Manuel Killert
Ratgeber · Shopware · Versionen

Shopware 5 — seit Juli 2024 ohne Sicherheitsupdates.

Viele Shops laufen noch auf Shopware 5, weil der Umstieg kein Update ist, sondern ein Projekt. Das Argument war jahrelang nachvollziehbar. Bei einem Shop, der Zahlungsdaten verarbeitet, trägt es heute nicht mehr.

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Kurz gesagt

Shopware 5 bekommt seit dem 31. Juli 2024 keine Sicherheitsupdates mehr vom Hersteller; eine kommerzielle Verlängerung gibt es über einen Drittanbieter. Der Weg zu Shopware 6 ist keine Aktualisierung, sondern eine Migration — das System wurde vollständig neu gebaut. Es gibt dafür ein eigenes Migrationswerkzeug, das Stammdaten überführt; Theme, Plugins und eigener Code entstehen neu.

Sofort-Hilfe

Website down oder gehackt? Schreib mir per WhatsApp oder E-Mail mit Domain und kurzer Beschreibung — ich melde mich in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende, wenn es brennt. Zugangsdaten bitte nie in der ersten Nachricht, sondern erst nach Absprache über einen sicheren Weg.

Der Stand.

VersionLagePHP
Shopware 5Support beendet am 31.07.2024alt
Shopware 6.7Aktuelle Hauptversion seit Juni 2025ab 8.2
Shopware 6.8Für 2027 angekündigtoffen

Stand der Recherche: Oktober 2026. Für Shopware 6.7 läuft der Sicherheitssupport bis Ende Februar 2028 — wer dort steht, hat Ruhe und einen planbaren Horizont.

Für Shopware 5 gibt es eine kommerzielle Verlängerung über einen Drittanbieter. Das ist eine Brücke für Shops, bei denen die Migration terminiert, aber noch nicht abgeschlossen ist — und sie kostet laufend Geld, das in die Migration besser angelegt wäre.

Was das für einen Shop bedeutet.

Bei einem Shop wiegt ein ausgelaufenes System schwerer als bei einer Inhaltsseite, und zwar aus drei Gründen:

  • Zahlungsvorgänge. Ein kompromittierter Shop kann Zahlungsdaten abgreifen — und das ist ein Schaden, der weit über die Website hinausgeht.
  • Kundendaten. Adressen, Bestellhistorie, Konten. Ein Vorfall ist meldepflichtig (DSGVO).
  • Nachweispflichten. Wer Zahlungen abwickelt, muss dem Stand der Technik entsprechende Maßnahmen treffen. Ein System ohne Sicherheitsupdates ist dabei schwer zu begründen.

Dazu kommt das Praktische: Zahlungsanbieter, Versanddienstleister und Buchhaltungsschnittstellen stellen ihre Unterstützung für alte Systeme irgendwann ein. Dann fällt eine Zahlungsart aus, und der Grund ist nicht reparierbar (Zahlungsarten).

Warum kein Update.

Shopware 6 ist eine Neuentwicklung auf anderer technischer Grundlage. Die Architektur, das Datenmodell, die Templating-Schicht, die Plugin-Struktur und die Verwaltungsoberfläche sind anders. Praktisch ist es ein anderes System mit demselben Namen.

Daraus folgt: Es gibt keinen Aktualisierungspfad. Stattdessen wird Shopware 6 frisch aufgesetzt, und die Daten werden überführt. Erscheinungsbild und Funktionen entstehen neu.

Die gute Nachricht: Innerhalb von Shopware 6 sind die Versionssprünge normale Vorgänge. Wer die Migration einmal gemacht hat, hat danach einen berechenbaren Rhythmus (Update innerhalb von Shopware 6).

Die Wege.

AusgangslageWegHinweis
Shopware 5, überschaubarMigration auf 6.7Der Regelfall
Shopware 5, stark angepasstNeuaufbau mit DatenübernahmeOft günstiger als Nachbau
Shopware 5, viele tote PluginsFunktionsumfang neu definierenPlugins entscheiden
Kleiner Shop, einfaches SortimentSystemwechsel erwägenShopware ist nicht immer nötig
Migration terminiert, aber späterKommerzielle VerlängerungBrücke, keine Lösung

Zeile zwei ist häufiger die richtige Antwort, als Shopbetreiber erwarten: Wenn ein Shop 5 über Jahre mit Anpassungen versehen wurde, ist der Versuch, all das in Shopware 6 nachzubauen, oft teurer als ein sauberer Neuaufbau mit den Mitteln, die 6 von Haus aus bietet.

Das Migrationswerkzeug.

Shopware liefert für diesen Fall ein eigenes Werkzeug. Es liest die alte Installation und überführt die Daten in die neue — und es lässt sich mehrfach ausführen, was der entscheidende Vorteil ist.

Praktisch heißt das: Man kann die Migration proben, das Ergebnis prüfen, Zuordnungen korrigieren und den Lauf wiederholen. Beim letzten Durchgang kurz vor der Umschaltung werden dann die aktuellen Daten übernommen.

Für Standardfälle funktioniert das weitgehend geführt. Bei eigenen Feldern, besonderen Preisstrukturen oder Daten aus Plugins schreibt man eigene Zuordnungen — und das ist der Teil, der Zeit kostet.

Was übernommen wird.

  • Artikel samt Varianten, Preisen und Eigenschaften.
  • Kategorien und Zuordnungen.
  • Kunden mit Adressen und Kundengruppen.
  • Bestellungen mit Positionen und Status.
  • Medien und ihre Verknüpfungen.
  • Hersteller, Versandarten, Zahlungsarten als Stammdaten.
  • Einkaufswelten in Grenzen — je nach Aufbau.

Zur letzten Zeile ein ehrlicher Hinweis: Gestaltete Einkaufswelten übertragen sich selten so, dass man sie unverändert weiterverwenden kann. Plan dafür Nacharbeit ein — und nutz die Gelegenheit, sie mit den Mitteln von Shopware 6 neu zu bauen.

Zu den Kundenpasswörtern: Je nach Verfahren lassen sie sich übernehmen, so dass Kunden sich weiter anmelden können. Das gehört geprüft und ausdrücklich eingeplant — ein Shop, bei dem nach der Migration alle Kunden ihr Passwort zurücksetzen müssen, verliert Bestellungen.

Was neu entsteht.

  • Das Theme. Shopware-5-Themes funktionieren nicht.
  • Plugins. Nachfolger suchen, Alternativen finden oder Funktion streichen.
  • Eigener Code. Neu schreiben nach aktueller Architektur.
  • Einkaufswelten und gestaltete Seiten.
  • Konfiguration von Versand- und Zahlungsregeln.
  • Schnittstellen zu Warenwirtschaft und Buchhaltung (Warenwirtschaft).

Punkt sechs wird regelmäßig unterschätzt und gehört früh geklärt: Wenn eine Warenwirtschaft angebunden ist, braucht sie eine Fassung für Shopware 6 — und ob die existiert, entscheidet über den Zeitplan.

Plugins entscheiden.

Wie bei jedem Systemwechsel der Posten, der über Aufwand und Machbarkeit bestimmt. Vor dem Projektstart gehört eine Liste erstellt:

  1. Alle installierten Plugins auflisten.
  2. Markieren, was tatsächlich genutzt wird — erfahrungsgemäß deutlich weniger.
  3. Für jedes genutzte prüfen: Gibt es eine Fassung für Shopware 6?
  4. Alternativen suchen für die ohne.
  5. Prüfen, was Shopware 6 selbst kann — einiges, wofür es in 5 Plugins brauchte.
  6. Rest entscheiden: nachbauen oder streichen.

Punkt fünf ist die angenehme Überraschung: Shopware 6 bringt von Haus aus mehr mit — etwa bei Regeln für Versand und Zahlung, bei Erlebniswelten und bei der Schnittstelle. Ein Teil der alten Plugins wird dadurch überflüssig (Plugins).

Adressen und Sichtbarkeit.

Der Teil, der über den Erfolg nach außen entscheidet und bei Shop-Migrationen besonders weh tut: Produktseiten, die gut ranken, sind bares Geld.

  1. Alle bestehenden Adressen erfassen — Sitemap, Serverprotokolle, Search Console, Crawler.
  2. Adressstruktur in Shopware 6 festlegen und mit der alten vergleichen.
  3. Zuordnung bauen: alte Produktadresse zu neuer.
  4. Weiterleitungen einrichten, dauerhaft weiterleitend.
  5. Nach dem Umschalten Fehlerseiten täglich prüfen.

Besonders zu beachten: ausgelaufene Artikel. Eine Produktseite, die es nicht mehr gibt, braucht eine Entscheidung — Weiterleitung auf das Nachfolgeprodukt, auf die Kategorie, oder eine ordentliche Fehlerseite mit Alternativen (Weiterleitungen).

Ein Zeitplan.

  1. Bestandsaufnahme: Sortiment, Plugins, Schnittstellen, Anpassungen, Datenmenge.
  2. Machbarkeit klären, besonders bei Warenwirtschaft und Zahlungsarten.
  3. Funktionsumfang festlegen — was kommt mit, was fällt weg.
  4. Shopware 6 aufsetzen, Grundkonfiguration.
  5. Probemigration und Prüfung.
  6. Theme bauen, Plugins einrichten, Schnittstellen anbinden.
  7. Testbetrieb mit echten Bestellvorgängen.
  8. Adressen und Weiterleitungen vorbereiten.
  9. Letzte Migration und Umschaltung, möglichst in einer ruhigen Zeit.

Punkt neun verdient eine Anmerkung: Die Umschaltung eines Shops ist etwas anderes als die einer Website. Es laufen Bestellungen, es gibt offene Warenkörbe, Zahlungen sind unterwegs. Plan ein kurzes Fenster, in dem nicht bestellt werden kann, statt zu hoffen, dass nichts dazwischenkommt.

Bis dahin absichern.

  • Kommerzielle Verlängerung erwägen, solange die Migration läuft.
  • Verwaltungsbereich beschränken auf bekannte Adressen.
  • Zwei-Faktor-Anmeldung, wo möglich.
  • Nicht genutzte Plugins entfernen, nicht nur deaktivieren.
  • Vorgeschaltete Filterung gegen bekannte Angriffsmuster.
  • Sicherungen prüfen und eine Rückspielung proben (Backups).
  • Zahlungsanbieter fragen, wie lange sie die alte Anbindung unterstützen.

Der letzte Punkt ist der, der den Zeitplan am ehesten erzwingt: Wenn ein Zahlungsanbieter die Unterstützung einstellt, ist der Termin gesetzt — und zwar von außen.

Muss es Shopware bleiben?

Weil ohnehin neu gebaut wird, stellt sich die Frage, die bei einem normalen Update nicht aufkäme.

Für Shopware spricht: großes Sortiment, komplexe Preis- und Regelstrukturen, Geschäftskunden mit eigenen Konditionen, mehrere Vertriebskanäle, angebundene Warenwirtschaft, ein Team, das das System kennt.

Für einen Wechsel spricht: überschaubares Sortiment, einfache Preise, kein eigenes Team, begrenztes Budget — und die Erkenntnis, dass Shopware vor Jahren von einer Agentur gesetzt wurde, ohne dass seine Stärken je gebraucht wurden (Shopware oder WooCommerce).

Ich sage dir ehrlich, in welche Gruppe du gehörst. Bei einem Shop mit dreißig Artikeln und drei Versandarten ist Shopware 6 ein schweres Werkzeug für eine leichte Aufgabe.

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn du noch auf Shopware 5 sitzt und wissen musst, was ein Umstieg bei dir bedeutet. Ich finde die Ursache, behebe sie und erkläre dir, was passiert ist. Wenn gerade keine Bestellungen durchgehen, hilft der Notfall-Support, dauerhaft begleitet die Shopware-Wartung.

Fehleranalyse & Erste Hilfeab ~150 €

Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.

Stundensatz~95 €

Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.

Wartungab ~49 €/Monat

Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.

Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.

Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, Webentwickler aus Quakenbrück. Content-Management- und Shopsysteme sind mein Fachgebiet — ich arbeite seit Jahren damit, unterrichte das Thema als Dozent und kenne die Systeme von innen: Datenmodell, Rechtekonzept, Templating, Plugin-Architektur, Caching, Betrieb.

Bei Shopware 6 zahlt sich das besonders aus, weil es auf demselben professionellen Unterbau aufsetzt wie andere ausgewachsene Systeme: Abhängigkeitsverwaltung, Dienste-Container, eine getrennte Verwaltungsoberfläche und eine Schnittstelle für alles. Wer dieses Modell verstanden hat, findet Fehler schnell — und sieht auch, wo ein Shop gegen das Modell gebaut wurde.

Was du bekommst: eine Diagnose in verständlicher Sprache, eine Behebung, die hält, und eine ehrliche Einschätzung dazu, ob dein Shop weiterbetrieben, aktualisiert oder abgelöst gehört — auch wenn die Antwort lautet, dass alles so bleiben kann.

Häufige Fragen

FAQ — Shopware 5 am Ende.

Wird Shopware 5 noch unterstützt?

Nein, der Support endete am 31. Juli 2024. Es gibt eine kommerzielle Verlängerung über einen Drittanbieter — das ist eine Brücke für Shops mit terminierter Migration, keine dauerhafte Lösung.

Ist der Umstieg auf Shopware 6 ein Update?

Nein, eine Migration. Shopware 6 ist eine Neuentwicklung auf anderer technischer Grundlage — Architektur, Datenmodell, Templating und Plugin-Struktur sind anders.

Was wird bei der Migration übernommen?

Artikel samt Varianten und Preisen, Kategorien, Kunden mit Adressen, Bestellungen, Medien und Stammdaten. Theme, Plugins, eigener Code und gestaltete Seiten entstehen neu.

Können sich Kunden nach der Migration weiter anmelden?

Je nach Verfahren lassen sich die Passwörter übernehmen. Das gehört geprüft und eingeplant — ein Shop, bei dem alle Kunden ihr Passwort zurücksetzen müssen, verliert Bestellungen.

Was entscheidet über den Aufwand?

Die Plugins und die Schnittstellen. Besonders eine angebundene Warenwirtschaft braucht eine Fassung für Shopware 6 — ob die existiert, entscheidet über den Zeitplan.

Muss es wieder Shopware sein?

Nicht zwingend. Für Shopware sprechen großes Sortiment, komplexe Preisregeln, Geschäftskunden und angebundene Warenwirtschaft. Bei dreißig Artikeln und drei Versandarten ist es ein schweres Werkzeug für eine leichte Aufgabe.

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