben“. Für Shops, die an Endkunden verkaufen, ist „Ja, ich gebe Preise inklusive Steuer ein“ üblich: 19,99 € eingetragen heißt 19,99 € im Shop. Wird diese Einstellung nachträglich umgestellt, ändern sich nicht die eingetragenen Zahlen, sondern ihre Bedeutung — alle Preise sind dann auf einen Schlag um die Steuer höher oder niedriger. Deshalb nie im laufenden Shop umschalten, ohne alle Preise zu prüfen.
Steuerbasis.
„Steuer berechnen basierend auf“ legt fest, welche Adresse zählt: Lieferadresse, Rechnungsadresse oder die Shop-Adresse. Für Verkäufe an Privatkunden in der EU ist in der Regel das Land des Kunden maßgeblich, also Liefer- oder Rechnungsadresse. Steht die Einstellung auf „Shop-Basisadresse“, zahlt jeder Kunde deutsche Steuer. Eine häufige Quelle für schwankende Bruttopreise: Die Produktseite zeigt den Preis mit der Steuer des Shop-Standorts, im Warenkorb wird mit der Kundenadresse neu gerechnet. Die Einstellung „Standardadresse des Kunden“ unter Einstellungen → Allgemein steuert, womit vor der Adresseingabe gerechnet wird.
Steuersätze und Tabellen.
Unter dem Reiter Steuer gibt es für jede Steuerklasse eine Tabelle: Standard, Ermäßigter Satz, Nullsatz und eventuell eigene. Für Deutschland braucht es mindestens: Standard mit Ländercode DE und 19 %, Ermäßigter Satz mit DE und 7 %. Häufige Fehler: Ländercode leer gelassen oder falsch, Satz mit Komma statt Punkt, Haken bei „Versand“ fehlt, Priorität doppelt vergeben, alte Sätze aus Zeiten der Senkung 2020 noch vorhanden. Die Spalte „Zusammengesetzt“ bleibt für die deutsche Umsatzsteuer leer.
| Tabelle | Ländercode | Satz | Name | Versand |
|---|---|---|---|---|
| Standard | DE | 19.0000 | MwSt. | Ja |
| Ermäßigter Satz | DE | 7.0000 | MwSt. | Ja |
Steuerklassen je Produkt.
Jedes Produkt hat im Bereich „Allgemein“ einen Steuerstatus („Steuerpflichtig“) und eine Steuerklasse. Bücher, bestimmte Lebensmittel und andere begünstigte Waren brauchen die Klasse „Ermäßigter Satz“. Bei variablen Produkten kann jede Variante eine eigene Klasse haben — „Wie übergeordnet“ übernimmt die des Hauptprodukts. Nach einem Produktimport stehen Klassen oft falsch. Eine Liste aller Produkte mit ihrer Steuerklasse zeigt ein Export, bei vielen Produkten lässt sich die Klasse per Mehrfachbearbeitung setzen.
Versand und Gutscheine.
Die Einstellung „Versandsteuerklasse“ legt fest, welcher Satz auf Versandkosten fällt. Die Option „Steuerklasse basierend auf Warenkorbinhalt“ nimmt den höchsten Satz im Warenkorb. Bei gemischten Warenkörben mit 7 % und 19 % wird die Aufteilung der Versandkosten nach Anteil oft verlangt. Das können Germanized und German Market, WooCommerce allein kann es nicht. Gutscheine werden in WooCommerce anteilig von den Positionen abgezogen, die Steuer sinkt entsprechend. Wer Gutscheine mit festem Betrag in einem gemischten Warenkorb nutzt, sollte das Ergebnis einmal nachrechnen.
Rundungsdifferenzen.
„Steuer auf Zwischensummenebene runden, anstatt pro Zeile“ verändert das Ergebnis bei mehreren Positionen um ein bis zwei Cent. Werden Preise netto mit vielen Nachkommastellen eingegeben, entstehen krumme Bruttobeträge, die beim Runden abweichen. Am stabilsten ist die Eingabe runder Bruttopreise. Weichen Rechnungen aus einem Rechnungs-Plugin von der Bestellung ab, rechnet das Plugin mit eigener Rundung — dann müssen beide gleich eingestellt sein.
Verkauf ins EU-Ausland.
Seit Juli 2021 gilt für Verkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern: Ab einer Umsatzschwelle von 10.000 € pro Jahr über alle EU-Länder zusammen wird die Umsatzsteuer des Kundenlandes berechnet und über das OSS-Verfahren gemeldet. Technisch heißt das: Steuersätze für alle Zielländer in die Tabellen eintragen und die Steuerbasis auf die Kundenadresse stellen. Plugins wie Germanized und German Market bringen dafür Funktionen mit. Ob und ab wann das für deinen Shop gilt, entscheidet die Steuerberatung.
Kleinunternehmer.
Wer die Kleinunternehmerregelung nutzt, weist keine Umsatzsteuer aus. In WooCommerce werden dann Steuern deaktiviert, und Rechnungen sowie Preisangaben brauchen einen entsprechenden Hinweis. Rechtstexte-Plugins haben dafür meist eine eigene Einstellung, die sauber alle Hinweise anpasst.
Wenn du nicht weiterkommst.
Wenn Steuern, Rechtstexte-Plugin und Rechnungs-Plugin nicht zusammenpassen, prüfe ich die Einstellungen und rechne mit Testbestellungen nach. Ich finde die Ursache, behebe sie und erkläre dir, was passiert ist: WordPress-Hilfe, bei einem Totalausfall der Notfall-Support. Damit es gar nicht erst so weit kommt: WordPress-Wartung.
Wer hilft.
Ich bin Manuel Killert, WordPress-Entwickler aus Quakenbrück. Seit 2020 baue und betreue ich WordPress-Websites — für Handwerksbetriebe, Industrie, Gastronomie, Start-ups und Vereine —, entwickle eigene Plugins und unterrichte WordPress als Dozent an der KW Design Akademie. Das heißt: Ich kenne die typischen Fehler nicht nur aus Foren, sondern aus eigenen Projekten, und ich kann sie so erklären, dass du sie beim nächsten Mal selbst erkennst. Du erreichst mich direkt, ohne Ticketsystem.
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Website ansehen ↗FAQ — WooCommerce-Mehrwertsteuer falsch.
Warum berechnet WooCommerce die Mehrwertsteuer falsch?
Meist passt eine der Einstellungen nicht zu den anderen: Preiseingabe brutto oder netto, Steuerbasis, Steuersätze in den Tabellen, Steuerklasse des Produkts oder Rundung. WooCommerce rechnet genau das, was eingestellt ist.
Warum ändert sich der Bruttopreis im Warenkorb?
Die Preise sind netto eingegeben oder die Steuerbasis ist die Kundenadresse, während die Produktseite mit der Shop-Adresse rechnet. Mit Bruttoeingabe und passender Standardadresse bleiben die Preise stabil.
Wie richte ich 7 Prozent Mehrwertsteuer in WooCommerce ein?
In der Tabelle Ermäßigter Satz eine Zeile mit Ländercode DE und 7.0000 anlegen und den betroffenen Produkten die Steuerklasse Ermäßigter Satz zuweisen.
Warum weicht die Steuer um ein bis zwei Cent ab?
Die Rundung erfolgt pro Zeile statt auf Zwischensummenebene, oder Nettopreise mit vielen Nachkommastellen ergeben krumme Bruttobeträge. Runde Bruttopreise und einheitliche Rundung beheben das.
Wie werden Versandkosten besteuert?
Über die Versandsteuerklasse. Bei gemischten Warenkörben mit 7 und 19 Prozent ist oft eine anteilige Aufteilung nötig, die Plugins wie Germanized oder German Market übernehmen.
Ist dieser Ratgeber eine Steuerberatung?
Nein. Er erklärt die technische Einrichtung in WooCommerce. Welche Sätze und Regeln für deine Produkte und Kunden gelten, klärt die Steuerberatung.
Das bin ich – rechts im BildErzähl mir, was nicht funktioniert.
Domain und eine kurze Beschreibung reichen — du bekommst eine ehrliche Einschätzung, was los ist und was die Behebung kostet.
Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de