Manuel Killert
Ratgeber · Hosting · Umzug

Hoster wechseln — die Reihenfolge entscheidet.

Ein Hosterwechsel geht ohne Ausfall, wenn man ihn richtig herum macht. Schiefgehen kann er auf immer dieselbe Weise: zuerst gekündigt, dann umgezogen — und dazwischen fehlen die E-Mails.

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Kurz gesagt

Die goldene Regel: erst alles aufbauen und testen, dann umschalten, zuletzt kündigen — und zwischen Umschaltung und Kündigung mindestens zwei Wochen Luft lassen. Der häufigste Schaden entsteht nicht bei der Website, sondern bei den E-Mail-Postfächern: Die werden vergessen, und mit der Kündigung sind die alten Nachrichten weg.

Sofort-Hilfe

Website down oder gehackt? Schreib mir per WhatsApp oder E-Mail mit Domain und kurzer Beschreibung — ich melde mich in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende, wenn es brennt. Zugangsdaten bitte nie in der ersten Nachricht, sondern erst nach Absprache über einen sicheren Weg.

Wann ein Wechsel lohnt.

  • Die Website ist langsam, und es liegt nachweislich am Server (Server zu langsam).
  • Veraltete PHP-Versionen, die nicht aktualisiert werden können (PHP-Version).
  • Kein Zugang, der für die Arbeit nötig ist — keine Datenbankverwaltung, kein Kommandozeilenzugriff, keine Testumgebung.
  • Der Support antwortet nicht oder erst nach Tagen.
  • Häufige Ausfälle oder Sperren ohne Vorwarnung (Hoster-Sperre).
  • Der Webspace ist zu klein, und Aufstocken ist teurer als ein Wechsel.
  • Die Agentur hat das Hosting und du willst unabhängig werden (Agentur wechseln).

Der letzte Punkt ist häufiger, als man denkt: Hosting über die Agentur laufen zu lassen, ist bequem, bis man die Agentur wechseln will. Dann gehört die Domain jemand anderem, und es wird unangenehm.

Wann nicht.

Ein Wechsel löst keine Probleme, die nicht am Hosting liegen. Wenn die Website langsam ist, weil sie fünfzig Plugins und unkomprimierte Bilder hat, wird sie auf einem neuen Server ein kleines bisschen schneller und bleibt langsam. Dasselbe gilt für Sicherheitsprobleme: Eine gehackte Website zieht den Angreifer mit um (gehackt).

Also erst klären, wo das Problem liegt. Ein Umzug ist Aufwand und Risiko — er sollte eine Lösung sein, keine Hoffnung.

Den neuen Anbieter auswählen.

PrüfpunktWorauf achten
PHP-VersionenAktuelle verfügbar, pro Domain umschaltbar
DatenbankAusreichend viele, Verwaltungsoberfläche vorhanden
ZugangSFTP und möglichst Kommandozeilenzugriff
BackupsAutomatisch, Rückspielung selbst auslösbar
TestumgebungKopie auf Knopfdruck oder zumindest Subdomain
MailGenug Postfächer, ausreichend Speicher
SupportErreichbarkeit, Sprache, Reaktionszeit
StandortRechenzentrum in der EU
VertragLaufzeit und Kündigungsfrist

Die Zeile zu Backups ist die wichtigste und wird am seltensten geprüft. Ein Hoster, der zwar sichert, die Rückspielung aber nur über ein kostenpflichtiges Ticket mit Tagen Bearbeitungszeit anbietet, nützt im Ernstfall wenig (Managed oder Webspace).

Die Reihenfolge.

  1. Neuen Vertrag abschließen — parallel, nicht als Ersatz.
  2. Bestand aufnehmen: Domains, Postfächer, Datenbanken, Sonderheiten.
  3. Website aufbauen und unter Testadresse prüfen.
  4. Postfächer anlegen und alte Nachrichten übertragen.
  5. Vorlaufzeit der Domain senken, damit die Umschaltung schnell greift.
  6. Umschalten, am besten zu einer ruhigen Zeit.
  7. Prüfen, Website und Mail.
  8. Zwei Wochen warten.
  9. Erst dann kündigen.

Schritt acht ist der, den alle überspringen wollen, weil man zwei Wochen doppelt zahlt. Diese Doppelzahlung ist die günstigste Versicherung des ganzen Vorgangs.

Vorbereiten.

Schreib auf, was tatsächlich beim alten Anbieter liegt. Erfahrungsgemäß findet man dabei immer etwas, von dem niemand mehr wusste: eine alte Subdomain mit einem Formular, eine Datenbank für ein abgeschaltetes Projekt, eine Weiterleitung, eine zweite Domain, eine automatische Aufgabe, die nachts etwas tut.

Besonders wichtig: Welche Zeitsteuerungen laufen auf dem Server? Ein Cronjob, der die Buchhaltungsübertragung anstößt oder Mails verschickt, ist nach dem Umzug nicht automatisch wieder da (Schnittstellen).

Aufbauen und testen.

Die Website wird beim neuen Anbieter vollständig aufgebaut und unter einer Testadresse geprüft — eine vom Hoster bereitgestellte Vorschauadresse oder eine eigene Subdomain. Dabei zu prüfen: Lädt alles, funktionieren Formulare, stimmen interne Links, läuft die Kasse durch, kommen Mails an.

Wichtig: Die Testfassung muss vor Suchmaschinen geschützt sein, sonst steht dieselbe Website doppelt im Index. Und sie muss nach dem Umschalten wieder freigegeben werden — das zu vergessen, ist ein Klassiker mit erheblichen Folgen (nicht bei Google).

Postfächer nicht vergessen.

Der Punkt, an dem die meisten Umzüge schiefgehen. Postfächer liegen beim Hoster, und mit der Kündigung sind sie weg — samt aller alten Nachrichten. Wer vorher nichts überträgt, verliert Jahre an Korrespondenz.

Richtig ist: Postfächer beim neuen Anbieter anlegen, alte Nachrichten übertragen, und nach der Umschaltung noch einmal nachziehen, weil in der Zwischenzeit neue dazugekommen sind. Dazu kommt, dass Mailprogramme auf allen Geräten neu eingerichtet werden müssen — Handy nicht vergessen (Postfächer mitnehmen).

Umschalten.

Umgeschaltet wird über die Namenseinträge der Domain. Damit das schnell greift, senkt man einige Tage vorher die Gültigkeitsdauer dieser Einträge — sonst fragen manche Zwischenstationen tagelang die alte Adresse ab und die Hälfte der Besucher landet noch auf dem alten Server (DNS verstehen).

Während der Übergangszeit sind beide Server aktiv, und das ist kein Problem — solange auf beiden dieselbe Website steht. Problematisch wird es bei einem Shop: Bestellungen können auf dem alten Server landen und dort hängen bleiben. Bei einem Shop deshalb entweder kurz in den Wartungszustand gehen oder den alten Server auf den neuen weiterleiten.

Domain mitnehmen oder nicht.

Zwei Möglichkeiten. Entweder du überträgst die Domain zum neuen Anbieter, oder du lässt sie beim alten und zeigst nur auf den neuen Server. Beides geht.

Mein Rat: Trenn die Domain vom Hosting und leg sie zu einem Anbieter, bei dem du sie unabhängig verwaltest. Dann ist der nächste Hosterwechsel eine Einstellung statt eines Übertragungsverfahrens — und du bist nie wieder in der Lage, dass dir jemand anderes deine Adresse hält (Domain umziehen).

Kündigen.

Erst nach der Wartezeit, und erst nachdem du geprüft hast, dass wirklich alles übertragen ist — Website, Datenbanken, Mails, Weiterleitungen, Zeitsteuerungen, Zertifikate, Subdomains.

Achte auf die Kündigungsfrist. Viele Verträge verlängern sich automatisch, und eine verpasste Frist bedeutet ein weiteres Jahr. Umgekehrt: Kündige nicht zu knapp, nur um ein paar Euro zu sparen — der Puffer ist wichtiger.

Und zieh dir vorher eine vollständige Sicherung des alten Stands auf die eigene Festplatte. Nach der Kündigung kommst du nicht mehr dran (Backup).

Danach prüfen.

  1. Alle Seitentypen aufrufen, nicht nur die Startseite.
  2. Formulare absenden und prüfen, ob die Mail ankommt.
  3. Verschlüsselung: Zertifikat gültig, keine Warnung (SSL).
  4. Mailversand der Website prüfen, inklusive Einträge für Absenderprüfung (SPF, DKIM, DMARC).
  5. Zeitsteuerungen neu einrichten und beobachten.
  6. Testfassung freigeben, falls gesperrt.
  7. Suchmaschine informieren und die nächsten Wochen beobachten.
  8. Tempo messen — hat der Wechsel gebracht, was er sollte?

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn du wechseln willst, aber nicht riskieren magst, dass dabei Mails oder Bestellungen verlorengehen. Ich übernehme das: Einrichtung, Umzug oder Fehlersuche — und ich rede mit dem Hoster, damit du es nicht musst. Bei einem laufenden Ausfall hilft der Notfall-Support, dauerhaft begleitet die WordPress-Wartung.

Fehleranalyse & Erste Hilfeab ~150 €

Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.

Stundensatz~95 €

Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.

Wartungab ~49 €/Monat

Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.

Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.

Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, Webentwickler aus Quakenbrück. Ich betreue Websites und Shops und kümmere mich dabei um das, was darunter liegt: Server, Domains, Zertifikate, Mailversand. Das ist selten die Arbeit, über die jemand spricht — aber sie entscheidet darüber, ob die Website erreichbar ist und ob Mails ankommen.

Ich arbeite mit dem Hoster, den du hast, statt dir einen neuen zu verkaufen. Ich bekomme keine Provisionen von Hostern, und wenn dein jetziger Anbieter passt, sage ich das. Wenn er nicht passt, sage ich auch das — mit Begründung, nicht mit Empfehlungslink.

Was ich nicht mache: eigene Server vermieten oder deinen Betrieb dauerhaft als Rechenzentrum übernehmen. Ich richte ein, ziehe um, repariere und übergebe — und auf Wunsch überwache ich den Betrieb im Rahmen der laufenden Betreuung.

Häufige Fragen

FAQ — Hoster wechseln.

In welcher Reihenfolge wechselt man den Hoster?

Neuen Vertrag parallel abschließen, alles aufbauen und testen, Postfächer übertragen, umschalten, zwei Wochen warten, erst dann kündigen. Die zwei Wochen Doppelzahlung sind die günstigste Versicherung des Vorgangs.

Was wird beim Hosterwechsel am häufigsten vergessen?

Die E-Mail-Postfächer. Sie liegen beim Hoster, und mit der Kündigung sind sie weg — samt aller alten Nachrichten. Sie müssen vorher übertragen und nach der Umschaltung noch einmal nachgezogen werden.

Geht ein Wechsel ohne Ausfall?

Ja, wenn man vorher die Gültigkeitsdauer der Domain-Einträge senkt und beide Server in der Übergangszeit dieselbe Website zeigen. Bei einem Shop zusätzlich kurz in den Wartungszustand gehen, damit keine Bestellung auf dem alten Server hängen bleibt.

Soll ich die Domain mit umziehen?

Besser ist, die Domain vom Hosting zu trennen und bei einem Anbieter zu halten, bei dem du sie unabhängig verwaltest. Dann ist der nächste Wechsel eine Einstellung statt eines Übertragungsverfahrens.

Löst ein Hosterwechsel meine Performance-Probleme?

Nur wenn sie am Server liegen. Eine Website mit fünfzig Plugins und unkomprimierten Bildern bleibt auch auf einem schnelleren Server langsam. Erst klären, wo das Problem liegt.

Was muss ich vor der Kündigung sichern?

Eine vollständige Sicherung des alten Stands auf die eigene Festplatte — Dateien und Datenbanken. Nach der Kündigung kommst du nicht mehr dran.

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Schreib mir, bei wem du bist, was passiert ist und ob gerade etwas nicht erreichbar ist. Bei einem laufenden Ausfall schreib das in die erste Zeile — dann sehe ich es sofort.

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