Contao barrierefrei — gute Grundlage, trotzdem Arbeit.
Contao ist bei öffentlichen Stellen und Agenturen verbreitet — also genau dort, wo Barrierefreiheit seit Jahren Pflicht ist. Das System bringt eine ordentliche Grundlage mit. Entschieden wird es trotzdem in Templates, Formularen und Inhalten.
Für öffentliche Stellen gilt ein eigenes, älteres Regelwerk mit Erklärung und Rückmeldeweg. Für Unternehmen gilt seit Juni 2025 das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, aber nur für bestimmte Angebote. Contao liefert saubere Grundausgabe, doch die kritischen Stellen sind überall dieselben: eigene Templates, Formulare, Navigation und Inhalte.
Website down oder gehackt? Schreib mir per WhatsApp oder E-Mail mit Domain und kurzer Beschreibung — ich melde mich in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende, wenn es brennt. Zugangsdaten bitte nie in der ersten Nachricht, sondern erst nach Absprache über einen sicheren Weg.
Wen es betrifft.
| Lage | Regelwerk | Besonderheit |
|---|---|---|
| Öffentliche Stelle | Eigenes, älteres Regelwerk | Erklärung, Rückmeldeweg, leichte Sprache |
| Unternehmen mit Verkauf oder Buchung | BFSG seit 28.06.2025 | Erklärung, Durchsetzung über Marktüberwachung |
| Unternehmen ohne Verkauf | In der Regel nicht erfasst | Trotzdem sinnvoll |
| Auftragnehmer öffentlicher Stellen | Vorgaben aus dem Auftrag | Oft strenger als das Gesetz |
Zeile eins und vier sind für Contao besonders relevant, weil das System dort stark verbreitet ist. Bei öffentlichen Stellen gelten teils strengere Anforderungen als bei Unternehmen — und in Ausschreibungen wird Barrierefreiheit häufig ausdrücklich verlangt und geprüft (Wer ist betroffen).
Ich bin kein Rechtsanwalt; was hier steht, ist mein Verständnis der Lage nach Stand Oktober 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung. Die technische Umsetzung übernehme ich, die rechtliche Einordnung klärst du im Zweifel anwaltlich.
Was Contao mitbringt.
Die Grundausgabe ist ordentlich: semantisch brauchbares HTML, eine saubere Überschriftenstruktur, Felder für Alternativtexte in der Dateiverwaltung, Sprachauszeichnung bei mehrsprachigen Installationen und Inhaltselemente, die vernünftige Strukturen erzeugen.
Das heißt aber nur, dass die Grundlage stimmt. Was auf einer Seite landet, bestimmen Theme, eigene Templates und Erweiterungen — und dort entstehen die Probleme, wie in jedem anderen System auch.
Templates.
Der entscheidende Hebel. Contao arbeitet mit überschreibbaren Templates, und genau dort wird die Grundausgabe oft verschlechtert — meist unabsichtlich, zugunsten der Gestaltung.
Typische Funde in eigenen Templates:
- Überschriften nach Schriftgröße gewählt statt nach Gliederung.
- Links als Element mit Klickverhalten statt als echter Link — nicht per Tastatur erreichbar.
- Schaltflächen als gestaltete Flächen ohne Rolle und Namen.
- Fokusanzeige abgeschaltet, weil sie störte.
- Symbole ohne Beschriftung.
- Tabellen fürs Layout statt für Daten.
Punkt vier ist der folgenschwerste und am leichtesten behoben: Ohne sichtbare Fokusanzeige ist die Website für jeden unbenutzbar, der nicht mit der Maus arbeitet (Fokusanzeige).
Beim Prüfen hilft der Vergleich mit dem Kerntemplate: Was wurde entfernt, und warum? Oft lässt sich die Gestaltung erreichen, ohne die Struktur aufzugeben.
Navigation.
Zu prüfen: Lässt sich das Hauptmenü vollständig per Tastatur bedienen, inklusive Untermenüs? Schließt ein geöffnetes Untermenü wieder? Ist der Menüknopf auf dem Handy beschriftet — ein Symbol aus drei Strichen ohne Namen ist für einen Screenreader stumm?
Dazu gehört ein Link, der direkt zum Inhalt springt und sichtbar wird, sobald er den Fokus bekommt. Ohne ihn arbeitet sich jemand, der die Tastatur benutzt, auf jeder Seite erneut durch die gesamte Navigation.
Bei Contao kommt ein Punkt dazu, der bei umfangreichen Seitenbäumen relevant ist: Große verschachtelte Menüs sind schwer bedienbar. Prüf, ob tatsächlich alle Ebenen ausgegeben werden müssen.
Formulare.
Contao bringt einen Formulargenerator mit, und die Grundausgabe ist brauchbar — mit verknüpften Beschriftungen und Pflichtfeldkennzeichnung. Die üblichen Probleme entstehen trotzdem:
- Beschriftungen ausgeblendet zugunsten von Platzhaltertexten.
- Pflichtfelder nur farbig oder nur mit einem Sternchen ohne Erklärung.
- Fehlermeldungen nicht angesagt und ohne Fokussprung.
- Bildabfrage zur Spamabwehr, die Menschen vollständig ausschließt.
- Zusammengehörige Felder nicht gruppiert.
Punkt vier ist bei Behördenformularen ein echter Ausschluss und muss ersetzt werden — durch ein verstecktes Feld, eine Zeitmessung oder eine serverseitige Bewertung. Für ein Kontaktformular reicht das (Barrierefreie Formulare, Spamschutz ohne Bildabfrage).
Punkt drei ist die häufigste echte Hürde überhaupt: Wer einen Fehler nur als rote Markierung sieht, sitzt vor einer Seite, auf der scheinbar nichts passiert ist.
Bilder und Alternativtexte.
Contao pflegt Alternativtexte in der Dateiverwaltung, und sie werden an die Ausgabe durchgereicht. Das ist praktisch: Ein einmal gepflegter Text gilt überall, wo das Bild verwendet wird.
Zwei Punkte dazu. Erstens die Regel: Inhaltstragende Bilder bekommen eine Beschreibung ihrer Aussage, rein dekorative einen leeren Alternativtext, damit sie übersprungen werden — nicht das Wort „Dekoration“. Zweitens der Zusammenhang: Dasselbe Bild kann in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Alternativtexte brauchen; Contao erlaubt deshalb eine Angabe am Element.
Bei großen Beständen lohnt ein systematischer Durchgang: Welche Bilder werden tatsächlich verwendet, welche haben keinen Alternativtext? Das ist redaktionelle Arbeit und muss nicht von einem Entwickler gemacht werden (Alt-Texte vorbereiten).
Redaktionelle Arbeit.
- Überschriften als Gliederung nutzen, keine Ebene überspringen.
- Linktexte, die für sich stehen — nicht „hier klicken“.
- Kein Text in Bildern, der nicht auch daneben steht.
- Tabellen nur für Daten, immer mit Kopfzeile.
- Dokumente prüfen: eingescannte PDFs sind für Hilfsmittel reine Bilder.
- Videos mit Untertiteln.
- Keine Information allein über Farbe.
Punkt fünf ist bei öffentlichen Stellen oft der größte Posten: Hunderte Merkblätter, Satzungen und Formulare als Scan. Die erste Frage ist nicht, wie man sie barrierefrei macht, sondern welche davon überhaupt noch gebraucht werden — und ob der Inhalt nicht besser als Webseite steht.
Erklärung zur Barrierefreiheit.
Für öffentliche Stellen Pflicht und detailliert geregelt: Stand der Barrierefreiheit, konkret benannte Einschränkungen, Alternativen, Rückmeldeweg, Hinweis auf die Durchsetzungsstelle, dazu Angaben in leichter Sprache und Gebärdensprache.
Für Unternehmen gelten andere Vorgaben, aber dasselbe Prinzip: ehrlich benennen, was nicht funktioniert, und sagen, wie man trotzdem zum Ziel kommt. Eine Erklärung, die vollständige Barrierefreiheit behauptet, ist bei der ersten Prüfung widerlegt (Erklärung erstellen).
Wichtig: Der Rückmeldeweg muss funktionieren. Ein Formular, das selbst nicht bedienbar ist, taugt nicht als einziger Weg — nenn zusätzlich eine Adresse und eine Telefonnummer. Und jemand muss die Meldungen tatsächlich lesen.
Erweiterungen prüfen.
Hier liegen oft die echten Ausschlüsse: Bildergalerien ohne Tastaturbedienung, Lightboxen, aus denen man nicht herauskommt, Kalender und Buchungsmodule nur mit der Maus, Tabellen-Erweiterungen ohne Kopfzeilen, Einwilligungsbanner, die den Fokus einsperren.
Das Einwilligungsbanner verdient besondere Aufmerksamkeit, weil es das Erste ist, was jeder sieht. Ein Banner, das den Fokus festhält oder sich per Tastatur nicht bedienen lässt, macht die gesamte Website unbenutzbar (Cookie-Banner, Erweiterungen).
Prüfen.
- Tastaturtest: Maus weglegen, wichtigsten Weg durchgehen.
- Fokusanzeige überall sichtbar?
- Kontraste messen, auch bei Knöpfen und Platzhaltern.
- Zoom auf 200 und 400 Prozent.
- Automatisches Werkzeug als Vorfilter, nicht als Urteil.
- Screenreader über die wichtigsten Seiten.
- Formulare mit absichtlichen Fehlern testen.
- Befunde nach Wirkung sortieren, nicht nach Anzahl.
Punkt acht ist der entscheidende: Ein automatisches Werkzeug findet auf einer gewachsenen Website dreihundert Befunde, von denen fünfzehn tatsächlich jemanden aussperren. Diese fünfzehn zuerst (Richtig prüfen).
Umsetzen.
Die Reihenfolge, die ich empfehle: erst die echten Ausschlüsse — Tastaturbedienung, Fokus, Formularfehler. Dann Kontraste und Bedienelemente. Dann die Templates systematisch. Zuletzt die Inhalte, verteilt über Monate.
Bei öffentlichen Stellen kommt die Erklärung früh dazu, weil sie geprüft wird — aber sie gehört nach der ersten Behebungsrunde geschrieben, nicht davor. Sonst beschreibt man Vermutungen statt eines Zustands.
Und wenn ohnehin ein Versionssprung oder Relaunch ansteht: dort mitmachen. Nachträglich einzubauen kostet deutlich mehr als gleich richtig zu bauen (Update auf Contao 5, Aufwand und Kosten).
Wenn du nicht weiterkommst.
Wenn Barrierefreiheit gefordert ist und du wissen musst, was bei deiner Installation konkret ansteht. Ich finde die Ursache, behebe sie und erkläre dir, was passiert ist. Bei einem laufenden Ausfall hilft der Notfall-Support, dauerhaft begleitet die Contao-Wartung.
Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.
Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.
Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.
Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.
Wer hilft.
Ich bin Manuel Killert, Webentwickler aus Quakenbrück. Content-Management-Systeme sind mein Fachgebiet — ich arbeite seit Jahren damit, unterrichte das Thema als Dozent und kenne die Systeme nicht nur aus der Anwendung, sondern von innen: Datenmodell, Rechtekonzept, Templating, Erweiterungsarchitektur, Betrieb.
Das ist bei Contao besonders nützlich, weil es auf demselben Unterbau aufsetzt wie andere professionelle Systeme. Wer versteht, wie Abhängigkeitsverwaltung, Zwischenspeicherung und Konfigurationsebenen zusammenspielen, findet Fehler schneller — unabhängig davon, welcher Name über dem Backend steht.
Was du von mir bekommst: eine Diagnose in verständlicher Sprache, eine Behebung, die nicht nur das Symptom wegräumt, und eine ehrliche Einschätzung dazu, ob dein System weiterbetrieben, aktualisiert oder abgelöst gehört. Auch wenn die Antwort lautet, dass alles so bleiben kann.
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Ist Contao von Haus aus barrierefrei?
Die Grundausgabe ist ordentlich — brauchbares HTML, Überschriftenstruktur, Felder für Alternativtexte. Entschieden wird es aber in eigenen Templates, Formularen, Erweiterungen und Inhalten.
Gelten für Behörden andere Regeln als für Unternehmen?
Ja. Für öffentliche Stellen gilt ein eigenes, älteres Regelwerk mit detaillierten Vorgaben zu Erklärung, Rückmeldeweg, leichter Sprache und Gebärdensprache. Für Unternehmen gilt das BFSG, aber nur für bestimmte Angebote.
Was sind die häufigsten Probleme in eigenen Templates?
Überschriften nach Schriftgröße statt nach Gliederung, Links als Element mit Klickverhalten statt als echter Link, Schaltflächen ohne Rolle und Namen — und eine abgeschaltete Fokusanzeige.
Was ist mit dem Formulargenerator?
Die Grundausgabe ist brauchbar. Probleme entstehen durch ausgeblendete Beschriftungen, nur farbig markierte Pflichtfelder, nicht angesagte Fehlermeldungen und Bildabfragen zur Spamabwehr, die Menschen vollständig ausschließen.
Wie gehe ich mit eingescannten PDFs um?
Erst fragen, welche davon noch gebraucht werden und ob der Inhalt nicht besser als Webseite steht. Für Hilfsmittel sind Scans reine Bilder — bei öffentlichen Stellen ist das oft der größte Posten.
In welcher Reihenfolge umsetzen?
Echte Ausschlüsse zuerst — Tastaturbedienung, Fokus, Formularfehler. Dann Kontraste, dann Templates systematisch, zuletzt die Inhalte über Monate verteilt.
Das bin ich – rechts im BildErzähl mir, was an deinem Contao klemmt.
Schreib mir die Adresse, die Contao-Version und was passiert ist. Bei einem laufenden Ausfall schreib das in die erste Zeile — dann sehe ich es sofort.
Antwort meist innerhalb von 24 Stunden · hallo@manuelkillert.de