Manuel Killert
Ratgeber · Contao · Umzug

Contao umziehen — in der richtigen Reihenfolge.

Ein Contao-Umzug ist berechenbar, wenn man vier Dinge mitnimmt: Dateien, Datenbank, Konfiguration und Rechte. Schiefgehen kann er an denselben drei Stellen wie immer — Zwischenspeicher, Berechtigungen und vergessene Nebenbaustellen.

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Kurz gesagt

Vier Bestandteile: Projektdateien, Datenbank, Konfiguration (Zugangsdaten, Umgebungsvariablen) und Dateirechte. Nicht mitkopiert wird der Zwischenspeicher — der wird am Ziel neu erzeugt. Erst alles aufbauen und unter einer Testadresse prüfen, dann umschalten, zuletzt kündigen. Und: Postfächer nicht vergessen.

Sofort-Hilfe

Website down oder gehackt? Schreib mir per WhatsApp oder E-Mail mit Domain und kurzer Beschreibung — ich melde mich in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende, wenn es brennt. Zugangsdaten bitte nie in der ersten Nachricht, sondern erst nach Absprache über einen sicheren Weg.

Bestandsaufnahme.

  1. Contao-Version und PHP-Version am Ausgangsort.
  2. Verfügbare PHP-Fassungen am Ziel — passt es zusammen?
  3. Erweiterungen mit Versionen.
  4. Zeitgesteuerte Aufgaben auf dem alten Server.
  5. Postfächer, falls sie beim selben Anbieter liegen.
  6. Zusätzliche Domains und Subdomains.
  7. Zugriffsart: Kommandozeile vorhanden oder nur Dateiübertragung?
  8. Größe: Wie viele Dateien, wie groß die Datenbank?

Punkt vier wird am häufigsten vergessen. Ein Cronjob, der Suchindex, Aufräumarbeiten oder Importe anstößt, wandert nicht automatisch mit — und sein Fehlen fällt erst Wochen später auf (Wartungsaufgaben).

Punkt acht entscheidet über die Technik: Bei sehr vielen Dateien ist eine Übertragung per Dateiprotokoll quälend langsam. Dann lohnt ein Archiv auf Serverebene oder eine direkte Übertragung zwischen den Servern.

Ziel vorbereiten.

Bevor etwas übertragen wird: PHP-Fassung passend einstellen, benötigte Erweiterungen der Laufzeitumgebung prüfen, Datenbank anlegen, Zugangsdaten notieren und — falls vorhanden — Kommandozeilenzugriff testen.

Prüf dabei die Grenzen: Arbeitsspeicher je Vorgang, maximale Laufzeit, maximale Uploadgröße. Contao braucht für Abhängigkeitsverwaltung und Bildverarbeitung spürbar mehr als eine einfache Website (Hosting-Anforderungen).

Dateien übertragen.

Das gesamte Projektverzeichnis wandert mit — einschließlich der Dateien, die nicht im öffentlichen Bereich liegen. Das ist ein Unterschied zu einfacheren Systemen: Bei Contao liegt nur ein Teil im öffentlich erreichbaren Verzeichnis, der Rest darüber.

Diese Struktur muss am Ziel genauso abgebildet werden. Wenn der neue Hoster ein festes öffentliches Verzeichnis vorgibt, muss das passen — sonst liegt der nicht-öffentliche Teil im Netz, und das ist ein ernstes Sicherheitsproblem.

Nicht mitkopieren: das Zwischenspeicherverzeichnis und die Protokolle. Beides wird neu erzeugt und spart erheblich Übertragungszeit. Die Abhängigkeitsverzeichnisse lassen sich ebenfalls auslassen, wenn am Ziel Kommandozeilenzugriff besteht — dann werden sie dort neu aufgebaut.

Datenbank übertragen.

  1. Vollständigen Export ziehen, bei größeren Beständen über die Kommandozeile.
  2. Zeichensatz prüfen — Abweichungen erzeugen Zeichenmüll bei Umlauten.
  3. Am Ziel einspielen in die vorbereitete Datenbank.
  4. Vollständigkeit prüfen: Tabellenzahl vergleichen.
  5. Stichprobe: Sind Inhalte und Umlaute in Ordnung?

Punkt zwei ist der Klassiker: Wird mit abweichendem Zeichensatz exportiert oder importiert, werden aus Umlauten Fragezeichen oder Zeichenketten. Das lässt sich im Nachhinein reparieren, aber es ist unangenehm — besser einmal auf die Einstellung achten (Datenbankprobleme).

Während des Umzugs sollte niemand im alten System arbeiten. Sonst stehen Inhalte in der alten Datenbank, die in der neuen fehlen.

Konfiguration anpassen.

Contao hält Zugangsdaten und Umgebungseinstellungen in einer eigenen Datei außerhalb des öffentlichen Bereichs. Anzupassen sind:

  • Datenbankzugang: Server, Name, Benutzer, Passwort.
  • Mailversand: Zugangsdaten des neuen Postfachs (Postfach).
  • Umgebung: auf Produktivbetrieb stellen.
  • Weitere Dienste, die mit Zugangsdaten eingebunden sind.

Diese Datei gehört nicht in die Versionsverwaltung und nicht ins öffentliche Verzeichnis. Prüf nach dem Umzug, ob sie von außen erreichbar ist — ruf den Pfad einmal im Browser auf. Kommt etwas anderes als eine Fehlermeldung, ist die Verzeichnisstruktur falsch eingerichtet.

Dateirechte.

Die häufigste Ursache für Probleme nach einem Umzug. Hochgeladene Dateien gehören dem Benutzer, der sie übertragen hat — und das ist oft nicht der Benutzer, unter dem der Webserver läuft.

Contao braucht Schreibrechte in mehreren Verzeichnissen: Zwischenspeicher, Protokolle, Dateiverwaltung, erzeugte Ressourcen, Sitzungen. Fehlt eines davon, entsteht eine weiße Seite oder ein stiller Fehler.

Setz dabei keine pauschal weit offenen Rechte. Das löst das Symptom und erzeugt ein Sicherheitsproblem. Richtig ist, Eigentümer und Gruppe passend zu setzen und die Rechte so eng wie möglich zu halten.

Zwischenspeicher.

Der alte Zwischenspeicher enthält Pfade und Konfiguration des alten Servers. Mitkopiert führt er zuverlässig zu Fehlern.

Also: nicht übertragen, und falls doch geschehen, am Ziel entfernen. Contao baut ihn beim ersten Aufruf neu auf — dieser Aufruf dauert dann länger, das ist normal (Cache leeren).

Dasselbe gilt für den Bildcache: Die erzeugten Bildgrößen lassen sich mitnehmen, müssen aber nicht. Bei großen Beständen spart das Weglassen viel Übertragungszeit, kostet dafür Rechenzeit beim ersten Aufruf.

Unter Testadresse prüfen.

Vor dem Umschalten läuft das System unter einer Vorschauadresse des Hosters oder einer eigenen Subdomain. Dort wird geprüft:

  1. Startseite und je ein Seitentyp laden.
  2. Backend erreichbar, Anmeldung funktioniert.
  3. Bilder werden angezeigt und neu erzeugt.
  4. Formular absenden, Mailempfang prüfen.
  5. Geschützter Bereich mit Testzugang.
  6. Suche ausprobieren.
  7. Fehlerprotokoll ansehen.

Wichtig: Die Testfassung vor Suchmaschinen sperren — und diese Sperre nach dem Umschalten wieder entfernen. Das zu vergessen ist der teuerste Fehler des ganzen Vorgangs (robots.txt).

Umschalten.

Umgeschaltet wird über die Namenseinträge der Domain. Damit das schnell greift, senkt man einige Tage vorher die Gültigkeitsdauer — sonst landet ein Teil der Besucher tagelang auf dem alten Server (DNS).

Während der Übergangszeit sind beide Server aktiv. Das ist unproblematisch, solange dieselbe Website läuft — wird aber heikel, wenn redaktionell gearbeitet wird: Inhalte können auf dem alten Server landen und dort bleiben.

Deshalb: Redaktion für die Umschaltzeit informieren, oder den alten Server nach dem Umschalten auf den neuen weiterleiten.

Denk an die Verschlüsselung: Das Zertifikat muss am Ziel eingerichtet und die automatische Verlängerung aktiv sein (SSL).

Danach prüfen.

  • Alle Seitentypen unter der echten Adresse.
  • Suchmaschinensperre der Testfassung entfernt?
  • Zeitgesteuerte Aufgaben neu eingerichtet und laufen sie?
  • Mailversand aus Formularen und Benachrichtigungen.
  • Suchindex neu aufbauen.
  • Zertifikat gültig, Verlängerung eingerichtet.
  • Fehlerprotokoll die ersten Tage beobachten.
  • Erst nach zwei Wochen kündigen.

Der letzte Punkt gilt wie bei jedem Umzug: Die zwei Wochen Doppelzahlung sind die günstigste Versicherung des Vorgangs. Und vorher eine vollständige Sicherung des alten Stands auf die eigene Festplatte ziehen (Hoster wechseln).

Häufige Fehler.

  • Zwischenspeicher mitkopiert.
  • Dateirechte falsch, Contao kann nicht schreiben.
  • Verzeichnisstruktur falsch, nicht-öffentliche Dateien im Netz.
  • Zeichensatz beim Datenbankumzug nicht beachtet.
  • Zeitgesteuerte Aufgaben vergessen.
  • PHP-Version am Ziel passt nicht.
  • Suchmaschinensperre nicht entfernt.
  • Postfächer vergessen (Postfächer mitnehmen).
  • Zu früh gekündigt.

Punkt drei ist der gefährlichste und wird am seltensten geprüft: Wenn die Verzeichnisstruktur am Ziel anders aussieht und der nicht-öffentliche Teil im erreichbaren Bereich landet, sind Konfigurationsdatei samt Zugangsdaten abrufbar. Ruf den Pfad einmal auf und sieh nach.

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn ein Umzug ansteht und nichts dabei verlorengehen darf. Ich finde die Ursache, behebe sie und erkläre dir, was passiert ist. Bei einem laufenden Ausfall hilft der Notfall-Support, dauerhaft begleitet die Contao-Wartung.

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Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, Webentwickler aus Quakenbrück. Content-Management-Systeme sind mein Fachgebiet — ich arbeite seit Jahren damit, unterrichte das Thema als Dozent und kenne die Systeme nicht nur aus der Anwendung, sondern von innen: Datenmodell, Rechtekonzept, Templating, Erweiterungsarchitektur, Betrieb.

Das ist bei Contao besonders nützlich, weil es auf demselben Unterbau aufsetzt wie andere professionelle Systeme. Wer versteht, wie Abhängigkeitsverwaltung, Zwischenspeicherung und Konfigurationsebenen zusammenspielen, findet Fehler schneller — unabhängig davon, welcher Name über dem Backend steht.

Was du von mir bekommst: eine Diagnose in verständlicher Sprache, eine Behebung, die nicht nur das Symptom wegräumt, und eine ehrliche Einschätzung dazu, ob dein System weiterbetrieben, aktualisiert oder abgelöst gehört. Auch wenn die Antwort lautet, dass alles so bleiben kann.

Häufige Fragen

FAQ — Contao umziehen.

Was gehört beim Contao-Umzug alles mit?

Projektdateien einschließlich des nicht-öffentlichen Teils, Datenbank, Konfigurationsdatei mit Zugangsdaten und die Dateirechte. Zwischenspeicher und Protokolle bleiben zurück und werden am Ziel neu erzeugt.

Warum darf der Zwischenspeicher nicht mitkopiert werden?

Weil er Pfade und Konfiguration des alten Servers enthält. Mitkopiert führt er zuverlässig zu Fehlern. Contao baut ihn beim ersten Aufruf neu auf.

Was ist der gefährlichste Fehler?

Eine falsche Verzeichnisstruktur am Ziel. Landet der nicht-öffentliche Teil im erreichbaren Bereich, ist die Konfigurationsdatei samt Zugangsdaten abrufbar. Ruf den Pfad nach dem Umzug einmal auf.

Warum gibt es nach dem Umzug Zeichenmüll bei Umlauten?

Weil beim Export oder Import ein abweichender Zeichensatz verwendet wurde. Das lässt sich reparieren, ist aber unangenehm — besser einmal auf die Einstellung achten.

Was wird beim Umzug am häufigsten vergessen?

Die zeitgesteuerten Aufgaben auf dem alten Server. Ein Cronjob für Suchindex, Aufräumarbeiten oder Importe wandert nicht mit, und sein Fehlen fällt erst Wochen später auf.

Wann darf ich beim alten Anbieter kündigen?

Erst zwei Wochen nach dem Umschalten, und erst nachdem eine vollständige Sicherung des alten Stands auf der eigenen Festplatte liegt.

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