E-Rechnung in WooCommerce — vorbereitet sein, bevor es Pflicht wird.
Ein PDF per Mail ist keine E-Rechnung. Was zählt, ist ein strukturierter Datensatz, den die Buchhaltung der Gegenseite automatisch einlesen kann. Für Shops mit Geschäftskunden wird das schrittweise Pflicht. Die gute Nachricht: In WooCommerce lässt sich das sauber lösen, und der Aufwand ist überschaubar.
Eine E-Rechnung ist eine Rechnung in einem strukturierten Format nach der europäischen Norm EN 16931 — in Deutschland meist XRechnung (reines XML) oder ZUGFeRD (PDF mit eingebetteten Daten). In WooCommerce entsteht sie automatisch aus der Bestellung, sofern Stammdaten, Steuersätze und Pflichtangaben stimmen. Empfangen können musst du E-Rechnungen schon heute.
Stand dieser Seite: September 2026. Die Fristen beruhen auf dem Wachstumschancengesetz und den Anpassungen durch das Jahressteuergesetz 2024. Dieser Ratgeber erklärt die technische Umsetzung und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Ob und ab wann welche Pflicht für dich gilt, klärt deine Steuerkanzlei.
Die Fristen im Überblick.
| Ab wann | Was gilt | Für wen |
|---|---|---|
| 01.01.2025 | E-Rechnungen müssen empfangen und verarbeitet werden können | Alle inländischen Unternehmen, auch Kleinunternehmer |
| bis 31.12.2026 | Papier und einfaches PDF weiter erlaubt — mit Zustimmung des Empfängers | Übergangsregel für den Versand |
| 01.01.2027 | E-Rechnung ausstellen wird Pflicht | Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz (2026) |
| 01.01.2028 | Ausstellungspflicht für alle | Alle inländischen B2B-Umsätze ohne Ausnahme |
| dauerhaft befreit | Dürfen weiter Papier oder PDF ausstellen — empfangen müssen sie trotzdem | Kleinunternehmer nach § 19 UStG |
Wichtig ist der Unterschied zwischen Empfangen und Ausstellen. Empfangen musst du seit Anfang 2025 können, unabhängig von Größe und Rechtsform. Ausstellen wird gestaffelt Pflicht. Wer heute schon Geschäftskunden beliefert, ist gut beraten, nicht bis Dezember 2027 zu warten.
Was eine E-Rechnung ausmacht.
| Klassisches PDF | E-Rechnung | |
|---|---|---|
| Aufbau | Bild einer Rechnung | Strukturierter Datensatz nach EN 16931 |
| Weiterverarbeitung | Abtippen oder auslesen lassen | Buchhaltung liest die Daten direkt ein |
| Formate | PDF, Papier | XRechnung (XML), ZUGFeRD ab 2.0.1 (PDF mit XML) |
| Für Menschen lesbar | Ja | Bei ZUGFeRD ja, bei XRechnung nur mit Viewer |
| Ab 2028 im B2B | Nicht mehr zulässig | Pflicht |
Welches Format wann sinnvoll ist, steht im Ratgeber ZUGFeRD oder XRechnung. Für Shops ist ZUGFeRD meist die bessere Wahl, weil der Kunde weiterhin ein normales PDF sieht.
Wie es im Shop funktioniert.
- Eine Bestellung geht ein und wird bezahlt.
- Das Rechnungs-Plugin erzeugt die Rechnung — als PDF mit eingebetteten Daten oder zusätzlich als XML.
- Der Kunde bekommt sie an die Bestellbestätigung angehängt oder im Kundenkonto bereitgestellt.
- Die Rechnung wird revisionssicher abgelegt und an die Buchhaltung übergeben (Übergabe an DATEV).
- Bei Firmenkunden greifen die zusätzlichen Pflichtfelder, etwa die Leitweg-Identifikationsnummer bei Behörden.
Für den Versand an öffentliche Auftraggeber gelten eigene Regeln: Dort ist XRechnung der Standard, und es braucht die Leitweg-ID des Empfängers sowie meist die Einlieferung über ein Portal.
Welche Daten stimmen müssen.
Das ist der Teil, der in der Praxis Arbeit macht. Eine E-Rechnung wird maschinell geprüft — fehlt eine Pflichtangabe oder ist ein Feld falsch gefüllt, weist das System der Gegenseite sie zurück. Nötig sind unter anderem:
- Vollständige Angaben zu Verkäufer und Käufer, inklusive Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID.
- Fortlaufende Rechnungsnummer und Rechnungsdatum.
- Leistungszeitraum oder Lieferdatum.
- Je Position: Bezeichnung, Menge, Einzelpreis, Steuersatz.
- Korrekte Steuersummen, sauber getrennt nach Sätzen (Steuereinstellungen prüfen).
- Zahlungsbedingungen und Bankverbindung.
- Bei steuerfreien Umsätzen der passende Hinweis, etwa beim Reverse-Charge-Verfahren im B2B-Geschäft.
Deshalb beginnt jedes Projekt mit einem Blick auf die Stammdaten und die Steuerkonfiguration, nicht mit dem Plugin.
Was für Endkundenshops gilt.
Die Pflicht betrifft Umsätze zwischen Unternehmen im Inland. Verkaufst du ausschließlich an Privatkunden, musst du keine E-Rechnungen ausstellen. Trotzdem lohnt sich der Blick: Viele Shops haben mehr Geschäftskunden als gedacht — Handwerker, Vereine, kleine Firmen, die auf Rechnung bestellen. Sobald ein Firmenkunde eine E-Rechnung verlangt, brauchst du sie. Und empfangen musst du ohnehin, das betrifft jeden Shopbetreiber als Unternehmer.
Empfangen und archivieren.
Die Empfangspflicht wird oft übersehen, weil sie unspektakulär klingt: Es reicht, ein E-Mail-Postfach bereitzustellen, in dem E-Rechnungen ankommen können. Die eigentliche Arbeit beginnt danach — Rechnungen müssen lesbar gemacht, geprüft, verbucht und über die Aufbewahrungsfrist unverändert gespeichert werden. Wie das praktisch läuft, steht unter E-Rechnungen empfangen und archivieren.
Was ich dafür mache.
- Bestandsaufnahme: Welche Kunden, welche Umsätze, welches Rechnungs-Plugin, welche Buchhaltung?
- Stammdaten und Steuern prüfen und korrigieren, bevor irgendetwas erzeugt wird.
- Plugin auswählen und einrichten, passend zu Shop und Kanzlei (Plugins im Vergleich).
- Testrechnungen erzeugen und mit einem Prüfwerkzeug gegen die Norm validieren.
- Übergabe an die Buchhaltung einrichten und mit der Kanzlei abstimmen.
- Ablage und Aufbewahrung klären, inklusive eingehender Rechnungen.
- Einweisung für dein Team, was sich im Alltag ändert.
Kosten.
Für einen bestehenden Shop mit sauberen Stammdaten ist die Einrichtung meist eine Sache von wenigen Stunden bis zu einem Tag. Aufwendiger wird es, wenn Steuersätze falsch eingestellt sind, Rechnungsnummern nicht fortlaufend vergeben werden oder eine Anbindung an ein Warenwirtschafts- oder Buchhaltungssystem dazukommt (Schnittstellen).
Überschaubares Sortiment, Zahlung und Versand eingerichtet, rechtssichere Grundlagen, Einweisung.
Eigene Funktionen, viele Varianten, Anbindung an andere Systeme, aufwendiges Design.
Updates über Staging, tägliche Backups, Testbestellungen, Überwachung, Stundenkontingent.
Orientierungswerte, keine Fixpreise. Nach einem kurzen Gespräch und einem Blick auf Sortiment und Abläufe bekommst du ein Festpreisangebot.
Wie es weitergeht.
Schreib mir, welches Rechnungs-Plugin du nutzt und mit welcher Kanzlei du arbeitest. Danach weißt du, was zu tun ist. Einen Überblick über alle Shop-Themen gibt die Seite WooCommerce-Entwicklung, Preisrahmen stehen unter Was kostet ein WooCommerce-Shop. Läuft dein Shop schon und es klemmt nur etwas: WooCommerce-Support.
Wer das macht.
Ich bin Manuel Killert, WordPress- und WooCommerce-Entwickler aus Quakenbrück. Ich baue Shops nicht nur zusammen, sondern entwickle die Funktionen, die es als Plugin nicht fertig gibt — für Markenfest individuelle Shop-Funktionen, für eine Lernplattform mit über 300 Lektionen den Verkauf digitaler Zugänge samt eigenem Plugin. Du sprichst direkt mit dem Entwickler, ohne Projektmanager dazwischen. Für Unternehmen im Raum Osnabrück bin ich auch vor Ort erreichbar.
Shops, die ich gebaut und betreut habe.
Drei sehr unterschiedliche WooCommerce-Projekte: ein Marken-Shop, ein Food-Startup und eine Lernplattform mit eigenem Plugin. Alle drei laufen live.

Markenfest
Stärkerer Online-Shop: Webdesign, Content und individuelle Shop-Funktionen.
Shop ansehen ↗
Nosefood
Frischer Markenauftritt mit Shop — vom ersten Eindruck bis zur Bestellung.
Shop ansehen ↗
Spanisch lernen
Lernplattform mit über 300 Lektionen, Verkauf digitaler Zugänge und eigenem Plugin.
Plattform ansehen ↗FAQ — E-Rechnung in WooCommerce.
Ab wann ist die E-Rechnung für meinen Shop Pflicht?
Empfangen musst du E-Rechnungen seit dem 1. Januar 2025. Ausstellen wird ab 1. Januar 2027 Pflicht für Unternehmen mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz und ab 1. Januar 2028 für alle inländischen B2B-Umsätze.
Ist ein PDF per E-Mail eine E-Rechnung?
Nein. Eine E-Rechnung ist ein strukturierter Datensatz nach der Norm EN 16931, etwa XRechnung als XML oder ZUGFeRD als PDF mit eingebetteten Daten. Ein einfaches PDF gilt als sonstige Rechnung.
Betrifft die Pflicht auch Shops mit Privatkunden?
Die Ausstellungspflicht gilt für Umsätze zwischen Unternehmen im Inland. Wer nur an Privatkunden verkauft, muss keine E-Rechnungen ausstellen, aber als Unternehmer trotzdem welche empfangen können.
Kann WooCommerce ZUGFeRD-Rechnungen erzeugen?
Ja, mit einem passenden Rechnungs-Plugin. Die Rechnung entsteht automatisch aus der Bestellung, sofern Stammdaten, Steuersätze und Pflichtangaben korrekt sind.
Was ist der häufigste Fehler bei der Umstellung?
Falsche oder unvollständige Daten. E-Rechnungen werden maschinell geprüft, und fehlende Pflichtangaben oder falsche Steuersummen führen zur Zurückweisung. Deshalb werden zuerst Stammdaten und Steuern geprüft.
Ersetzt diese Seite eine Steuerberatung?
Nein. Sie erklärt die technische Umsetzung im Shop. Ob und ab wann welche Pflicht für dein Unternehmen gilt und wie archiviert werden muss, klärt die Steuerkanzlei.
Das bin ich – rechts im BildErzähl mir von deinem Shop.
Ob neuer Shop, Umzug oder eine Funktion, die fehlt: Beschreib kurz, worum es geht — du bekommst eine ehrliche Einschätzung zu Umfang, Zeit und Kosten.
Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de