Nach dem Relaunch bricht der Traffic ein — fast immer dieselbe Ursache.
Wenn nach einem Relaunch die Besucher wegbleiben, liegt es selten am neuen Design. Es liegt daran, dass sich Adressen geändert haben und niemand die alten auf die neuen zeigen lässt.
Jede alte Adresse, die ihr Ziel verliert, ist ein verlorener Einstieg — samt der Wertung, die sie über Jahre gesammelt hat. Die Arbeit liegt nicht im Einrichten der Weiterleitungen, sondern im vollständigen Erfassen der alten Adressen. Nutze dafür vier Quellen, nicht nur die Sitemap. Und leite auf passende Ziele weiter, nicht pauschal auf die Startseite.
Website down oder gehackt? Schreib mir per WhatsApp oder E-Mail mit Domain und kurzer Beschreibung — ich melde mich in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende, wenn es brennt. Zugangsdaten bitte nie in der ersten Nachricht, sondern erst nach Absprache über einen sicheren Weg.
Warum es einbricht.
Eine Adresse, die seit Jahren im Index steht und verlinkt wird, hat einen Wert. Verschwindet sie ersatzlos, ist dieser Wert weg: Die Seite fällt aus dem Index, eingehende Links zeigen ins Leere, Lesezeichen funktionieren nicht mehr.
Bei einem Relaunch ändern sich Adressen oft aus guten Gründen — neue Struktur, andere Kategorien, bereinigte Bezeichnungen. Das ist in Ordnung, solange jede alte Adresse ein neues Zuhause bekommt.
Typischer Verlauf ohne Weiterleitungen: In den ersten Tagen passiert nichts, dann fällt die Sichtbarkeit über zwei bis vier Wochen deutlich ab, und die Erholung dauert Monate. Mit sauberen Weiterleitungen gibt es meist eine kurze Delle und danach den alten Stand (Relaunch).
Die vier Quellen.
| Quelle | Was sie liefert | Warum sie fehlt |
|---|---|---|
| XML-Sitemap | Die gewollten Adressen | Enthält nicht alles |
| Serverprotokolle | Was tatsächlich abgerufen wird | Muss angefordert werden |
| Search Console | Was im Index steht und Besucher bringt | Nur Suchverkehr |
| Crawler über die alte Seite | Alles intern Verlinkte | Findet nichts Verwaistes |
Alle vier nutzen und die Listen zusammenführen. Jede allein hat Lücken: Die Sitemap kennt keine alten Kampagnenseiten, der Crawler findet nichts, was nirgends verlinkt ist, und die Search Console zeigt nur, was über die Suche gefunden wird.
Die Serverprotokolle sind die wertvollste und die am häufigsten ausgelassene Quelle. Dort stehen auch Adressen, die aus Newslettern, aus gedruckten Materialien oder von fremden Websites aufgerufen werden — und PDF-Dateien, an die niemand denkt. Frag beim Hoster nach den Protokollen der letzten sechs bis zwölf Monate.
Ergänzend: Wenn du Zugriff auf Daten zu eingehenden Links hast, nimm auch die dazu. Eine Adresse mit starken eingehenden Links ist besonders wertvoll (Protokolle auswerten).
Die Zuordnung bauen.
- Alle Quellen zusammenführen in eine Liste, Duplikate entfernen.
- Nach Wichtigkeit sortieren — Besucher, Index, eingehende Links.
- Je Adresse entscheiden: bleibt gleich, wird zu X, oder entfällt.
- Für die wichtigsten von Hand das passende Ziel wählen.
- Für Massenfälle Regeln mit Mustern statt Einzeleinträgen.
- Entfallende Adressen bewusst entscheiden.
- Liste aufbewahren — sie ist beim nächsten Umbau Gold wert.
Punkt fünf spart viel Arbeit: Wenn sich ein ganzer Pfadbestandteil ändert, genügt eine Musterregel statt tausend Einzeleinträgen. Vorsicht ist trotzdem geboten — Musterregeln greifen manchmal weiter als gedacht.
Auf welches Ziel.
Die Regel lautet: auf die inhaltlich nächste Entsprechung. Ein Produkt auf das Nachfolgeprodukt, eine Leistungsseite auf die neue Leistungsseite, eine Kategorie auf die neue Kategorie.
Was nicht funktioniert: alles pauschal auf die Startseite. Das wird als Signal gewertet, dass es keine Entsprechung gibt — die Wertung geht verloren, und Besucher, die etwas Bestimmtes suchten, landen im Nichts und gehen wieder.
Wenn es wirklich keine Entsprechung gibt, gibt es zwei ehrliche Wege: Weiterleitung auf die übergeordnete Kategorie, oder eine Fehlerseite mit Status „nicht gefunden“ und hilfreichen Alternativen. Die zweite Variante ist bei endgültig entfallenen Inhalten die sauberere — eine gute Fehlerseite ist besser als eine irreführende Weiterleitung (404-Fehler).
Welcher Statuscode.
| Code | Bedeutung | Wann |
|---|---|---|
| 301 | Dauerhaft verschoben | Der Normalfall beim Relaunch |
| 302 | Vorübergehend | Nur bei echter Befristung |
| 307 | Vorübergehend, Methode erhalten | Technische Sonderfälle |
| 308 | Dauerhaft, Methode erhalten | Selten nötig |
| 404 | Nicht gefunden | Inhalt entfällt ersatzlos |
| 410 | Dauerhaft entfernt | Soll schneller verschwinden |
Beim Relaunch ist 301 fast immer richtig. 302 wird oft versehentlich gesetzt — von Plugins, von Serverkonfigurationen, von Sicherheitsmodulen — und signalisiert, dass die alte Adresse zurückkommt. Dann bleibt sie im Index, und die neue wird nicht übernommen.
Prüf das ausdrücklich: Die Weiterleitung mag funktionieren, aber den falschen Code liefern. Das sieht im Browser identisch aus und wirkt völlig anders.
Ketten und Schleifen.
Eine Kette entsteht, wenn A auf B und B auf C zeigt. Das funktioniert, kostet aber Zeit und wird nach einigen Stationen abgebrochen. Nach mehreren Umbauten über die Jahre sind Ketten mit vier oder fünf Stationen keine Seltenheit.
Richtig ist, Ketten aufzulösen: A zeigt direkt auf C. Das bedeutet, bei jedem neuen Umbau die bestehenden Regeln zu überarbeiten statt neue obendrauf zu legen.
Schleifen — A auf B, B auf A — sind immer ein Fehler und führen zu einer Fehlermeldung im Browser. Häufige Ursache: eine Regel für die Schreibweise mit Kürzel und eine gegenläufige für die Verschlüsselung (Zu viele Weiterleitungen).
Wo umgesetzt wird.
| Ort | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Serverkonfiguration | Schnellste Ausführung | Zugriff nötig, Fehler wirken hart |
| WordPress-Plugin | Bequem, mit Oberfläche | Langsamer, PHP läuft mit |
| Vorgeschalteter Dienst | Vor dem Server, sehr schnell | Zusätzliche Stelle |
Für große Mengen und Musterregeln ist die Serverebene richtig. Für einzelne redaktionelle Weiterleitungen ist ein Plugin bequemer, weil die Redaktion sie selbst pflegen kann. Beides zu kombinieren ist üblich — dann muss nur klar sein, welche Ebene zuerst greift.
Wichtig bei einem Systemwechsel: Weiterleitungen in einem WordPress-Plugin laufen nur, solange WordPress die Anfrage bearbeitet. Wer auf ein anderes System oder auf einen entkoppelten Aufbau wechselt, muss sie vorher exportieren und neu umsetzen (Umstellung).
Sonderfälle.
- Domainwechsel: Alle Adressen eins zu eins auf die neue Domain, zusätzlich in der Search Console den Wechsel melden (Domain wechseln).
- Dateien: PDFs und Bilder brauchen ebenfalls Weiterleitungen — die werden oft direkt verlinkt.
- Parameter: Alte Adressen mit Parametern gehören mit abgedeckt.
- Groß- und Kleinschreibung: Bei einem Serverwechsel kann sich das Verhalten ändern.
- Abschließender Schrägstrich: Eine Variante festlegen und die andere weiterleiten.
- Mehrsprachigkeit: Je Sprachfassung eigene Regeln.
- Feeds: Werden von Diensten abgerufen und sollten erreichbar bleiben.
Punkt vier ist tückisch: Manche Serverkonfigurationen unterscheiden Groß- und Kleinschreibung, andere nicht. Nach einem Wechsel laufen Adressen ins Leere, die vorher funktionierten.
Vor dem Livegang testen.
- Regeln in der Testumgebung einrichten (Staging).
- Die hundert wichtigsten Adressen automatisiert prüfen.
- Statuscode prüfen, nicht nur ob etwas erscheint.
- Auf Ketten prüfen — wie viele Stationen bis zum Ziel?
- Stichprobe von Hand: Passt das Ziel inhaltlich?
- Dateien testen, nicht nur HTML-Seiten.
Für Schritt zwei genügt eine einfache Liste und ein Werkzeug, das jede Adresse aufruft und Status und Zieladresse protokolliert. Das dauert Minuten und ist der wirksamste Einzeltest vor einem Relaunch.
Danach beobachten.
- Fehlerseiten in der Search Console, täglich in der ersten Woche.
- Serverprotokolle auf Fehlerstatus durchsehen.
- Indexierte Seiten — fällt die Zahl stärker als erwartet?
- Besucher je Seite im Vergleich zum Vorzeitraum.
- Nachbessern, wenn Adressen auftauchen, die auf der Liste fehlten.
Der letzte Punkt ist normal und kein Zeichen schlechter Arbeit: Es tauchen immer Adressen auf, die in keiner Quelle standen. Wichtig ist, in den ersten Wochen hinzusehen und sie nachzutragen.
Wie lange es dauert.
Bei sauberen Weiterleitungen gibt es meist eine Delle von ein bis drei Wochen, während die neuen Adressen übernommen werden. Danach stellt sich der alte Stand wieder ein, oft etwas besser, wenn der Relaunch auch inhaltlich etwas verbessert hat.
Bei fehlenden Weiterleitungen dauert die Erholung Monate — und sie ist nicht vollständig, weil eingehende Links ins Leere zeigen und nicht korrigiert werden. Das ist der Grund, warum sich die Mühe der vollständigen Liste lohnt: Nachträglich ist der Schaden nur teilweise reparabel.
Wichtig für die Nerven: Nicht nach drei Tagen in Panik geraten und anfangen, Dinge umzustellen. Eine Delle ist normal. Erst wenn nach vier Wochen nichts zurückkommt, stimmt etwas nicht.
Wenn du nicht weiterkommst.
Wenn nach einem Relaunch die Besucher wegbleiben oder du einen Umbau vorhast und das vermeiden willst. Ich prüfe, was tatsächlich im Weg steht, und behebe es: technisches SEO. Geht es um Tempo, hängt das mit dran (Core Web Vitals). Damit es so bleibt, gehört die regelmäßige Kontrolle in die laufende Betreuung.
Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.
Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.
Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.
Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.
Wer hilft.
Ich bin Manuel Killert, Webentwickler aus Quakenbrück. Technisches SEO ist bei mir kein Marketingangebot, sondern die Fortsetzung der Entwicklungsarbeit: ordentliche Adressen, saubere Weiterleitungen, korrekte Auszeichnungen, erreichbare Inhalte. Das sind Dinge, die man im Quelltext prüft und behebt — nicht in einem Konzept beschreibt.
Was ich nicht mache: Inhaltsstrategie, Keyword-Recherche als Dauerleistung, Linkaufbau oder monatliche Berichte mit grünen Pfeilen. Dafür gibt es Leute, die das besser können. Wenn dein Problem heißt „wir brauchen mehr Themen“, bist du bei einer SEO-Agentur richtig; wenn es heißt „unsere Seiten sind nicht im Index“, bei mir.
Und ich verspreche keine Platzierungen. Wer dir Platz eins garantiert, weiß entweder nicht, wovon er redet, oder meint ein Keyword, nach dem niemand sucht.
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Warum bricht der Traffic nach einem Relaunch ein?
Weil sich Adressen geändert haben und die alten nicht weitergeleitet werden. Jede alte Adresse, die ihr Ziel verliert, nimmt die über Jahre gesammelte Wertung mit.
Woher bekomme ich alle alten Adressen?
Aus vier Quellen: XML-Sitemap, Serverprotokolle, Search Console und ein Crawler über die alte Seite. Die Serverprotokolle sind die wertvollste und am häufigsten ausgelassene Quelle.
Darf ich alles auf die Startseite weiterleiten?
Nein. Das wird als Signal gewertet, dass es keine Entsprechung gibt, und die Wertung geht verloren. Leite auf die inhaltlich nächste Entsprechung weiter oder zeige eine gute Fehlerseite.
Welchen Statuscode soll ich verwenden?
301 für dauerhaft verschoben — beim Relaunch fast immer richtig. 302 wird oft versehentlich von Plugins oder Serverkonfigurationen gesetzt und signalisiert, dass die alte Adresse zurückkommt.
Was sind Weiterleitungsketten?
Wenn A auf B und B auf C zeigt. Das funktioniert, kostet Zeit und wird nach einigen Stationen abgebrochen. Bei jedem Umbau die bestehenden Regeln überarbeiten statt neue obendrauf zu legen.
Wie lange dauert die Erholung?
Bei sauberen Weiterleitungen ein bis drei Wochen Delle, danach der alte Stand. Ohne Weiterleitungen Monate — und nicht vollständig, weil eingehende Links ins Leere zeigen.
Das bin ich – rechts im BildErzähl mir, welche Seiten nicht gefunden werden.
Schick mir die Adresse und was dir auffällt — Seiten verschwinden aus dem Index, Besucher brechen weg, oder du weißt nach einem Relaunch nicht, was kaputtgegangen ist. Ich sehe nach, woran es liegt.
Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de