Manuel Killert
Ratgeber · WooCommerce · Buchhaltung

DATEV-Export aus WooCommerce — was der Steuerberater wirklich braucht.

„Schick mir einfach eine Liste der Bestellungen“ ist gut gemeint und selten brauchbar. Was in der Kanzlei ankommen muss, ist etwas anderes als eine Shop-Auswertung — und wenn das Format stimmt, spart es auf beiden Seiten viel Zeit und Geld.

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Kurz gesagt

DATEV erwartet keinen Bestellbericht, sondern Buchungssätze: Betrag, Gegenkonto, Steuerschlüssel, Belegdatum, Belegnummer. Damit das automatisch entstehen kann, braucht es eine Zuordnung — welche Produktgruppe auf welches Erlöskonto, welche Zahlungsart auf welches Verrechnungskonto, welcher Steuersatz auf welchen Schlüssel. Diese Zuordnung kommt vom Steuerberater, nicht aus dem Shop.

Sofort-Hilfe

Website down oder gehackt? Schreib mir per WhatsApp oder E-Mail mit Domain und kurzer Beschreibung — ich melde mich in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende, wenn es brennt. Zugangsdaten bitte nie in der ersten Nachricht, sondern erst nach Absprache über einen sicheren Weg.

Das übliche Missverständnis.

Der Shopbetreiber exportiert eine Bestellliste mit Datum, Kunde, Artikel und Betrag und schickt sie der Kanzlei. Dort wird daraus von Hand gebucht — also genau die Arbeit gemacht, die man vermeiden wollte. Der Export war nicht falsch, er war nur für etwas anderes gedacht.

Was die Kanzlei einlesen kann, ist ein Buchungsstapel: eine Datei, in der jede Zeile bereits ein fertiger Buchungssatz ist. Der Unterschied ist nicht kosmetisch — er entscheidet darüber, ob Daten eingelesen oder abgetippt werden.

Was ein Buchungssatz braucht.

AngabeWoher sie kommt
BetragBestellung
Soll- und HabenkontoZuordnungstabelle
SteuerschlüsselSteuersatz der Position
BelegdatumBestelldatum, nicht Exportdatum
BelegnummerRechnungsnummer
BuchungstextKurz und wiedererkennbar
GegenkontoZahlungsart oder Debitor

Nur die erste und die vierte Zeile stehen so im Shop. Alles andere entsteht durch Zuordnung — und deshalb ist eine DATEV-Übergabe kein reines Exportproblem, sondern ein Abstimmungsproblem.

Die Zuordnungstabelle.

Das Kernstück. Darin steht, was worauf gebucht wird. Du brauchst sie einmal, dann trägt sie jahrelang. Frag deinen Steuerberater nach:

  • Erlöskonten je Steuersatz und gegebenenfalls je Produktgruppe.
  • Erlöskonten für Auslandsumsätze — innergemeinschaftlich, Drittland, OSS-Fälle.
  • Konto für Versandkosten, falls getrennt gewünscht.
  • Verrechnungskonten je Zahlungsart.
  • Konto für Gebühren der Zahlungsdienstleister.
  • Umgang mit Gutscheinen und Rabatten.
  • Debitorenkonten: einzeln je Kunde oder ein Sammelkonto.

Der letzte Punkt entscheidet über den Umfang: Einzeldebitoren bedeuten für jeden Kunden ein eigenes Konto, was bei einem Shop mit vielen Einmalkäufern selten sinnvoll ist. Ein Sammeldebitor hält die Buchhaltung schlank.

Zahlungsarten und Verrechnungskonten.

Jede Zahlungsart braucht ein eigenes Verrechnungskonto, sonst lässt sich nicht nachvollziehen, welches Geld wo unterwegs ist. Der typische Ablauf: Die Bestellung wird gegen das Verrechnungskonto des Dienstleisters gebucht, die spätere Auszahlung aufs Bankkonto gleicht es wieder aus, die einbehaltene Gebühr wird als Aufwand gebucht.

Wenn das fehlt, steht am Jahresende ein Differenzbetrag, den niemand erklären kann — meist genau die Summe der Gebühren. Das ist einer der häufigsten Punkte, an denen Shopbuchhaltungen klemmen (Zahlungen abgleichen).

Steuerschlüssel.

Der Steuersatz aus dem Shop ist nicht dasselbe wie der Steuerschlüssel in der Buchhaltung. Letzterer sagt auch etwas über die Art des Umsatzes aus — Inland, innergemeinschaftliche Lieferung, Reverse Charge, steuerfrei. Zwei Bestellungen mit null Prozent können völlig unterschiedliche Schlüssel brauchen.

Die Übertragung muss deshalb mehr kennen als den Prozentsatz: Zielland, ob eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vorlag, ob es sich um eine digitale Leistung handelt. Was davon in deinem Shop vorkommt, bestimmt die Komplexität (OSS, Mehrwertsteuer).

Einzeln oder gesammelt.

Zwei Modelle. Entweder wird jede Bestellung einzeln gebucht, oder es werden Tages- beziehungsweise Monatssummen je Erlöskonto und Steuersatz gebildet.

Einzelbuchung ist genauer und erlaubt den direkten Bezug zur Bestellung, erzeugt aber bei vielen Bestellungen entsprechend viele Buchungen. Summenbuchung hält die Buchhaltung übersichtlich, verlangt aber, dass die Einzelnachweise im Shop sauber archiviert und jederzeit vorlegbar sind. Welches Modell zulässig und sinnvoll ist, entscheidet der Steuerberater anhand deines Geschäfts.

Wie oft exportieren.

Monatlich ist die übliche Taktung, passend zur Umsatzsteuervoranmeldung. Wer quartalsweise meldet, kann auch quartalsweise liefern — monatlich bleibt trotzdem besser, weil Fehler früher auffallen.

Wichtig ist Abgeschlossenheit: Ein exportierter Monat sollte nicht nachträglich verändert werden. Rückerstattungen aus dem Vormonat gehören als eigener Vorgang in den laufenden Monat, nicht als Korrektur im alten.

Technische Wege.

WegAufwandPasst wenn
Export-Plugin im ShopGeringStandardfälle, überschaubares Sortiment
Über die BuchhaltungssoftwareGeringShop ist bereits angebunden
Eigener ExportEinmalig höherEigene Logik, Sonderfälle, viele Bestellungen

Die mittlere Zeile ist oft die eleganteste: Wenn der Shop ohnehin an eine Buchhaltungssoftware angebunden ist, erzeugt diese die Übergabe an die Kanzlei — dann gibt es nur eine Schnittstelle statt zwei (lexoffice anbinden, sevDesk anbinden).

GoBD und Aufbewahrung.

Buchungsrelevante Unterlagen unterliegen Aufbewahrungspflichten, und sie müssen unveränderbar und nachvollziehbar vorgehalten werden. Für einen Shop heißt das praktisch: Die erzeugten Rechnungen und die Bestelldaten müssen über Jahre verfügbar bleiben — auch wenn du zwischendurch den Shop umbaust, das Rechnungs-Plugin wechselst oder den Hoster verlässt.

Das wird regelmäßig übersehen. Ein Plugin, das Rechnungen bei Bedarf neu erzeugt, statt sie zu archivieren, erfüllt den Zweck nicht zwingend, denn bei geänderten Stammdaten entsteht ein anderes Dokument. Sprich das durch, bevor es relevant wird (Rechnungen im Shop, Bestelldaten sichern).

Typische Rückfragen aus der Kanzlei.

  • „Die Summe stimmt nicht mit dem Bankkonto überein.“ → Gebühren und Verrechnungskonten fehlen.
  • „Hier fehlen Belegnummern.“ → Rechnungsnummern werden nicht mit übertragen.
  • „Diese Buchung hat keinen Steuerschlüssel.“ → Ein Steuersatz ist nicht zugeordnet.
  • „Der Monat enthält Buchungen aus dem Vormonat.“ → Export nutzt das Übertragungsdatum.
  • „Wo sind die Gutschriften?“ → Rückerstattungen werden nicht exportiert.
  • „Ich kann die Datei nicht einlesen.“ → Format oder Zeichensatz passt nicht.

Jede dieser Rückfragen kostet in der Kanzlei Zeit, die abgerechnet wird. Es lohnt also doppelt, das einmal sauber einzurichten.

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn deine Kanzlei Daten abtippt oder jeden Monat dieselben Rückfragen kommen. Ich richte die Verbindung ein, teste sie mit echten Bestellungen und zeige dir, woran du erkennst, dass sie läuft: WooCommerce-Support. Soll die Übertragung dauerhaft überwacht werden, geht das über die WooCommerce-Wartung. Passt kein fertiges Werkzeug, baue ich die Verbindung selbst: eigene Schnittstelle entwickeln lassen.

Fehleranalyse & Erste Hilfeab ~150 €

Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.

Stundensatz~95 €

Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.

Wartungab ~49 €/Monat

Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.

Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.

Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, Webentwickler aus Quakenbrück. Ich baue und repariere WordPress- und WooCommerce-Systeme und verbinde sie mit anderer Software — Buchhaltung, Warenwirtschaft, Versand. Was ich dabei mache, ist die technische Seite: Daten sauber aus dem Shop holen, richtig zuordnen, zuverlässig übertragen und nachvollziehbar protokollieren.

Was ich ausdrücklich nicht mache: steuerliche Beratung. Welches Konto bebucht wird, wie Steuersätze bei deinem Geschäftsmodell anzusetzen sind und was dein Steuerberater für den Jahresabschluss braucht — das klärst du mit ihm, und ich setze es technisch um. Diese Arbeitsteilung funktioniert gut, weil beide Seiten dann über dasselbe reden: Ich frage beim Steuerberater nach den Vorgaben, er bekommt von mir eine Datei oder Übertragung, die zu seinen Vorgaben passt.

Wenn du mir schreibst, sag mir am besten gleich, womit gebucht wird und wie viele Bestellungen im Monat zusammenkommen. Daraus ergibt sich fast immer schon, ob ein fertiges Plugin reicht.

Häufige Fragen

FAQ — DATEV-Export.

Was braucht der Steuerberater aus dem Shop?

Keinen Bestellbericht, sondern Buchungssätze: Betrag, Soll- und Habenkonto, Steuerschlüssel, Belegdatum, Belegnummer. Nur Betrag und Datum stehen so im Shop, der Rest entsteht durch eine Zuordnungstabelle.

Woher kommt die Zuordnung von Konten und Steuerschlüsseln?

Vom Steuerberater. Er legt fest, welche Produktgruppe auf welches Erlöskonto geht, welche Zahlungsart auf welches Verrechnungskonto und welcher Steuersatz welchen Schlüssel bekommt.

Warum stimmt der Shopumsatz nicht mit dem Bankkonto überein?

Weil Zahlungsdienstleister gesammelt und abzüglich Gebühren auszahlen. Ohne eigene Verrechnungskonten je Zahlungsart und ein Konto für die Gebühren bleibt eine unerklärte Differenz.

Sollen Bestellungen einzeln oder als Summen gebucht werden?

Beides ist möglich. Einzelbuchung ist genauer, Summenbuchung hält die Buchhaltung schlank, verlangt aber sauber archivierte Einzelnachweise. Die Entscheidung trifft der Steuerberater.

Wie oft sollte exportiert werden?

Monatlich, passend zur Umsatzsteuervoranmeldung — auch bei quartalsweiser Meldung, weil Fehler so früher auffallen. Ein exportierter Monat sollte danach nicht mehr verändert werden.

Was ist bei der Aufbewahrung zu beachten?

Rechnungen und Bestelldaten müssen über Jahre unveränderbar verfügbar bleiben — auch nach einem Umbau des Shops, einem Pluginwechsel oder einem Hosterwechsel. Ein Plugin, das Rechnungen bei Bedarf neu erzeugt statt sie zu archivieren, reicht dafür nicht zwingend.

Manuel Killert (rechts im Bild) mit einem FreundDas bin ich – rechts im Bild
Kontakt

Erzähl mir, wie dein Shop und deine Buchhaltung zusammenkommen sollen.

Schreib mir, womit du buchst, wie viele Bestellungen im Monat zusammenkommen und wo es gerade hakt. Ich sage dir ehrlich, ob ein fertiges Plugin reicht oder ob sich eine eigene Schnittstelle lohnt.

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