Manuel Killert
Ratgeber · Barrierefreiheit · WordPress

WordPress barrierefrei machen — meist ohne Neubau.

Die gute Nachricht: WordPress bringt viel Richtiges mit. Die schlechte: Themes, Page Builder und Plugins machen es wieder kaputt. Der Weg führt deshalb selten über einen Neubau, sondern über gezielte Korrekturen an wenigen Stellen.

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Kurz gesagt

Prüfe in dieser Reihenfolge: Theme (Fokus, Kontraste, Menü, Überschriften), Inhalte (Struktur, Alternativtexte, Linktexte), Plugins (Formulare, Slider, Pop-ups, Cookie-Banner), Redaktion (damit es so bleibt). Die meisten Mängel stecken nicht im WordPress-Kern, sondern in dem, was darauf aufgesetzt wurde — und lassen sich ohne Neubau beheben.

Sofort-Hilfe

Website down oder gehackt? Schreib mir per WhatsApp oder E-Mail mit Domain und kurzer Beschreibung — ich melde mich in der Regel innerhalb weniger Stunden, auch am Wochenende, wenn es brennt. Zugangsdaten bitte nie in der ersten Nachricht, sondern erst nach Absprache über einen sicheren Weg.

Was WordPress mitbringt.

Der Kern ist in dieser Hinsicht ordentlich: Der Blockeditor erzeugt in der Regel brauchbares HTML, es gibt Felder für Alternativtexte, Überschriftenebenen sind als Struktur gedacht, und das Projekt hat eigene Zugänglichkeitsrichtlinien für seinen Code.

Das bedeutet aber nur, dass die Grundlage stimmt. Was auf einer Seite landet, bestimmen Theme, Blöcke und Plugins — und dort entstehen die Probleme.

Das Theme bewerten.

Bevor du über einen Wechsel nachdenkst, prüfe die konkreten Punkte. Die lassen sich in einer halben Stunde durchgehen:

PrüfpunktSo prüfst du
Sichtbarer FokusMit Tabulator durch die Seite — ist immer erkennbar, wo du bist?
Menü per TastaturUntermenüs erreichbar und schließbar?
KontrasteText, Knöpfe, Platzhalter, Fußzeile
ÜberschriftenGenau eine erste Ebene, keine Sprünge
SprungmarkeGibt es „Zum Inhalt springen“?
ZoomBei 200 Prozent noch lesbar und bedienbar?
BewegungAutomatische Slider abschaltbar oder pausierbar?

Fallen hier nur einzelne Punkte durch, ist Nachbessern fast immer günstiger als ein Wechsel. Ein Themewechsel zieht Anpassungen an allen Inhalten nach sich und bringt neue Probleme mit (Theme wechseln).

Überschriften und Struktur.

Screenreader-Nutzer springen über Überschriften durch die Seite, so wie Sehende querlesen. Das funktioniert nur, wenn die Ebenen eine Gliederung abbilden und nicht nach Schriftgröße gewählt wurden.

Regeln: eine erste Ebene je Seite, keine Ebene überspringen, Überschrift nur dort, wo ein Abschnitt beginnt. Häufiger Fehler in Page-Builder-Seiten: Jeder dekorative Zwischentext ist eine Überschrift, weil die Schrift größer werden sollte. Dann hat eine Seite achtzehn Überschriften und keine Gliederung (Dasselbe Problem in anderen Systemen).

Das Hauptmenü ist die erste Hürde. Zu prüfen: Lässt es sich vollständig per Tastatur bedienen, inklusive Untermenüs? Schließt sich ein geöffnetes Untermenü wieder? Ist das Menü auf dem Handy als Knopf erkennbar beschriftet — ein Symbol aus drei Strichen ohne Beschriftung ist für einen Screenreader stumm?

Dazu gehört ein Link, der direkt zum Inhalt springt und sichtbar wird, sobald er den Fokus bekommt. Ohne ihn muss sich jemand, der die Tastatur benutzt, auf jeder Seite erneut durch das ganze Menü arbeiten. Das ist eine kleine Ergänzung mit großer Wirkung (Menüs in WordPress).

Blöcke und Page Builder.

Der Blockeditor erzeugt überwiegend saubere Ausgabe. Vorsicht ist bei Blöcken aus Erweiterungspaketen geboten — Registerkarten, Akkordeons, Karussells und Zähler sind oft ohne Tastaturbedienung gebaut.

Bei klassischen Page Buildern ist die Lage gemischter. Die Grundelemente sind meist in Ordnung, die interaktiven Bausteine oft nicht. Prüfe deshalb nicht den Builder als Ganzes, sondern die Bausteine, die du tatsächlich einsetzt — das sind erfahrungsgemäß weniger als zehn (Elementor, Builder wechseln).

Mediathek und Alternativtexte.

Alternativtexte sind der bekannteste Punkt und werden trotzdem meist falsch gemacht. Drei Regeln:

  • Inhaltstragende Bilder bekommen eine Beschreibung ihrer Aussage, nicht ihres Aussehens.
  • Rein dekorative Bilder bekommen einen leeren Alternativtext, damit sie übersprungen werden — nicht „Dekoration“.
  • Text in Bildern gehört in den Alternativtext, besser noch gar nicht ins Bild.

Zum Nachrüsten großer Bestände: Das maschinell vorzuschlagen und redaktionell zu prüfen ist ein gangbarer Weg — Vorschläge ungeprüft zu übernehmen nicht, weil die Maschine das Aussehen beschreibt und nicht den Zweck im Zusammenhang (Alt-Texte mit KI, Mediathek).

Plugins als Schwachstelle.

Hier liegen die meisten echten Ausschlüsse. Die üblichen Verdächtigen: Formular-Plugins mit Fehlermeldungen, die nicht angesagt werden; Slider ohne Pausemöglichkeit; Lightboxen, aus denen man per Tastatur nicht herauskommt; Tabellen-Plugins ohne Kopfzeilen; Buchungskalender, die nur mit der Maus bedienbar sind; Bildabfragen zur Spamabwehr.

Der letzte Punkt verdient Aufmerksamkeit: Eine Bildabfrage, die nur optisch lösbar ist, sperrt Menschen vollständig aus. Es gibt Verfahren, die ohne auskommen — unsichtbare Prüfungen, Zeitmessung, versteckte Felder. Für die meisten Websites reichen die (Formular-Spam, Plugin-Audit).

Das Cookie-Banner ist das Erste, was jeder sieht — und oft das am schlechtesten Bedienbare. Zu prüfen: Bekommt es den Fokus, lässt es sich vollständig per Tastatur bedienen, ist es per Escape schließbar, sind beide Antwortmöglichkeiten gleichwertig erreichbar, und stimmen die Kontraste auch beim weniger betonten Knopf?

Ein Banner, das den Fokus einsperrt, macht die ganze Website unbenutzbar. Dasselbe gilt für Pop-ups und Newsletter-Einblendungen (Cookie-Banner, Banner im Vergleich).

Was die Redaktion braucht.

  1. Überschriften als Gliederung nutzen, nicht für Schriftgrößen.
  2. Alternativtexte beim Hochladen schreiben, nicht später.
  3. Linktexte, die für sich stehen — nicht „hier klicken“.
  4. Kein Text in Bildern, der nicht auch daneben steht.
  5. Tabellen nur für Daten, nie fürs Layout, immer mit Kopfzeile.
  6. Videos mit Untertiteln, Audio mit Textfassung.
  7. Keine Information allein über Farbe.

Diese sieben Punkte ausgedruckt neben den Rechner. Sie halten eine einmal in Ordnung gebrachte Website in Ordnung — ohne sie ist nach einem halben Jahr der alte Zustand erreicht.

Neubau oder nachbessern?

Nachbessern reicht meist, wenn Theme und Bausteine grundsätzlich brauchbar sind und die Probleme an Inhalten, Formularen und einzelnen Plugins hängen. Das ist die große Mehrheit der Fälle.

Für einen Neubau spricht es, wenn das Theme nicht mehr gepflegt wird, wenn die Seite aus Dutzenden ineinandergeschachtelter Builder-Elemente besteht, bei denen jede Änderung etwas anderes kaputt macht, oder wenn ohnehin ein Relaunch ansteht. Dann baut man es gleich richtig, statt zweimal zu zahlen (Relaunch).

Wenn du nicht weiterkommst.

Wenn du nicht weißt, ob dein Theme taugt oder welche deiner Plugins das Problem sind. Ich prüfe deine Website, sortiere die Mängel danach, wen sie tatsächlich aussperren, und behebe sie: Website prüfen lassen. Was das grob kostet und wovon es abhängt, steht unter Aufwand und Kosten.

Fehleranalyse & Erste Hilfeab ~150 €

Ursache finden, Website wieder zum Laufen bringen, kurzer Bericht — meist am selben Tag.

Stundensatz~95 €

Für Anpassungen, Fehlerbehebung und Beratung nach Aufwand, abgerechnet in 15-Minuten-Schritten.

Wartungab ~49 €/Monat

Updates, Backups, Sicherheitscheck, Monitoring — Kleinigkeiten inklusive.

Orientierungswerte, keine Fixpreise — nach einem kurzen Gespräch bekommst du ein Festpreisangebot.

Wer hilft.

Ich bin Manuel Killert, Webentwickler aus Quakenbrück. Ich baue Websites und Shops mit WordPress und repariere, was andere hinterlassen haben. Barrierefreiheit ist dabei kein Zusatzmodul, sondern Handwerk: ordentliches HTML, Beschriftungen, die stimmen, Bedienbarkeit per Tastatur, ausreichende Kontraste und Formulare, die Fehler verständlich melden.

Was ich mache: bestehende Websites prüfen, die Mängel nach Wirkung sortieren, sie beheben und dir zeigen, worauf deine Redaktion künftig achten muss. Was ich nicht mache: Rechtsberatung und Zertifikate. Für eine förmliche Prüfung durch eine Prüfstelle oder eine anwaltliche Einschätzung bist du woanders besser aufgehoben — und ich sage dir das, wenn dein Fall dort hingehört.

Ich arbeite ohne Overlay-Werkzeuge. Die versprechen eine schnelle Lösung und liefern sie nicht; warum, steht ausführlich auf einer eigenen Seite.

Häufige Fragen

FAQ — WordPress barrierefrei.

Ist WordPress von Haus aus barrierefrei?

Der Kern ist ordentlich aufgestellt — der Blockeditor erzeugt in der Regel brauchbares HTML und es gibt Felder für Alternativtexte. Die Probleme entstehen in Themes, Zusatzblöcken und Plugins.

Muss ich für Barrierefreiheit das Theme wechseln?

Meist nicht. Prüfe erst konkrete Punkte: sichtbarer Fokus, Menü per Tastatur, Kontraste, Überschriftenstruktur, Sprungmarke, Zoom. Fallen nur einzelne durch, ist Nachbessern günstiger als ein Wechsel mit neuen Problemen.

Wie schreibe ich gute Alternativtexte?

Inhaltstragende Bilder bekommen eine Beschreibung ihrer Aussage, nicht ihres Aussehens. Rein dekorative Bilder bekommen einen leeren Alternativtext, damit sie übersprungen werden — nicht das Wort „Dekoration“.

Welche Plugins sind typische Problemfälle?

Formulare mit nicht angesagten Fehlermeldungen, Slider ohne Pause, Lightboxen ohne Ausstieg per Tastatur, Tabellen ohne Kopfzeilen, Buchungskalender nur per Maus und Bildabfragen zur Spamabwehr.

Warum ist das Cookie-Banner so wichtig?

Weil es das Erste ist, was jeder sieht. Ein Banner, das den Fokus einsperrt oder sich per Tastatur nicht bedienen lässt, macht die gesamte Website unbenutzbar.

Wann lohnt sich statt Nachbessern ein Neubau?

Wenn das Theme nicht mehr gepflegt wird, die Seiten aus tief verschachtelten Builder-Elementen bestehen, bei denen jede Änderung etwas anderes bricht, oder ohnehin ein Relaunch ansteht.

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